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Bois, Ilse

H.A.M. 0

Ilse Bois (auch: Ilse Boas)

Kabarettistin und Schauspielerin

Geb. 11.03. 1896 in Berlin-Schöneberg

Gest. August 1960 in London/ GB


Ihre Karriere als Theater-Künstlerin beginnt, ebenso wie die ihres fünf Jahre jüngeren Bruders Curt Bois, mit Kinderrollen, in denen die beiden Geschwister oft auch gemeinsam auftreten, wie 1911 in Shakespeares  Richard II. im Circus Busch. Daneben steht Ilse Bois auch in zahlreichen humoristischen (damals noch Stumm-) Filmen vor der Kamera, vernachlässigt dabei jedoch keineswegs die Bühne und ist immer wieder in  Otto Reutters Palast-Theater am Zoo zu Gast. Mit Beginn der Weimarer Republik konzentriert sich Ilse Bois auf die Kabarett-Arbeit und feiert in der Folgezeit Erfolge in der 1921von Trude Hesterberg gegründeten ‘Wilden Bühne‘ (dem Grundstein für das moderne deutsche literarisch-politische Kabarett, für das, neben dem ‘Hausautor‘  Walter Mehring, auch der junge Erich Kästner , unter seinem Pseudonym Walter Fabian, sowie Klabund und Kurt Tucholsky schreiben, Werner Richard Heymann , Friedrich Hollaender und Mischa Spoliansky komponieren bzw. musizieren und Kurt Gerron und Blandine Ebinger auf der Bühne stehen ) sowie am ‘Kabarett der Komiker‘ (das KadeKo, gegründet von Paul Morgan, Max Hansen sowie Bois‘ späteren Ehemann Kurt Robitschek), dem sie bis zur – durch die Nazis erzwungenen – Schließung 1933 angehört. Viele bedeutende KünstlerInnen der Weimarer Republik sind hier zu Gast, darunter Werner Finck , der bereits oben erwähnte Walter Mehring und Willy Rosen . Die jüdischen Geschwister Bois verlassen noch im Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 Deutschland und emigrieren, gemeinsam mit Ilses Ehemann, nach Wien.


In den Folgejahren pendelt die Komikerin, Diseuse und Kabarettistin für Gastspiele zwischen mehreren westeuropäischen Staaten und reist Anfang Dezember 1934 im Rahmen eines Gastspiels erstmals in die USA. Nach einem Zwischenaufenthalt in London 1935 übersiedelt Ilse Bois im darauffolgenden Jahr mit ihrem Mann endgültig in die Vereinigten Staaten, wo sie sich in ihrer Exilheimat New York in den Enddreißigern mühsam als Kabarettistin (unter anderem am neugegründeten KaDeKo im Pythian Theatre) und im Rahmen so genannter bunter Abende über Wasser hält. Neben der leichteren Unterhaltung gehört aber auch weiterhin ihr Herz dem klassischen Theater (so 1938 in dem Stück ‘Algiers‘). Ihren letzten US-Erfolg kann Ilse Bois 1945 am New Yorker Master Theatre mit einem Löhner-Beda-Sketch im Rahmen eines Exilanten-Programms erzielen.


1946 kehrt Ilse Bois nach Großbritannien zurück, wo sie sich in London niederlässt. Deutschen Boden wird sie, im Gegensatz zu ihrem Bruder Curt, nie mehr betreten.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Bois

Kay Weniger: ‚Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …‘. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 106 f., ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8 (http://books.google.fr/books?id=T0wz3etGJoUC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

http://www.wissen.de/thema/kabarett-deutschland-zur-zeit-der-weimarer-republik-1919-1933


Links (deutsch):

http://www.fruehe-filmtechnik.221b.de/index23df.html?id=74


International:

http://www.imdb.com/name/nm0092294/

http://www.cabaret-berlin.com/?p=346

http://muse.jhu.edu/login?auth=0&type=summary&url=/journals/monatshefte/v103/103.3.lareau.html

http://www.ajr.org.uk/journalpdf/1951_february.pdf

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