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Farantouri, Maria

H.A.M. 0

Maria Farantouri
Sängerin


Geb. 28.11. 1947 in Athen/ Griechenland


Ihr Name ist eng mit dem von Mikis Theodorakis verbunden. In den Jahren des Exils gehört Maria Farantouri zu den eindrucksvollsten InterpretInnen seiner Lieder.


Die Tochter einer Arbeiterfamilie aus Neo Ionia, einem Vorort von Athen, wird in unruhige Zeiten hineingeboren, denn nach den Schrecken von Zweitem Weltkrieg und deutscher Besatzung herrscht Bürgerkrieg in Griechenland. Die junge Maria verlebt jedoch eine unbeschwerte Jugend, in der die Musik bereits eine große Rolle spielt.Die 14Jährige tritt dem Club der Freunde griechischer Musik bei, der sich sowohl der zeitgenössischen wie auch der traditionellen Musik widmet.


Die Sängerin mit der ungewöhnlichen Kontra-Alt-Stimme verläßt den Chor und macht ihren Weg fortan als Solistin. 1963 wird sie bei einem Auftritt in Piräus vom Komponisten Mikis Theodorakis entdeckt, dessen Lied Kaimos sie singt und für den sie zu seiner Priesterin wird. Zwei Jahre später veröffentlicht sie mit dem Mauthausen-Zyklus von Theodorakis ihre erste Schallplatte, die direkt ein großer Erfolg wird.


Mit der Machtübernahme der Militärjunta 1967 geht Maria Farantouri ins Exil nach Paris. Bei ihren weltweit über einhundert Konzerten protestiert die Sängerin – unterstützt und begleitet vom ebenfalls im Exil lebenden Mikis Theodorakis – gegen die griechischen Militärdiktatoren. Nach dem Fall der Junta kehren beide wieder in ihre Heimat zurück. Farantouris Auftritt im August 1974 vor 70 Tausend Zuschörern im Athener Olympia-Stadion ist das erste bedeutende kulurelle Ereignis jener Zeit nach der Diktatur. Ihre Interpretation von Theodorakis‘ Canto General – nach einer Textvorlage des chilenischen Nationaldichters Pablo Neruda – wird zu einer grandiosen Manifestation der neu gewonnenen Freiheit.


Neben zeitgenössischer und traditioneller griechischer Musik widmet sich die Sängerin immer wieder auch den Werken von ausländischen Komponisten. Besonders bedeutend ist ihre Interpretation des Solidaritäts-Liedes von Bert Brecht in der Vertonung von Hanns Eisler, das – ursprünglich 1931 für den Film Kuhle Wampe (mit Ernst Busch) entstanden – 1979 durch sie auf dem Album Farantouri sings Bertolt Brecht interpretiert wird.

Ein weiterer bedeutender Abschnitt ihrer künstlerischen Karriere ist die 1982 beginnende Zusammenarbeit mit dem türkischen Schriftsteller, Komponisten und Sänger Zülfü Livaneli. Neben diesem Engagement für die griechisch-türkische Verständigung widmet sich die Mutter eines Sohnes auch der Tagespolitik und vertritt von 1990 bis 1993 als Abgeordnete die sozialistische PASOK-Bewegung im Parlament.


Links (deutsch):

http://kunden.powerplant.de/www.popstudium.de/genderforschung/src/Thiel.pdf

http://www.mikis-theodorakis.net/maria.html


International:

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