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Rosenberg, Paul

H.A.M. 0

Paul Rosenberg

Kunsthändler und Galerist

 

Geb. 29.12.  1881 in Paris/ Frankreich

Gest. 29.06. 1959 in Neuilly-sur-Seine/ Frankreich


Seine Familie emigriert 1859 aus dem damals zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie gehörenden Pressburg (dem heutigen Bratislava) nach Paris. Hier beginnt der junge Paul seine Laufbahn in dem 1870 gegründeten Antiquitätengeschäft an der Avenue de l’Opéra, zusammen mit seinem älteren Bruder Léonce Rosenberg. Von 1902 bis 1905 arbeitet er in Großbritannien und eröffnet sechs Jahre später in der französischen Hauptstadt  seine erste eigene Kunstgalerie in repräsentativen Räumen in der Rue La Boétie Nr. 21. Rosenbergs besonderes Augenmerkt gilt dabei auch und vor allem jungen aufstrebenden Künstlern wie Pablo Picasso, Georges Braque, Fernand Léger und Henri Matisse. Die finanzielle Geschäftsgrundlage bildet der Verkauf von Werken bereits bekannter und renommierter Künstler wie Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Auguste Rodin.


Während sein Bruder und Kompagnon Leónce 1918 in der benachbarten Rue de la Beaume eine eigene Galerie eröffnet, konzentriert sich Paul Rosenberg zunehmend auf den Spanier Picasso, von dem er, gemeinsam mit dem Kunsthändler Georges Wildenstein, (bis 1932) jedes Jahr eine nennenswerte Anzahl seiner Bilder kauft und mit dem ihn bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mehr als nur Geschäftliches verbindet: Zahlreiche Gemälde und Zeichnungen Picassos haben  Mitglieder der Familie Rosenberg zum Motiv, und nicht zuletzt Paul Rosenberg, einer der bedeutendsten Kunsthändlern des 20. Jahrhunderts ist es, der Picasso quasi “erfunden“ und ihn vom Kubismus zur Gegenständlichkeit zurück geführt hat.


1935 eröffnet er eine weitere Dependance in London. Fünf Jahre später, mit dem Einmarsch der nationalsozialistischen Wehrmacht in Frankreich, flieht  der jüdische Kunsthändler über Spanien nach New York. Seine umfangreiche Sammlung mit zahlreichen Werken des Impressionismus und der Moderne muss er zurücklassen. Sowohl aus seiner Pariser Wohnung wie auch aus Banktresoren und einem Kauflager in der Nähe von Paris beschlagnahmt das NS-Regime, respektive der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), mehr als 300 Kunstwerke. Im September 1940 bringt ERR weitere einhundert in Schloss Floirac eingelagerte Gemälde an sich. Im März 1941 spürt ein Devisenschutzkommando der Deutschen einen Tresor bei einer Bank in Libourne auf, in der Rosenberg 162 Werke versteckt hat und deren Gesamtwert man auf sieben Millionen Franc schätzt. Im September 1941 wird das Konvolut nach Paris transportiert, im ‘Jeu de Paume‘ gesammelt und von hier aus verkauft, verteilt oder nach Nazi-Deutschland verbracht. “Der Raubkunst-Experte Hector Feliciano beschrieb in seinem 1998 erschienenen Buch ‘Das verlorene Museum‘, dass zwischen 1940 und 1944 allein in Frankreich 203 Sammlungen mit nahezu 22.000 Kunstwerken konfiszierte wurden und ging dabei detailliert auf die Sammlung Rosenberg ein. In der Folge der Identifizierung der Gemälde musste das ‘Seattle Art Museum‘ das Gemälde “Odalisque“ von Henri Matisse und das ‘Centre Pompidou‘ in Paris “Woman in Red and Green“ von Fernand Léger an die Erben Paul Rosenbergs herausgeben. Außerdem recherchierte Feliciano erfolgreich den Verbleib je eines Gemäldes von Claude Monet und Pierre Bonnard…Weitere Werke folgten, doch gelten 64 Kunstwerke aus der Sammlung Rosenberg weiterhin als verschollen.“ (Hier zitiert aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Rosenberg_%28Kunsth%C3%A4ndler%29)


In Rosenbergs ausgeraubten Pariser Galerieräumen betreibt fortan das ‘Institut d’Etudes des Questions Juives‘ (‘Nationalsozialistisches Institut für Judenforschung‘) unter seinem Leiter Theodor Dannecker antisemitische Propaganda.


Nach dem Tod des Kunsthändlers im Jahr 1959 führt Rosenbergs Sohn Alexandre die Galerie-Geschäfte (“Paul Rosenberg & Company“) des Vaters bis 1987. Das gesamte Archiv der Familie wird 2007 von Alexandres Witwe mit Korrespondenzen und Fotografien an das New Yorker ‘Museum of Modern Art‘ übergeben.


Paul Rosenbergs Enkelin, die Journalistin (und Ex-Ehefrau des ehemaligen französischen Politikers und IWF-Direktors Dominique Strauss-Kahn) Anne Sinclair, veröffentlicht 2012 eine erste Biografie ihres Großvaters unter dem Titel:  “21, rue La Boétie“ (deutsch: “Lieber Picasso, wo bleiben meine Harlekine. Mein Großvater, der Kunsthändler Paul Rosenberg“). “Ihr Ausgangspunkt ist eine Episode aus der Gegenwart, und es steht verständlicherweise im Vordergrund, was das Leben ihrer Vorfahren und damit deren Galerietätigkeit nachhaltig in Mitleidenschaft zog und erschütterte: Nationalsozialismus und Antisemitismus, Verfolgung und Raubzüge während des Zweiten Weltkriegs.“ (Hier zitiert aus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/biographie-eines-kunsthaendlers-rosi-pic-co-12021848.html)


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Rosenberg_%28Kunsth%C3%A4ndler%29

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/biographie-eines-kunsthaendlers-rosi-pic-co-12021848.html

http://www.wdr5.de/sendungen/scala/s/d/12.02.2013-12.05/b/codename-sinclair.html


Links (deutsch):

http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/feuilleton/ein-geschenk-fuer-das-musee-picasso-in-paris-1751826.html

www.perlentaucher.de/buch/anne-sinclair/lieber-picasso-wo-bleiben-meine-harlekine.html

volume_uphttp://www.wdr5.de/sendungen/scala/s/d/12.02.2013-12.05/b/codename-sinclair.html

volume_uphttp://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/2007254/

http://www.zeit.de/2001/33/Finderlohn_gefordert

http://www.art-magazin.de/szene/59716/paul_rosenberg_biographie

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90848751.html

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15181

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44421050.html


International:

http://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Rosenberg_%28art_dealer%29

http://www.moma.org/interactives/exhibitions/2010/paulrosenberg/

http://www.nytimes.com/1999/06/16/arts/seattle-museum-to-return-looted-work.html

http://www.lexpress.fr/culture/livre/21-rue-la-boetie_1090309.html

http://www.musee-picasso.fr/pages/page_id18533_u1l2.htm

http://motsdits.blog.lemonde.fr/tag/paul-rosenberg/

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