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Lasker-Schüler, Else

H.A.M. 0

Else (Elisabeth) Lasker-Schüler
Schriftstellerin


Geb. 11.2.1869 in Elberfeld (heute Wuppertal)
Gest. 22.1.1945 in Jerusalem/ Palästina


Else Lasker-SchülerAm 23. Januar 1945 wird „die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte“ (Gottfried Benn) auf dem Ölberg in Anwesenheit von etwa 60 Trauergästen beigesetzt. Aus Deutschland hatte sie am 19. April 1933 fliehen müssen. Noch ein Jahr zuvor war ihr der Kleist-Preis verliehen worden. Von 1933 bis 1939 lebt sie in Zürich im Exil, danach bis zu ihrem Tod in Jerusalem.


Soweit die Fakten. Sie selbst hat in einer Kurzbiographie für die Lyrikanthologie Menschheitsdämmerung von Kurt Pinthus geschrieben: „Ich bin in Theben (Ägypten) geboren, wenn ich auch in Elberfeld zur Welt kam im Rheinland. Ich ging elf Jahre zur Schule, wurde Robinson, lebte fünf Jahre im Morgenland und seitdem vegitiere ich.“

Das Haus Sadowastraße 7, wo sie als sechstes Kind von Jeanette und Aron Schüler ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, steht heute noch – als kommerziell genutztes Miets-, nicht als Dichterhaus.


1894 heiratet sie den Arzt Jonathan Berthold Barnett Lasker, vermutlich auch deshalb, um der provinziellen Enge ihrer dennoch geliebten Vaterstadt zu entkommen. Für knapp ein halbes Jahr bleibt sie allerdings noch im Wupper-Tal und zieht mit ihrem Ehemann in die Herzogstrasse 42, schräg gegenüber von ihrem Geburtshaus. Bis zum Sommer 1894 wohnen die Jungverheirateten dort, wo sich heute das Büro der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft befindet. Anschließend übersiedelt das Ehepaar nach Berlin und Else Lasker-Schüler wird die Königin der Caféhäuser. Doch zunächst richtet sich die Künstlerin ein Atelier ein und studiert Malerei bei Simon Goldberg, einem Schüler von Max Liebermann. Die Bilder dieser Poetin der Zeichenfeder, die auch ihre Bücher selbst illustrierte, wurden 1937 aus der Berliner Nationalgalerie als entartet entfernt; in der Schweiz, wo sie offiziell Schreibverbot hatte, verdiente sie sich zeitweise mit dem Verkauf ihrer Bilder ein Zubrot.

Ein dreizeiliges Gedicht aus ihrer 1902 bei Axel Juncker in Berlin erschienenen Lyriksammlung Styx lautet: „O, ich wollte, daß ich wunschlos schlief/ Wüßt ich einen Strom, wie mein Leben so tief,/ Flösse mit seinen Wassern“.
11. April 1903 Scheidung von Berthold Lasker und am 7. Mai 1904 Tod ihres Dichterfreundes Peter Hille auf dem Bahnhof Berlin-Zehlendorf – ein Mann, der sie maßgeblich beeinflußt hat.


Am 30. November 1903 hatte sie Herwarth Walden geheiratet – diesen Namen gab ihm die Dichterin um die Jahrhundertwende, bürgerlich hieß er Georg Levin.

Das Spiel mit Namen (und Daten) war ihr zweites Ich. Immer hat sie ihre Biographie mit phantastischen Legenden umrankt, sich märchenhaft anmutende Namen gegeben, war Prinz Jussuf von Theben, Tino von Bagdad, Robinson, der Indianer blauer Jaguar, Abigail, Prinzessin von Bagdad, Komet, Gespiele Jussuf, Stern in einer Mondsichel – Prinz von Theben, Tina= Jussuf von Egypten (Kornverweser), verarmter Malik von Cana, armer Aujust, kleiner Stern und großer Komet.

Bei den Beisetzungsfeierlichkeiten trägt der Rabbiner Kurt Wilhelm ein Else Lasker-Schüler-Gedicht aus ihrem letzten Lyrikband Mein blaues Klavier vor: „Ich weiß, daß ich bald sterben muß/ Es leuchten doch alle Bäume/ Nach langersehntem Julikuß“. 


Else Lasker-SchülerEs gibt nicht viele Frauen, die den Bruch mit der bürgerlichen Gesellschaft so konsequent vollzogen haben wie Else Lasker-Schüler. In der literarischen Welt wurde sie gefeiert, die Gesellschaft mochte ihre provozierende Suche nach Freiheit und innerer Wahrhaftigkeit nicht. Selbst im exaltierten Berlin der Weimarer Republik galt sie Paradiesvogel.

Die Begegnung mit Peter Hille und seinem Kreis, der Künstlerkolonie Neue Gemeinschaft, hat ihr Selbstverständnis als Dichterin wesentlich bestimmt und sie ermutigt, mit den Regeln der bürgerlichen Gesellschaft ganz zu brechen, um dem eigenen Weg als Künstlerin zu folgen. Nach seinem Tod verklärte sie den Freund in ihrem Peter Hille-Buch (1906) zu Petrus dem Fels, zum Propheten, zum Rufer.

Am 24.8.1899 wurde ihr Sohn Paul in der Königlichen Frauenklinik in Berlin geboren. Vermutlich handelte es sich um eine Demonstrationsgeburt, das heißt, sie fand in Gegenwart von Medizinstudenten statt, da Else Lasker-Schüler zu arm war, um die Krankenhauskosten zu tragen. Den Namen des Vaters des Kindes hat Else Lasker-Schüler nie preisgegeben.


Um diese Zeit erschienen erste Gedichte in der von Ludwig Jakobowsky redigierten Zeitschrift Die Gesellschaft. Ihr zweiter Ehemann, der neun Jahre jüngere Komponist und Schriftsteller Georg Levin/Herwarth Walden, publizierte in der von ihm herausgegebenen expressionistischen Zeitschrift Der Sturm auch ihre Lyrik. Ihr 1905 herausgegebener zweiter Gedichtband Der siebente Tag enthält das Gedicht Mein Volk,  das als das erste deutsche expressionistische Gedicht betrachtet werden kann. 

1909 veröffentlicht sie, die im Cafe des Westens Hof hält, auch ihr erstes Schauspiel Die Wupper, das jedoch erst 1919 uraufgeführt wird am Deutschen Theater in Berlin, die Bühnenmusik schrieb Friedrich Hollaender, der später weltbekannt wird mit den Liedern für  Marlene Dietrich in dem Film Der blaue Engel nach dem Roman Professor Unrat von Heinrich Mann.

Die von Herwarth Walden gewünschte Scheidung (1912) stürzte Else Lasker-Schüler in eine tiefe Krise, die sie durch ihre Selbstmythifizierung zum Prinzen von Theben in ihrem Briefroman Mein Herz (1912) überwand.


Else Lasker-SchülerSie hat danach in keiner eigenen Wohnung, nur noch in Pensionen und Hotels gelebt. Durch Lesungen, Vorträge und Beiträge für Zeitschriften bestritt sie ihren Lebensunterhalt. Obwohl ihr Ruhm wuchs und die wichtigsten Literaturzeitschriften ihre Gedichte veröffentlichten, u.a. in Die Aktion, Die weissen Blätter und Die Fackel, befand sie sich stets in Geldnöten.

Die hohen Behandlungs- und Sanatoriumskosten für ihren tuberkulosekranken Sohn waren aufzubringen (er starb 1927).

In einem Spendenaufruf 1913 in der Fackel machte Karl Kraus auf die Notlage der Dichterin aufmerksam.

Else Lasker-Schüler liebte es, ihre Freunde mit phantasievollen Namen zu erhöhen, unter denen sie in ihre Dichtungen eingingen.


So war Gottfried Benn als Giselheer der Barbar, Georg Trakl war der Ritter aus Gold und Franz Marc der blaue Reiter. Den meisten ihrer Freunde, zu denen u.a. Ernst Toller, die Brüder Herzfelde, Erich MühsamGeorge Grosz, Alfred Loos, Oskar Kokoschka, Paul Zech, Richard Dehmel, Peter Baum und Albert Ehrenstein zählten, verlieh sie einen neuen Namen und machte sie zu Bürgern ihres Phantasiereiches Theben. Als Prinz von Theben oder Jussuf der Ägypter war sie Herrscherin in diesem Reich.

Else Lasker-Schüler„Leben und Poesie wurden für sie eins. Die immer wieder aufbrechenden Abgründe zwischen beiden Bereichen aber ließen sich nicht überspringen und machten die Leiden und Wirren dieses Dichterdaseins aus.“ (Margarete Kupper).


Die in den Jahren 1919/1920 vom Verlag Paul Cassirer herausgegebene zehnbändige Gesamtausgabe ihrer Werke markierte den Höhepunkt ihres literarischen Erfolges. Eines ihrer schönsten Bücher, Theben, mit Gedichten und Lithographien, erschien 1923, herausgegeben von Alfred Flechtheim im Querschnitt-Verlag, Berlin/Frankfurt.

19. April 1933: Emigration in die Schweiz; Niederlassung in Zürich, Sommeraufenthalt in Ascona, von Freunden unterstützt. Im März 1934 reist sie erstmals (über Alexandria) nach Palästina. Am 19. Dezember 1936 wird am Schauspielhaus in Zürich ihr Stück Arthur Aronymus und seine Väter uraufgeführt. Mit seiner Aufforderung zu Else Lasker-SchülerToleranz und Versöhnung ist das Drama, das mit einem von Juden und Christen gemeinsam gefeierten Passahmahl schließt, „sozusagen Else Lasker-Schülers Nathan“ (Erika Klüsener). Nach zwei Aufführungen wird das Schauspiel abgesetzt, vermutlich auf Druck der deutschen Botschaft.


Im Juni 1937 erfolgt die zweite Palästina-Reise. Erneute Rückkehr in die Schweiz. Im Verlagshaus Oprecht erscheint Das Hebräerland. 1938 erscheint im September im Reichsanzeiger eine Liste mit Namen aus dem Deutschen Reich Ausgebürgerter, darunter auch der von Else Lasker-Schüler. Im April 1939 erfolgt die dritte, nur auf drei Monate geplante Reise nach Palästina. Der Ausbruch des Kriegs verhindert die Rückkehr nach Europa, vor allem aber, weil ihr die Schweiz eine weitere Aufenthaltsgenehmigung verweigerte.

Sie lebte bis zu ihrem Tod in ärmlichen Verhältnissen in Jerusalem. Auch dort entfaltete sie eine rege Else Lasker-Schüler Vortragstätigkeit. Von 1940 bis 1941 arbeitet sie an ihrem letzten Schauspiel Ichundich: Am 20. Juli 1941 im Berge-Club in Jerusalem erste Lesung aus diesem Drama. Vor dem Hintergrund der politischen Katastrophe in Deutschland entfächert sie mit dem Motiv der Ichspaltung einen grandiosen Figurenreigen, der neben fiktiven und biblischen Gestalten u.a. auch Figuren aus Goethes Faust und führende Vertreter Nazideutschlands umfaßt.


1941 gründet sie auch den Kraal, ein von Freunden unterstützter und mitgetragener Lese- und Veranstaltungsring.

In ihrer vielleicht ergreifendsten Gedichtsammlung Mein blaues Klavier, 1943 erschienen in einer Auflage von 330 Exemplaren, findet Else Lasker-Schüler bewegende Worte für ihr Leiden am Exil und ihre Trauer um Verlorenes.

Im Sommer 1944 Erkrankung, am 16. Januar 1945: Schwerer Herzanfall, Einlieferung in das alte Hadassa-
Krankenhaus auf dem Skopus; 22. Januar, 7.25 Uhr Tod.

Else Lasker-Schüler

 

 

 

 

 

 

 


Werke

Styx (G.), 1902; Der siebente Tag (G.), 1905; Das Peter Hille-Buch, 1906; Die Nächte Tino von Bagdads, 1907; Die Wupper (Sch.), 1909; Meine Wunder (G.), 1911; Mein Herz. Ein Liebesroman, 1912; Gedichte, Essays und andere Geschichten, 1913; Hebräische Balladen, 1913, „Plumm-Pascha. Morgenländische Komödie“. In: Das Kino-Buch, 1914; Der Prinz von Theben. Ein Geschichtenbuch, 1914; Der Malik. Eine Kaisergeschichte, 1919, Hebräische Balladen. Der Ged. Erster Teil, Igzo (erweiterte Auflage v. 1913); Die Kuppel. Der Gedichte zweiter Teil, 1920, Der Wunderrabbiner von Barcelona (E.) 1921; Theben (G. u. Lithographien), 1923; Ich räume auf! Meine Anklage gegen meine Verleger, 1925; Führende Frauen Europas (N.), 1930; Konzert, Prosa u. G., 1932; Arthur Aronymus. Die Geschichte meines Vaters, 1932; Arthur Aronymus und seine Väter (Sch.), 1932; Das Hebräerland, 1937; Mein blaues Klavier, Neue Gedichte, 1943.


Else Lasker-SchülerDie Weltrechte an den Werken von Else Lasker-Schüler liegen beim Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag. Reproduktion auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung.
Bildrechte mit Genehmigung des ELS-Archives an der Nationalbibliothek Jerusalem (ELS-Nachlaßverwaltung)


Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek: Liebeserklärung an Else Lasker-Schüler.
Klicken Sier hier, um weiter zu lesen (PDF-Dokument)…


Hans BolligerDer 2002 verstorbene Zürcher Antiquar, Buchhändler und Kunstsammler Hans Bolliger lernt Else Lasker-Schüler während seiner Lehrzeit in der Zürcher Buchhandlung Oprecht kennen, eine der wichtigsten Emigrantenbuchhandlungen jener Zeit und Anlaufstelle für viele Intellektuelle, die Hitler-Deutschland aus politischen und religiosen Gründen haben verlassen müssen.

„Also, ich war damals bei Oprecht, und eines Tages kommt eine Frau in die Buchhandlung. Sehr merkwürdig geleidet. Sie war immer schwarz gekleidet, wie südländische Frauen und immer bunte Halstücher und ein Kopftuch. Sie sah meistens ein bißchen orientalisch aus. Und ich gehe auf sie zu und frage sie nach ihren Wünschen. Und sie schaut mich durchdringend an und sagt: ‚Sie gleichen so sehr meinem verstorbenen Sohn Paul. Ich muß Sie wiedersehen!’…“


volume_up.gifKlicken Sie bitte hier, um diesen O-Ton (als MP3-Datei) in ganzer Länge anzuhören
© Ulrike Müller


„Ich lernte sie erst in ihrem Alter kennen. Sie war klein von Wuchs, schmächtig und hatte ein mageres, gelbliches, verwittertes Gesichtchen mit scharfen, edlen Zügen und großen, schwarzen Glutaugen. Manchmal, in Kühnheit, gemahnte es an das Antlitz eines Comanchen-Häuptlings. Wenn die Tränen kamen, so war es, als ob ein Gewitter mit Sturzregen über das Gesicht zog. Auf der Straße gehend, erinnerte sie an den Typus „Wurzelweiblein“. Sie schritt dicht an den Häusern, wie längs einem Lineal…“

Klicken Sie hier, um die „Erinnerungen an Else Lasker-Schüler“ von Sigismund von Radecki weiter zu lesen (PDF-Dokument)


Else in Argentinien

Im Jahr 2004 war Else Lasker-Schüler Sprachdiplomthema an der Pestalozzi Schule in Buenos Aires, Argentinien.
SchülerInnen der 1934 von Emigranten gegründeten Schule haben poetische Übertragungen von ELS/ Liebeslyrik ins spanische vorgenommen, die Sie hier als PDF-Dokument herunterladen können.


„Ich habe Liebe in die Welt gebracht, das blau zu blühen jedes Herz vermag…“

diese Sätze aus einem Gedicht von Else Lasker-Schüler hat die Wuppertaler Bildhauerin Ulle Hees ihrer Skulptur für die große Tochter dieser Stadt mit auf den Weg gegeben.

volume_up.gifO-Ton Ulle Hees (MP3)
© Ulrike Müller


Else Lasker-Schüler

Skulptur für Else Lasker-Schüler

Ulle Hees‘ Werkzeichnungen zur Skulptur entstanden im Rahmen der Arbeit an der Else Lasker-Schüler-Plastik Das zerbrochene Herz. Die Skulptur, ein Geschenk der Enno- und Christa Springmann-Stiftung an die Stadt Wuppertal, wurde am 13. Dezember 2000 in der Eingangshalle des Rathauses in Wuppertal-Barmen aufgestellt (und später an ihrem endgültigen Standort, im Foyer des Wuppertaler Schauspielhauses).

Klicken Sie bitte hier, um weiterzulesen (Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft)

Else Lasker-Schüler

 

 

 

 

 

 


Else Lasker-Schüler„Mein Herz“: Else Lasker-Schüler und ihr „Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen“

Autorin: Ricarda Dick

Klicken Sie bitte hier, um den gesamten Text zu lesen

Dieser Beitrag wurde dem folgendem Buch entnommen:
„Manchmal habe ich Sehnsucht nach Prag“ 7. Else Lasker-Schüler Almanach. Herausgegeben von Hajo Jahn (Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft), Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2005, ISBN: 3-7795-0044-2

 

 

 

 


Else Lasker-Schüler„Hände zum blauen Klavier“,

eine Keramikinstallation von Jürgen Christoph Buschbeck nach dem Gedicht „Mein blaues Klavier“ von Else Lasker-Schüler.

Klicken Sie bitte hier, um den gesamten Text zu lesen


3. Satz der Symphonischen Kantate

von Torsten Brandes, vertont nach Texten von Else Lasker Schüler

„Gebet
Ich suche allerlanden eine Stadt
Die einen Engel vor der Pforte hat.
Ich trage seinen großen Flügel
Gebrochen schwer am Schulterblatt
Und in der Stirne seinen Stern als Siegel.

Und wandle immer in die Nacht …
Ich habe Liebe in die Welt gebracht, –
Daß blau zu blühen jedes Herz vermag,
Und hab ein Leben müde mich gewacht,
In Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.

O Gott, schließ um mich deinen Mantel fest;
Ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,
Und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt,
Du mich nicht wieder aus der Allmacht läßt
Und sich ein neuer Erdball um mich schließt.“

Brandenburger Symphoniker
Brandenburger Theaterchor
Solosopran: Sabine Passow
Dirigent: GMD Heiko – Mathias Förster
Worte: Else Lasker – Schüler

Wichtiger Hinweis
Der vorliegende 3. Satz des Werkes ist urheberrechtlich geschützt und wurde der ELSG mit freundlicher Genehmigung des Autors Torsten Brandes (tobrandes@aol.com) zur Verfügung gestellt. Das komplette Werk ist auf CD erhältlich über

THEIN Musicpublication
Blumenthalstr. 8
D-28209 Bremen
e-mail: info@thein.de

volume_up.gifZum Anhören des 3. Satzes hier anklicken


Wiederauferstehungen
oder Peter Hille und die Folgen
Jakob Hessing, Jerusalem

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Jakob Hessing, in Deutschland aufgewachsen, lebt mit seiner Familie in Jerusalem. An der Hebräischen Universität lehrt er deutsche Literatur, hat Bücher über Else Lasker-Schüler und Sigmund Freud veröffentlicht und ist als Übersetzer israelischer Prosa hervorgetreten. Seine Artikel erscheinen regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Merkur. Zuletzt erschien im Berlin Verlag von Jakob Hessing der Roman Mir soll’s geschehen


Literatur:

Abresch, J.: In der Eselsbank. Schulzeit von Else Lasker-Schüler. Bergischer Almanach 1995. S. 37-39. Wuppertal: Bergische Blätter. (1995)
ders.: „Hepp! Hepp!“ Die jüdische Schülerin Else. Bergische Blätter 18, Nr. 1, S. 8-11. (1995)
ders.: Schülerin Else. Romerike Berge 45, Nr. 1, S. 12-17. (1995)
ders.: Dichterlesung im Knast – Else Lasker-Schüler und das Berliner Tageblatt. In Ulla Hahn & Hajo Jahn (Hgb.): In meinem Turm in den Wolken. S. 13-36. Wuppertal: Peter Hammer.
Rumold, Inca M.: (2006): Gender, Race and Politics in The Plays of Else Lasker-Schüler. Wuppertal: Arco Verlag 2002.
Caroline Tudyka: L‘ exil d’Else Lasker-Schüler (1869-1945). Editions L’Harmattan, Paris 2001. ISBN : 2-7475-1500-1 
Sigrid Bauschinger: Else Lasker-Schüler Biographie. Wallstein Verlag Göttingen 2004. ISBN: 3-89244-440-4
Ulrike Schrader: „Niemand hat mich wiedererkannt…“ Wuppertal 2003


Else Lasker-Schüler,Meinwärts

ist das Thema eines von Stephan Huber geschaffenen Denkmals für Else Lasker-Schüler, das an der Elberfelder Herzogstrasse gegenüber den Büroräumen der ELS-Gesellschaft steht. Das Denkmal, eine Auftragsarbeit für die Stadt Wuppertal, besteht aus zwei gegenüberliegenden Granitblöcken, an deren Innenseiten Mosaiken ein um 1920 entstandenes Bild der Dichterin wiedergeben. Je 28 Tausend Steine in zwanzig unterschiedlichen Grautönen zeigen Else Lasker-Schüler einmal seitenrichtig und einmal spiegelverkehrt.

Der aus dem russischen St. Petersburg emigrierte und seitdem in Wuppertal lebende Ingenieur Victor Levengarts hat seine Begegnung mit dem Denkmal und der Person Else Lasker-Schülers in einem Gedicht verarbeitet, das wir im nachfolgenden sowohl in der deutschen wie auch in der russischen (kyrillischen) Fassung dokumentieren.

Klicken Sie bitte auf die Fahne, um das Gedicht in der jeweiligen Sprache (PDF-Dokument) heunterzuladen.


Mutterland und Vaterland

George Dreyfus und seine Vokalkomposition ELSE

Von Albrecht Dümling

„Im Jahre 1955, zehn Jahre nach Kriegsende, besuchte George Dreyfus zum ersten Mal wieder seine Heimatstadt Wuppertal, an die er sich kaum noch erinnern konnte. Aber seine Mutter hatte ihm einige Adressen mitgegeben, so dass er alte Kontakte erneuerte. Dreyfus war nun 27 Jahre alt und erkundigte sich nach den Stätten seiner Kindheit. So besuchte er das Haus in der Platzhoffstrasse 17, am Rande des Briller Viertels, wo er aufgewachsen war. Er erfuhr vom Tod seiner Großmutter Paula, die 1942 vor dem angekündigten Abtransport Gift genommen hatte. Obwohl George Dreyfus somit erleben musste, wie sehr die Judenverfolgung während der NS-Diktatur auch seine eigene Familie betroffen hatte, suchte er immer wieder den Kontakt zu seiner Heimatstadt und fand dort neue Freunde.

Einer von ihnen ist Hajo Jahn, der Vorsitzende der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, der dem Komponisten 1993 bei einem Wuppertal-Besuch die Ausgabe der Sämtlichen Gedichte, herausgegeben von Friedhelm Kemp, schenkte. Dreyfus stieß damit zum ersten Male auf Verse der aus seiner Heimatstadt stammenden Dichterin. Er entdeckte, dass deren Geburtshaus in der Sado-wastraße in unmittelbarer Nachbarschaft seines eigenen Geburtshauses lag. Else Lasker-Schüler, die ebenfalls einer assimilierten jüdischen Familie entstammte, hatte schon 1933 aus Deutschland fliehen müssen. Angesichts seiner eigenen Erfahrungen war Dreyfus besonders bewegt von der folgenden Schilderung in dem ihm überreichten Band: „Else Lasker-Schüler war von den Nazis mit einer eisernen Stange niedergeschlagen worden und hatte sich unmittelbar danach, noch in völlig benommenem und erschrecktem Zustand, auf den Bahnhof gestürzt und war in die Schweiz geflohen.“ [1] Wenngleich dieser Bericht heute angezweifelt wird [2], stand die Dichterin offenbar unter einem schweren Schock, als sie Deutschland verließ…“

Zum Lesen des gesamten Textes klicken Sie bitte hier (PDF-Dokument)…


Links (deutsch):

http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de

http://www.wuppertal.de/kultur_bildung/autoren_lasker-schueler.cfm

http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/schriftsteller/autoren.php?buchst=L&aname=Else%20Lasker-Sch%FCler

http://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_034.htm

http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/lasker.html

http://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_044.htm

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/LaskerSchuelerElse

http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/kunst/hebraeisch

http://www.richard-dehmel.de/rdehmel/zeitgenossen/lasker-schueler.html

http://userpage.fu-berlin.de/~markhall/elsch.html

http://www.goethe.de/os/hon/aut/delask.htm

http://www.uni-stuttgart.de/ndl1/schueler.htm

http://www.net-lexikon.de/Else-Lasker-Schueler.html

http://www.deutsche-liebeslyrik.de/lasker.htm

http://www.suhrkamp.de/buecher/archiv/54/54190.htm

http://www.perlentaucher.de/autoren/5789.html

http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/briefe-lasker-schueler-r.htm

http://www.sandammeer.at/zeitloses/els.htm

http://www.dla-marbach.de/kallias/hyperkuss/l-reg.html

http://www.verwaltung.uni-wuppertal.de/forschung/1999/fb04/roelleke01.htm

http://www.katz-heidelberg.de/Expressionismus/Else_Lasker-Schuler/body_else_lasker-schuler.html

http://www.theater-schauspiel-oper.de/laskerschueler.html

http://www.literaturkritik.de/buch/buchh/neu/themen/expressionismus/autor_lasker-schueler.htm

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/198868

http://www.aufbauonline.com/2002/issue13/16.html

http://cornelia.siteware.ch/literatur/litzusammenfassungen/wupper.html

http://www.zeit.de/2005/05/A-Lasker-Sch_9fler

http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de/index.php?option=com_content&view=article&id=205:auf-neuer-zuverlaessiger-grundlage&catid=38:nachrichtenarchiv&Itemid=201


International:

http://project.arts.ubc.ca/els-bib/

http://www.stanford.edu/dept/german/berlin_class/people/lasker_schuler.html

http://ddickerson.igc.org/lasker-schueler.html

http://web.skku.edu/german/essay/mla_bibl/schule98.htm

http://www.nuovorinascimento.org/delserra/lasker.htm

http://els-bib.southalabama.edu/ueberblk.htm

http://www.litencyc.com/php/speople.php?rec=true&UID=5758

http://www.jhom.com/personalities/else_schuler/index.htm

 

 

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