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Maitek, Henry

H.A.M. 0

Henry (Henryk) Maitek

Fotograf

Geb. 18.10. 1922 in Königshütte (Chorzów)

Gest. 07.02. 2007 in Köln

 

“40 Jahre ist er durch die Welt gereist (…). Menschen und Kulturen beobachtend. Er hat die Menschen kennengelernt, er hat sie fotografiert, und: Er hat sie nie entstellt…In seinem Archiv, das tausende von Negativen umfaßt, gibt es kein Foto, das die Würde eines Menschen verletzen könnte. Seine Fotografie ist ein Plädoyer für die Menschen.“ *)

 

Der 16. April 1945 ist der Tag der zweiten Geburt des Henry Maitek (…). Eine viereinhalbjährige Odyssee durch mehrere Konzentrationslager des Nazi-Regimes ging für den jüdischen Häftling an diesem Tag unweit von Buchenwald zu Ende. Nach der Befreiung durch die U.S. Army gehörte sein Leben ganz der Fotografie.“ **)

 

Vier Jahre Qual und Überlebenskampf in nationalsozialistischen Konzentrationslagern haben den gelernten Elektriker Henry Maitek nicht zerbrechen können. Am 16. April 1945 wird der Buchenwald-Häftling von amerikanischen Truppen befreit.

Nach dem Krieg absolviert er in Halle an der Saale eine Fotografen-Lehre und macht Bilder im Auftrag der US-amerikanischen Soldatenzeitung „Stars and Stripes“. 1957 kommt Maitek nach Köln, studiert hier an der Fotoingenieur-Schule und arbeitet als freier Mitarbeiter für die „Neue Illustrierte“. Nach Ende seines Studiums 1960 lehnt er eine Festanstellung immer wieder ab, denn er will frei sein und unabhängig von jedweden Weisungen. Mit seiner Rolleiflex Planar 2,8 dokumentiert er die Entwicklung Europas und der Vereinigten Staaten der Nachkriegsjahre und wirft seinen sehr eigenen subtilen Blick auf die Lebenswirklichkeit von Menschen: “Seine Fotografie ist erkennbar durch die schlichte Ausdrucksform des Abgebildeten. Da ist nichts gestellt, verstellt, manipuliert oder verfremdet. Da sind keine Posen, da gibt es keine technischen Experimente, da ist keine Show und kein Glamour, nichts Spektakuläres, eher Alltag.“ (Hier zitiert aus:  {ln:nw:http://www.cologne-info.de/prominente/henry-maitek/henry-maitek.html}.

 

In 40 Berufsjahren als Fotograf entstehen so über 35 Themenbereiche, die er in Ausstellungen, Büchern, Katalogen und Filmen dokumentiert unter Titeln wie  „Menschen in Köln“, „Jugend“, „Frau zu sein in einer Männerwelt“, „Leben in Israel“, „Türkische Mitbürger“, „Deutschland ins Gesicht geschaut“, „Polnische Skizzen“, “ Behinderte Menschen“, „Alt werden – sinnvoll leben“, „Menschen am Rande des Karnevals“. Seine Bilder wandern um die Welt, werden in Japan ausgestellt und in zahlreichen europäischen Ländern. “Mit Freunden wie Wolf Vostell und Paul Karalus gründete er zwischen verrückten Happenings die Zeitschrift Stil 65: zeitkritisch, intelligent, provozierend auch in der strengen Schwarz-Weiß-Gestaltung. Stil 65 kostete eine Mark, aber die Blattmacher all ihre Zeit und all ihr Geld. Nur kaufen wollte die Zeitschrift damals keiner. Und so ist Stil 65 nur einmal erschienen.“ (Hier zitiert aus: {ln:nw:http://www.deutschlandfunk.de/der-blick-des-fotografen.704.de.html?dram:article_id=85718}) 1969 wird Henry Maitek (von seinen Freunden “Sir Henry“ genannt)  Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

 

Seine Liebe gilt, neben seinen vielen Reisen, darunter in die USA und nach Israel, auch und vor allem seiner Wahlheimat Köln. Seit 1957 lebt und arbeitet Henry Maitek hier als freier Fotograf und begleitet die Entwicklung der Domstadt seither kontinuierlich mit dem Fotoapparat: “Viele seiner über 20 Bücher zeigen Maiteks Köln und den Karneval als zentrales Lebensgefühl im Wandel der Zeiten; nach dem Krieg feierten die Rheinländer – fast – unter sich, heute mischen sich Tausende aus über 100 Nationen darunter.“ (Hier zitiert aus: {ln:nw:http://www.deutschlandfunk.de/der-blick-des-fotografen.704.de.html?dram:article_id=85718})

Das Historische Archiv der Stadt Köln verzeichnet in seinem Bestand Fotos, Negative, Kontakte, Dias, Großfotos von Ausstellungen, Plakate und (Dokumentar-) Filme des  im Alter von 84 Jahren in der Rhein-Metropole verstorbenen “Literaten mit der Kamera“.

 

Quellen:

*) Das Eingangszitat wurde entnommen aus: {ln:nw:http://www.cologne-info.de/prominente/henry-maitek/henry-maitek.html}

**) Entnommen aus: {ln:nw:http://www.deutschlandradiokultur.de/programmvorschau.282.de.html?drbm:date=11.02.2017 }

{ln:nw:https://fotografenwiki.org/index.php/Henry_Maitek }

{ln:nw:http://www.cologne-info.de/prominente/henry-maitek/henry-maitek.html }

{ln:nw:http://www.dombibliothek-koeln.de/veranstaltung/jp2-krakau-1974/maitek.html }

{ln:nw:http://www.deutschlandfunk.de/der-blick-des-fotografen.704.de.html?dram:article_id=85718 }

{ln:nw:http://www.deutschlandradio.de/eine-ausstellung-in-memoriam-des-fotografen-der-blick-des.451.de.html?drem:event_id=446 }

 

Links (deutsch):

{ln:nw:http://www.oreal.de/kunst/kunst_maitek.html }

{ln:nw:https://joernwendland.de/2016/10/16/koelner-hinterhoefe/ }

volume_up{ln:nw:http://www.deutschlandfunk.de/lange-nacht.703.de.html }

 

International:

{ln:nw:http://worldcat.org/identities/lccn-n87942318/ }

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