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Rosenfeld, Kurt

H.A.M. 0

Kurt Rosenfeld
Strafverteidiger


Geb. 1.2. 1877 in Marienwerder
Gest. 25.9.1943 in New York/ USA


Er studiert Volkswirtschaft und Jurisprudenz in Freiburg/ Brsg. und Berlin, dient 1901 als Einjährig- Freiwilliger bei einem Garde- Füsilierregiment und eröffnet 1905 eine eigene Anwaltspraxis in Berlin. Neben seiner juristischen Tätigkeit prägt Dr. Kurt Rosenfeld aber auch als SPD-Stadverordneter ab 1909 für fast ein Jahrzehnt die Berliner Kommunalpolitik. 1917 ist der Weltkrieg-I- Soldat Mitbegründer der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), dessen Parteivorstand er dann auch angehört.


1918 wird Rosenfeld Justizminister in Preussen, 1919 Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung und ist ab 1920 (bis 1932) Mitglied des Deutschen Reichtages. Trotz seiner anfänglichen Weigerung zur Wiedervereinigung mit der Sozialdemokratischen Partei und damit verbundener heftiger Auseinandersetzungen auf dem USPD-Parteitag 1922 in Gera, beugt sich auch Kurt Rosenfeld schließlich dem Mehrheitsbeschluß der Partei, gehört jedoch fortan in der SPD zu einem der führenden Vertreter des linken Parteiflügels.


Als einige Mitglieder der SPD-Reichstagsfraktion, darunter Kurt Rosenfeld, Max Seydewitz (gemeinsam mit Rosenfeld Herausgeber des Klassenkampfes), und Anna Siemsen, wegen Bruchs der Fraktionsdisziplin aus der SPD ausgeschlossen werden, gründen sie im Herbst 1931 mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAPD) eine linke Abspaltung, der sich bald darauf auch eine Minderheit des linken SPD-Flügels, der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) sowie einige Mitglieder der Kommunistischen Partei Opposition (KPO) anschliessen.

Im Umfeld der nationalsozialistischen Machtergreifung Anfang 1933 spitzen sich jedoch innerhalb der SAPD fraktionelle Auseinandersetzungen zu. Die Mehrheit des Parteivorstandes (dem zeitweise auch der Vorsitzende der Deutschen Friedensgesellschaft, Fritz Küster, angehört) um Kurt Rosenfeld und Max Seydewitz propagiert eine Auflösung der Partei zugunsten von SPD und KPD, der linke Flügel widersetzt sich dem und wählt auf einem Parteitag – bereits in der Illegalität – einen neuen Vorstand. Sowohl Kurt Rosenfeld als auch andere ehemalige Vorstandsmitglieder treten daraufhin aus der Partei aus.


Der renommierte Strafverteidiger, zu dessen Klienten u.a. Rosa Luxemburg, Kurt Eisner, Georg Ledebour, Walter Bullerjahn und Carl von Ossietzky gehören, emigriert nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 über Frankreich in die Vereinigten Staaten, wo er u.a. 1941 die Zeitung The German-American mitherausgibt. Der Präsident der German American Emergency Conference stirbt im us-amerikanischen Exil im Alter von 66 Jahren.


Quelle: Hanno Drechsler: Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD). Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung am Ende der Weimarer Republik. SOAK-Verlag, Hannover 1983, ISBN 3-88209-055-3, S. 368


Links (deutsch):

http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Rosenfeld

http://www.dhm.de/sammlungen/dokumente2/do57_989.html

http://www.cine-holocaust.de/cgi-bin/gdq?efw00fbw002799.gd

http://www.rote-hilfe.de/rhz/rhz199802/gsu01.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Arbeiterpartei_Deutschlands

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