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Deisler, Guillermo

H.A.M. 0

Guillermo Deisler

Bühnenbildner und Mail-Art-Autor

Geb. 15.06. 1940 in Santiago de Chile/ Chile

Gest. 21.10. 1995 in Halle (Saale)


Seine elterlichen Wurzeln stammen aus Preußen – er selber wird am anderen Ende der Welt, zwischen Anden und Pazifik, in der chilenischen Hauptstadt Santiago geboren. Deisler studiert Theatergraphik und Bühnenbildnerei an der heimischen Universität und arbeitet von 1967 bis 1973 als Assistent und Dozent für Grafik an der ‘Universidad de Chile‘ im 1400 Kilometer entfernt gelegenen Antofagasta am Rande der Atacama-Wüste.


Am 11. September 1973 putscht das Militär unter General Augusto Pinochet. Tausende von Intellektuellen (darunter der Sänger Victor Jara, der Filmregisseur Raúl Ruiz, der Schriftsteller Antonio Skármeta, der Journalist Luis Sepúlveda und die Medizinstudentin Michelle Bachelet) geraten nun ins Visier der Diktatur. Einigen gelingt die Flucht ins Ausland, viele andere werden verhaftet, gefoltert, inhaftiert, Unzählige ermordet. Auch Guillermo Deisler kommt ins Gefängnis von Antofagasta, erhält aber mit Hilfe eines Freundes und dessen Intervention bei der französischen Botschaft ein Ausreisevisum und geht daraufhin ins Exil.


Frankreich wird für den chilenischen Künstler zwar zur Zuflucht, aber nicht zur Heimat, zumal es ihm an Möglichkeiten für eine Existenzgrundlage mangelt. Guillermo Deisler entscheidet sich, wie zahlreiche andere chilenische Flüchtlinge, zur Übersiedlung in die damalige DDR. Hier allerdings wird er erneut inhaftiert, diesmal in Cottbus, bis ein ihm nahestehender Regisseur seine Haftentlassung erreicht. Als sogenannter ‘Kontingentflüchtling‘ und aufgrund eines Abkommens zwischen der DDR und anderen sozialistischen Staaten gelangt er schließlich nach Bulgarien, wo Deisler mit seiner Frau und den vier gemeinsamen Kindern bis 1986 lebt. Zurückgekehrt in die DDR erhält er noch vor deren politischen Ende die Staatsbürgerschaft.


Sein Leben lang beschäftigt er sich intensiv mit experimenteller und visueller Poesie, gibt von 1963 bis 1973 das Periodikum für Poesie und Grafik ‘mimbre‘ in mehr als 50 Titeln heraus, darunter auch internationale Anthologien zur visuellen Poesie. 1987 begründet Deisler das Künstler- und Mail Art-Projekt “UNI/vers(;)“, das er bis zu seinem Tod 1995 führt und das insgesamt 35 Nummern umfasst  (pro Ausgabe je eine Sammelmappe von Originalgraphiken internationaler Künstler). 1988 organisiert er mit Karla Sachse die Ausstellung ‘Visuelle Poesie‘ und gibt zwei Jahre später, zeitgleich mit dem Ende der DDR,  zusammen mit Jörg Kowalski, die Anthologie “wortBILD. Visuelle poesie in der ddr“ heraus, mit Werken von u.a. Carlfriedrich Claus, Volker Dietzel, Elke Erb, Lutz Fleischer, Joseph W. Huber, Kito Lorenc, Bert Papenfuß-Gorek, Robert Rehfeldt, Karla Sachse, Horst Sagert, Rainer Schedlinski, Valeri Scherstjanoi, Klaus Sobolewski, Ulrich Tarlatt und Michael Wüstefeld.


In allen Ländern, die zu seinen Lebens-Stationen gehören, veröffentlicht Guillermo Deisler originalgraphische Künstlerbücher in Auflagen von drei bis über 50 Exemplaren, darunter ’GRRR‘ (1969 in Chile),  ‘le cerveaux‘ (1975 in Frankreich) sowie ‘packaging poetry‘ (1977 in Bulgarien) und ‘make-up‘ (1988 in der DDR).


Bis zu seinem frühen Tod im Alter von nur 55 Jahren arbeitet der chilenisch-deutsche Künstler als Bühnenbildner am Opernhaus von Halle/ Saale. Die über 5.000 Mail-Art-Werke umfassende Sammlung Guillermo Deislers befindet sich heute im Archiv der Kunstsammlung der Akademie der Künste in Berlin.


Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Guillermo_Deisler


Links (deutsch):

filmhttp://www.youtube.com/watch?v=fEI1xRzuyT4

http://mailartists.wordpress.com/2007/05/01/guillermo-deisler/

http://www.adk.de/de/projekte/2013/artepostale/Arte_Postale_Deisler.htm

http://www.foerderkreis-halle.de/deisler.htm


International:

filmhttp://www.youtube.com/watch?gl=US&v=jLsgz657-QE

http://mailartists.wordpress.com/2007/05/01/guillermo-deisler/

http://letras.s5.com/wr260610.html

http://www.imdb.com/name/nm2054259/

http://visual-poetry.tumblr.com/post/68161508519/by-guillermo-deisler

http://www.mav.cl/poesia/deisler/002.htm

http://www7.uc.cl/letras/html/6_publicaciones/pdf_revistas/taller/tl41_11.pdf

 

 

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