Ilse Maria Aschner
Journalistin
Geb. 26.09. 1918 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 10.10. 2012 in Wien/ Österreich
Die Tochter einer Wiener Bürgerfamilie wird, ebenso wie ihr Bruder Wolfgang, evangelisch getauft und weiß bis 1938 überhaupt nicht, dass sie eigentlich jüdische Wurzeln hat. Ihre Eltern sind nicht religiös, dafür aber überzeugte und engagierte Sozialdemokraten, deren Kinder im Roten Wien der 1920er und 30er Jahre aufwachsen. Bereits als junges Mädchen wird Ilse Maria Mitglied im “Bund sozialistischer Mittelschüler“. Als sie noch keine zwanzig Jahre alt ist, erfolgt der “Anschluss“ Österreichs an Hitler-Deutschland – und mit dem politischen Wandel im Land haben auch und vor allem jüdische Bürger unter zunehmenden Repressalien zu leiden. Auch an den Hochschulen des Landes, wo jüdische Professoren ihren Lehrstuhl verlieren und Studentinnen wie Ilse Aschner ihr Studium der Germanistik und Kinderpsychologie an der Universität Wien nicht fortsetzen können. Zu denen, die ihre Anstellung verlieren, gehört auch ihr Vater.
Nach fast einem Jahr unermüdlicher Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung gelingt es der jungen Frau schließlich, legal als benötigte Arbeitskraft nach Großbritannien zu emigrieren. Auch ihr Bruder kann später noch aus Österreich fliehen. Das Schicksal der Eltern bleibt vorerst ungeklärt. Im britischen Exil macht sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. 1946, bei ihrem ersten Nachkriegsaufenthalt in Wien, erfährt die mit dem britischen Journalisten, Lektor und Übersetzer Peter Aschner Verheiratete schließlich, dass ihre Eltern sowie alle Verwandten von den Nationalsozialisten ermordet worden sind.
Nach Arbeitsaufenthalten Salzburg, Linz und Prag kehrt Aschner 1962 endgültig in ihre Geburtsstadt an der Donau zurück und arbeitet als Autorin für die “Stimme der Frau“, einer Zeitschrift der kommunistischen Frauenbewegung in Österreich und älteste Frauenzeitschrift des Landes. 1969 tritt sie, wie viele andere Intellektuelle mit ihr, aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings aus der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) aus und setzt ihre Arbeit beim “NEUEN FORVM“ mit Günther Nenning fort. Als Sekretärin bei der Grazer Autorinnenversammlung arbeitet Ilse Maria Aschner eng mit Ernst Jandl und Josef Haslinger (dessen Buch „Politik der Gefühle“ auch in einem Kapitel ihr Leben behandelt) zusammen. Seit den 1990er Jahren wirkt sie im Ersten Wiener Lesetheater und zweiten Wiener Stegreiftheater entscheidend mit (gemeinsam mit Rolf Schwendter und Eva Fillipp im „Vorstand“, dem sogenannten Dreiergremium), zieht sich Anfang 2006 aber zurück und tritt danach nur noch gelegentlich als Mitlesende auf. Ab den 1980er Jahren ist sie auch immer wieder als Zeitzeugin des Holocaust an Wiener Schulen zu Gast.
Quellen:
{ln:nw:https://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Maria_Aschner }
{ln:nw:http://www.gav.at/pages/in-memoriam.php?ID=653 }
{ln:nw:http://gedenkbuch.univie.ac.at/index.php?person_single_id=2175 }
{ln:nw:https://books.google.de/books?id=QnrPXZ_eT44C&pg=PA43&lpg=PA43&dq=Ilse+Maria+Aschner&source=bl&ots=X5dCR2EJYE&sig=eSbIkRDUc4AAg7GnGg67QwzKwHM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjml8-B1pfUAhWJCBoKHWN3BnU4ChDoAQghMAA#v=onepage&q=Ilse%20Maria%20Aschner&f=false }
Links (deutsch):
{ln:nw:https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=133910601 }
{ln:nw:http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/zeitzeuginnen/das-vermaechtnis/die-zeitzeuginnen } (Video-Logo!)
{ln:nw:http://textfeld.ac.at/text/1264 }
{ln:nw:http://www.juedischewieden.at/ilse-roemer/ }
{ln:nw:http://www.lettertothestars.at/uploads/pdf/024028_Aschner.pdf }
{ln:nw:http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/0C31F1BD-394-0009C-000002C4-0C31537B/ }
{ln:nw:http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/13EFDF9E-149-002DB-00000428-13EEDEC7/ }
{ln:nw:http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/13EFDFD8-140-002DD-00000428-13EEDEC7/ }
International:
{ln:nw:https://en.wikipedia.org/wiki/Ilse_Maria_Aschner }
{ln:nw:http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7283899.stm }
{ln:nw:https://www.revolvy.com/main/index.php?s=Ilse%20Maria%20Aschner }
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