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Hamann, Hilde

H.A.M. 0

Hilde Hamann

Malerin und Keramikerin

Geb. 26.02. 1898 in Breslau

Gest. 01.11. 1987 in London/GB

 

Während ihres Studiums an der Hamburger Kunstgewerbeschule (wo der aus  Wien stammende Carl Otto Czeschka zu ihren Lehrern gehört) setzt sich die Tochter aus einer gut situierten Kaufmannsfamilie mit jüdischen Wurzeln u.a. mit Elfenbeinschnitzerei und Stoffmalerei auseinander. Nach einigen Semestern wechselt Hilde Hamann an die private Malschule von Hans Hofmann nach München, um hier freie Malerei zu studieren, kehrt aber 1920 wieder an die Hamburger Kunstgewerbeschule zurück und widmet sich nun verstärkt der Bildhauerei.

 

Ihr besonderes künstlerisches Augenmerk richtet sich in diesen Jahren auch und vor allem auf die Werke der verstorbenen Paula Modersohn-Becker, die wie sie selbst damals auch, in Worpswede mit ihrem Mann auf einem umgebauten Bauernhof gelebt hat. Sie malt expressive Landschaften, Stillleben sowie Figurenbilder und Porträts und pendelt zwischen Worpswede und Hamburg. 1924 hält sich Hilde Hamann ein halbes Jahr in Paris auf, wo sie bei {ln:Léger, Fernand ‚Fernand Léger} studiert. In der Kunstmetropole an der Seine verändert sie ihren Stil in Richtung Neue Sachlichkeit. Zurückgekehrt nach Deutschland präsentiert sie ihre Werke von nun an auch in der “Hamburgischen Sezession“.

 

1926 übersiedelt sie, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bildhauer Paul Hamann (der einstmals an der Kunstgewerbeschule auch ihr Lehrer gewesen ist) nach Berlin in die Künstlerkolonie am Breitenbachplatz, hält aber weiterhin Kontakt mit der Hamburger Sezession, die die Künstlerin ab 1927 als offizielles Mitglied verzeichnet. In Berlin reduziert die mittlerweile einem breiten Publikum bekannte und in Fachkreisen anerkannte Künstlerin (deren Ölgemälde heute allesamt verschollen sind) jedoch zunehmend ihr eigenes Schaffen und assistiert vielmehr Paul Hamann bei seiner Arbeit.

 

Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 emigriert sie mit ihrem Ehemann noch im selben Jahr nach Paris, wo das Paar drei Jahre lang in der Künstlerkolonie Cité Fleurie lebt. 1936 wird den beiden Künstlern die politische Situation auch in Frankreich zu unsicher, sodass sie nach London ins Exil gehen. Auch hier assistiert Hilde Hamann vorrangig ihrem Mann, der zwischen 1940 und 1941 ein Jahr lang in einem Internierungslager eingesperrt ist. In dieser Zeit verdient seine Frau den Lebensunterhalt der Familie. Nach Paul Hamanns Freilassung zerbricht die private Beziehung der Eheleute, die aber ihre berufliche Zusammenarbeit fortsetzen. Hilde bezieht eine kleine Wohnung in der Nähe, muss aus wirtschaftlichen Gründen ihre freie Malerei aufgeben und bemalt stattdessen Kacheltische und Uhren.

 

Von 1947 an studiert die Künstlerin nochmals drei Jahre lang Keramik in Kingsway an der “Central School“ und lehrt diese Technik an der inzwischen gegründeten Malschule Paul Hamanns. Eine ihrer Schülerinnen ist die ehemalige Sezessions-Kollegin aus Hamburg, Lore Feldberg-Eber, Flüchtling vor den Nationalsozialisten wie sie selber. Die seit den 1950er Jahren britische Staatsbürgerin Hilde Hamann spezialisiert sich neben ihrer Lehrtätigkeit auf die Herstellung von Gebrauchskeramik in der Tradition englischer Irdenware, kreiert Schmuck und finanziert mit diesen kunstgewerblichen Arbeiten weiterhin ihren Ehemann. Noch als 70Jährige beginnt sie ein Studium der Emaille-Technik und fertigt im Glasschmelzverfahren Bilder nach ihren Zeichnungen auf kleinformatigen Kupferplatten. Die freie Malerei hat sie mittlerweile völlig aufgegeben und arbeitet bis 1972 als Keramikerin.

 

Quellen:

{ln:nw:https://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Hamann }

{ln:nw:https://books.google.de/books?id=efR2Lhzk6jAC&pg=PA92&lpg=PA92&dq=Hilde+Hamann+im+Exil&source=bl&ots=uZzSNzFM0Q&sig=o45OohcJ8mDqChcz8E8LC1fH6mE&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwie-snHzaPQAhWCahoKHRDZAsEQ6AEIITAB#v=onepage&q=Hilde%20Hamann%20im%20Exil&f=false }

 

Links (deutsch):

{ln:nw:http://www.kulturkarte.de/hamburg/PortKuenst }

{ln:nw:http://www.dasjuedischehamburg.de/inhalt/kunst-und-kultur }

{ln:nw:http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/3029/1/Kremb_Die_verlorene_Galerie_bedeutender_Zeitgenossen_Lebendmasken_von_Paul_Hamann_2015.pdf }

{ln:nw:http://arthist.net/reviews/132 }

{ln:nw:http://kuenste-im-exil.de/KIE/Content/DE/Themen/grossbritannien.html }

 

International:

{ln:nw:http://thelondondead.blogspot.fr/2015/07/life-masks-of-surrealists-paul-1891.html }

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