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Henoch, Lilli

H.A.M. 0

Lilli Henoch
Leichtathletin und Pädagogin


Geb. 26.10.1899 in Königsberg
Gest. vermutlich 1942 im Ghetto Riga


Lilli Henoch, Ausnahmeathletin, Sportlerin und Vorkämpferin des Deutschen Frauensports, gehört zu jenen SportlerInnen, die in der Leichtathletik der Zwanziger Jahre eine herausragende Rolle spielen.


1919 wird sie Mitglied im Berliner Sportclub (BSC), der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits über ein vielfältiges Angebot an Sportarten verfügt, darunter die damals so genannten Athletik Cicerostraße, Hockey, Boxen, Ringen, Fechten, Tennis, Eishockey und Schwimmen im Seebad Halensee. Der BSC gehört zu den ersten Vereinen in Deutschland mit einer Frauenabteilung, der die damals zwanzigjährige Lilli Henoch beitritt. Damals wird die Frauenleichtathletik in einer männerdominierten Sportwelt wenig ernst genommen und dienen oft mehr der Volksbelustigung.


Zehnmal wird die Leichtathletin Lilli Hennoch zwischen 1922 und 1926 Deutsche Meisterin in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswurf, Weitsprung sowie in der 4×100-Meter-Staffel. Sie stellt vier Weltrekorde auf und zählt außerdem zur Elite der deutschen Hockey – und Handballspielerinnen. Sie gehört zu jenen Sportlerinnen, die der jungen deutschen Frauen-Leichtathletik Weltgeltung verschaffen und den Sport der Frauen insgesamt auf den langwierigen Weg der gesellschaftlichen Anerkennung und Emanzipation bringen.


Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und die Übernahme der Rassengesetze durch die Sportvereine und -verbände sind dort jüdische SportlerInnen wie Lilli Hennoch nicht mehr erwünscht und ausgeschlossen. Sie tritt dem Jüdischen Turn- und Sportclub 1905 bei und findet an der jüdischen Schule in der Rykestraße in Prenzlauer Berg als Turnlehrerin nochmals eine Anstellung. Am 10. November 1938 – nach der Reichspogromnacht – muß sie allerdings auch diese Arbeit aufgeben. Lilli Henoch unterricht noch bis 1942 an einer jüdischen Schule, bis 1942 von den NS-Behörden sämtliche jüdischen Einrichtungen geschlossen werden.

Am 5. September 1942 wird Lilli Henoch, zusammen mit ihrer Mutter, mit dem 19. Judentransport in das Ghetto von Riga deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren.


Titel:

Weltrekorde:
4x100m 50,4 sec (Köln, 11.7.1926)
Kugel 11,57 m (Leipzig, 16.8.1925)
Diskus 24,90 m (Berlin, 1.10.1922)
Diskus 26,62 m (Berlin, 7.8.1923)

Deutsche Meisterin:
1922 Kugel (8,41 m)
1923 Kugel (8,69 m), Diskus (24,91 m)
1924 4x100m (52,8 sec), Weit (4,97 m), Kugel (8,69 m), Diskus (25,61 m)
1925 4x100m (53,3 sec), Kugel (10,91 m)
1926 4x100m (52,9 sec), Kugel (11,11 m)

Quelle: Deutscher Leichtathletik-Verband
www.leichtathletik.de


Links (deutsch):

http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&SiteID=28&NewsID=5427

http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&SiteID=28&NewsID=18613  

http://de.wikipedia.org/wiki/Lilli_Henoch

http://www.scc-events.com/news/news002059.html

http://www.jg-berlin.org/beitraege/details/zwischen-erfolg-und-ausgrenzung-i154d-2009-05-29.html

http://www.berlinstreet.de/texte/spaziergang/111.shtml

 

http://www.jurkun.de/strassen/lillihenoch.htm

http://www.gew-berlin.de/blz/4957.htm


International:

http://www.jewishsports.net/BioPages/LilliHenoch.htm

http://jwa.org/encyclopedia/article/henoch-lilli

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