Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Kortner, Fritz

H.A.M. 0

Fritz Kortner (eigtl. Fritz Nathan Kohn)
Regisseur und Schauspieler


Geb.12.5. 1892 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 22.6. 1970 in Berlin


Am 29. Dezember 1932 Jahre geiferte das nationalsozialistische Propagandablatt Der Angriff: „Man hat sich für die Rolle in ‚Gott, Kaiser und Bauer‘ den Juden Kortner-Kohn engagiert, der im Berliner Theaterleben eigentlich längst ausgespielt haben sollte. Er ist so ziemlich der schmierigste und übelste Typ, der je auf einer deutschen Bühne gestanden hat“. Kein Wunder, dass auch dieser großartige Regisseur und Schauspieler, der selbst vor der Kamera oder auf der Bühne mitinszenierte, 1938 emigrieren musste, also fast im letzten Augenblick, um dem Schicksal in einem Konzentrationslager zu entgehen.


Von 1908 bis 1910 studierte Fritz Kortner Musik und darstellende Kunst an der Wiener Akademie unter Professor Ferdinand Gregori. Als dieser zum Intendanten des Nationaltheaters Mannheim ernannt wurde, holte er Kortner in sein Ensemble. Dort debütierte er 1910 als Maximilian in Kleists Das Kätchen von Heilbronn. Dann stellte er einen Theaterrekord auf: In nur fünf Monaten spielte Kortner in sage und schreibe 17 Rollen und muß dabei so gut gewesen sein, dass er aus der Provinz vom berühmten Max Reinhardt in die Hauptstadt engagiert wurde. Aber er gab auch Gastspiele an anderen renommierten Bühnen in Berlin, bevor er 1915 erstmals vor die Kamera trat.


Für den Film entdeckt wurde er vom damaligen Filmstar Harry Piel, der eine Nase für Talente besaß. Und wie in Mannheim arbeitete Fritz Kortner wie am Fließband, spielte hintereinander gleich in mehreren Filmen erfolgreich die Hauptrolle. 1918, führte er erstmals selber Regie für den Film Gregor Marold.

Während der Stummfilm-Ära agierte Fritz Kortner in Filmen wie Police Nr. 1111, Die Brüder Karamasoff, Katharina die Grosse, Satanas, Luise Millerin, Orlacs Hände und Mata Hari. Mit dem Tonfilm erweiterten sich seine Möglichkeiten der Ausdrucksfähigkeit. Er schrieb zusammen mit Alfred Polgar das Drehbuch zu Der brave Sünder und führte auch zugleich erste Regiearbeiten für Tonfilme.


Zwischen 1919 und 1933 hatte Kortner Engagements in Berlin und in Wien (Volkstheater, Raimundtheater, Theater in der Josefstadt). 1924 heiratete er eine Kollegin, die Schauspielerin Johanna Hofer. Als die Nationalsozialisten die Straße zu beherrschen anfingen und ihre Medien für den Kulturkampf einsetzten, wurde auch „der Jude Kortner“ angegiftet.

Da blieb nur der Weg ins Exil. Der führte Fritz Kortner 1933 zunächst nach Wien, 1934 über London 1937 nach New York. Ab 1941 wirkte Kortner in Hollywood, immer als Schauspieler, oft in Anti-Nazifilmen wie The Hitler Gang (1944) oder Der seltsame Tod des Adolf Hitler – für diesen Streifen hat er auch das Drehbuch geschrieben. Seine erste Theaterregie hat er im amerikanischen Exil übernommen.


1949 kehrte Fritz Kortner nach Deutschland zurück, spielte Theater und im Film. Führte wieder Regie und beeinflusste viele deutsche Regisseure jener Zeit. Er galt Intendanten, Dramaturgen und Regisseuren als schwieriger Partner, denen er bei aller Eigensinnigkeit auch im Misserfolg zur Seite stand, gleichermaßen gefürchtet wie geschätzt „als Arbeitsfanatiker und besessener Wahrheitssucher“.

Denn Kortner nahm als Schauspieler häufig Einfluss auf die Regiekonzeption der Inszenierungen, in denen er auftrat. In vielen, vor allem in seinen späteren Aufführungen und Filmen, in denen er spielte, war er ungebeten zugleich so etwas wie ein Mitregisseur.

Eine Intendanz hat Kortner nie übernommen.


Autor:

Hajo Jahn


Literatur: 

Fritz Kortner: Aller Tage Abend
Alexander-Verlag Berlin 2004
ISBN: 3895810983


Links (deutsch):

http://www.deutsches-filmhaus.de/bio_reg/k_bio_regiss/kortner_fritz_bio.htm

http://www.cyranos.ch/smkort-d.htm

http://www.filmportal.de/df/51/Uebersicht,,,,,,,,873763E62D8C4DC38D6DC5CB5FDF39AC,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html

http://www.swr.de/kulturdoku/archiv/2005/02/24/beitrag1.html

volume_up.gifhttp://soforthoeren.de/product_info.php?products_id=303

http://www.perlentaucher.de/autoren/17786.html

http://www.welt.de/data/2005/11/21/806594.html

http://www.rbb-online.de/_/fernsehen/teaser_jsp/key=teaser_1952602.html


International:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert