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Cahun, Claude

H.A.M. 0

Claude Cahun (eigtl. Lucy Renée Mathilde Schwob)

Schriftstellerin und Fotografin

Geb. 25.10. 1894 in Nantes (Bretagne)/ Frankreich

Gest. 08.12. 1954 in Saint Helier/ Jersey

 

I am in training, don’t kiss me *)

(Claude Cahun, Selbstporträt 1927)

 

Die Tochter aus einer wohlsituierten jüdischen Intellektuellenfamilie genießt eine gute Ausbildung, und bereits sehr früh schon erscheinen Texte von ihr in diversen Zeitschriften. Auch ihren künstlerischen Ambitionen kann sie sich ungehindert widmen. 1907 wird Lucy auf Grund antisemitischer Stimmungen, hervorgerufen durch die Revision des Dreyfus-Prozesses, für zwei Schuljahre an die “Parson’s Mead School“ im englischen Surrey geschickt und kehrt danach  an ihr Lyzeum in Nantes zurück. Um 1909 lernt ihr Vater seine zweite Frau Marie Eugénie Malherbe kennen. Deren Tochter Suzanne Malherbe und Lucy beginnen einen Briefwechsel, aus dem in den Folgejahren eine tiefe Freundschaft werden wird. 1917 quartieren sich die beiden Frauen in einer Wohnung über dem Phare de la Loire in Nantes ein, verbringen aber zunehmend Zeit in Paris, wo Lucy Schwob an der Sorbonne Philosophie und Philologie studiert. 1920 wird ein Appartement in der Rue de Grenelle gemietet, bis sie schließlich 1922 ihr Atelier in der Rue Notre-Dames-des-Champs am Montparnasse einrichten. Gemeinsam mit ihrer Stiefschwester und Lebensgefährtin Suzanne Malherbe betreibt Claude Cahun, wie sie sich von nun an nennt, im Paris der 1920er und 30er Jahre  einen Künstlersalon, fotografiert, collagiert, steht in surrealistischen Theaterstücken auf der Bühne und zählt so namhafte Persönlichkeiten wie {ln:Bréton, André ‚André Breton} zu ihrem Freundeskreis.

 

Die überzeugte Kommunistin bezieht sowohl mit ihren Schriften als auch fotografisch Position gegen den heraufziehenden Faschismus und setzt sich für die Freiheit des Denkens und die Emanzipation des Individuums ein. 1937 flüchten die beiden Frauen vor den Nazis auf die Kanalinsel Jersey, wo sie sich auch und vor allem gegen die NS-Besatzung im antifaschistischen Widerstand engagieren. Claude Cahun und ihre Freundin werden schließlich 1944 zum Tode verurteilt, 1945 jedoch begnadigt. Alliierte Truppen befreien die beiden Freundinnen im Mai desselben Jahres. Während der zehnmonatigen Haft ist durch die Gestapo Cahuns Landhaus geplündert und ein großer Teil ihres Werkes zerstört worden. Die Künstlerin stirbt im Alter von 60 Jahren in einem Krankenhaus auf Jersey, vermutlich an den Spätfolgen der durch die Nazis erlittenen Tortur.

 

Quellen:

*) Das Eingangszitat wurde entnommen aus: {ln:nw:https://www.artsy.net/artwork/claude-cahun-i-am-in-training-dont-kiss-me-1927 }

{ln:nw:https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Cahun }

WIR FRAUEN 2017, S. 148

 

Links (deutsch):

{ln:nw:https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119129264 }

{ln:nw:http://www.emma.de/artikel/claude-cahun-ich-sehe-mich-also-bin-ich-265714 }

 

International:

{ln:nw:http://www.connectotel.com/cahun/ }

{ln:nw:http://www.photography-now.com/artist/claude-cahun }

{ln:nw:https://en.wikipedia.org/wiki/Claude_Cahun }

{ln:nw:http://www.thedailybeast.com/articles/2015/04/21/claude-cahun-the-lesbian-surrealist-who-defied-the-nazis.html }

{ln:nw:http://quarterlyconversation.com/claude-cahun-disavowals }

{ln:nw:http://www.bbc.com/culture/story/20160629-claude-cahun-the-trans-artist-years-ahead-of-her-time }

film{ln:nw:https://www.youtube.com/watch?v=v7QXL2fiAKQ }

film{ln:nw:https://www.youtube.com/watch?v=08icEkG2pMM }

film{ln:nw:https://www.youtube.com/watch?v=wqw8WFfhxO0 }

film{ln:nw:https://www.youtube.com/watch?v=GYKoM8Qkd-I }

{ln:nw:http://www.queerculturalcenter.org/Pages/Tirza/TirzaEssay3.html }

{ln:nw:https://wetarchive.wordpress.com/28-2/style/training/ }

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