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Steiner, Monika Elisabeth

H.A.M. 0
Monika Elisabeth (Mona Lisa) Steiner
Botanikerin

Geb. 30.10. 1915 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 2000 in Wien/ Österreich

Nach Abschluß des Akademischen Gymnasiums studiert die Tochter einer Konzertsängerin und eines Bankeamten ab 1934 Botanik und Zoologie an der Universität ihrer Heimatstadt Wien, kann das Studium 1938 jedoch aufgrund der nun auch in Österreich geltenden nationalsozialistischen Rassegesetze nicht beenden, trotz bereits fertig gestellter Dissertation. Noch im Oktober desselben Jahres  entschließt sich die jüdische Wissenschaftlerin zur Emigration und gelangt über die Fluchtstationen Italien und Shanghai schließlich auf die Philippinen, wo sie eine Anstellung  als Graduate Assistant am Botany Department der University of the Philippines in Manila erhält. Daneben widmet sie sich dem Studium der  tropischen Botanik, Sprachen und philippinische Geschichte, erwirbt 1940 den Bachelors Degree of Liberal Arts und heiratet den ebenfalls aus Wien emigrierten Rechtsanwalt Hans Steiner, mit dem sie drei Töchter haben wird.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist Mona Lisa Steiner auch als Sängerin äußerst erfolgreich und erhält Engagements an der Metropolitan Opera in Manila. Im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Bombardement von Pearl Habour, wird die philippinische Metropole von japanischen Truppen angegriffen und besetzt. Mit der Schließung der Universität verliert die Botanikerin auch ihre Arbeitsstelle. Steiners  Sammlung über die philippinische Pflanzenwelt, darunter Aquarelle, die sie mangels fotografischer Möglichkeiten angefertigt hat, sowie sämtliche Manuskripte verbrennen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gründet Mona Lisa Steiner eine Pflanzenzucht für den Verkauf und Export einheimischer Pflanzen und schließt 1954 an der Universität Wien ihr Botanik-Studium mit der 1938 nicht mehr eingereichten Dissertation ab.  Die Erforschung der Flora ihrer Exilheimat Philippinen und des pazifischen Raumen sowie ihrer Erfassung mittels umgangssprachlicher und lokaler Bezeichnungen stehen fortan im  Fokus von Steiners wissenschaftlichen Arbeit. Neben der Gründung botanischer Vereinigungen auf den Philippinen verfasst sie mit Philippine Orchids 1952 ein botanisches Standardwerk und schreibt sowohl  zahlreiche Fachartikel wie auch populäre Kolumnen in philippinischen Zeitungen.

1965 kehrt die renommierte Botanikerin mit ihrer Familie zurück nach Wien, kann sich in ihrem Beruf allerdings nicht mehr etablieren und widmet sich fortan der Entwicklung einer, vom japanischen Ikebana beeinflußten, speziellen Technik des Blumenarrangements (Blumenstecken, Wiener Schule).

Ihrer Initiative ist 1999 die Installation der Foodplants Database zu verdanken, mit der an der Universität für Bodenkultur Wien seitdem die weltweit größte internationale Datenbank für Nutz- und Kulturpflanzen entsteht.

Im Alter von 85 Jahren stirbt die Trägerin zahlreicher nationaler wie internationaler Ehrungen und Auszeichnungen im Jahre 2000 in ihrer österreichischen Geburtsstadt.

Quellen:

Links (deutsch):

International:

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