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Blum, Klara

H.A.M. 0

Klara Blum (Dshu Bai-lan)
Journalistin und Schriftstellerin


Geb. 27.11.1904 in Czernowitz/ Bukowina
Gest. 4.5.1971 in Kanton/ China


Die Tochter aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus arbeitet nach dem Abitur zunächst als Hauslehrerin, beginnt jedoch bald darauf ein Psychologie-Studium an der Universität Wien. Bereits zu dieser Zeit erscheinen erste Gedichte von ihr in jüdischen Zeitungen sowie Beiträge in der Parteizeitung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, der sie seit 1933 angehört.


Klara Blum bricht mit ihrer konservativ-bürgerlichen Familie, verlässt die SPÖ, wendet sich der Kommunistischen Partei zu und bleibt nach einer Rundreise durch die Sowjetunion (die sie als zweiten Preis bei einem literarischen Wettbewerb gewonnen hat) 1934 in Moskau, wo sie als Lehrerin, Redakteurin, Übersetzerin und Propagandistin arbeitet. Hier schreibt sie Essays, Literaturkritiken, und hier erscheinen auch ihre ersten Gedichtbände. Vom Sowjetischen Schriftstellerverband wird Klara Blum mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.


Bei der Internationalen Arbeiterhilfe in Moskau lernt die deutsche Jüdin im November 1937 – inmitten der stalinistischen Säuberungswellen – den chinesischen Kommunisten Zhu Xianchen kennen und lieben. Nach nur vier Monaten verschwindet Zhu Xianchen allerdings spurlos und Klara Blum vermutet ihn an der Seite Mao Tse Tungs in China. Sofort nach Kriegsende verlässt sie die Sowjetunion, um nach ihrem Freund zu suchen und erreicht schließlich unter größten Strapazen 1947 die chinesische Hafenstadt Shanghai, wo sie in der Folgezeit als Deutschlehrerin und Bibliothekarin tätig ist. 1952 erhält sie eine Professur an der Fudan-Universität und wechselt an die Hochschule Nanjing. 1954 wird Klara Blum chinesische Staatsbürgerin und lehrt ab 1956 an der Universität Kanton. Ab 1963 schreibt sie für diverse Zeitungen und Zeitschriften und nimmt in den späten sechziger Jahren an der chinesischen Kulturrevolution teil.


Bis an ihr Lebensende hofft sie, wider besseres Wissen, auf ein Wiedersehen mit Zhu Xianchen, der, wie sich nach Kriegsende herausstellt, bereits Jahre zuvor den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen ist. Mit dem halbautobiografischen Roman „Der Hirte und die Weberin“ setzt Klara Blum ihrer großen Liebe 1951 ein literarisches Denkmal.


Quelle:

Renate Wall: Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945, Haland & Wirth/ Psychosozial-Verlag 2004,
ISBN 3-89806-229-5, S. 45ff.

Literatur:

Zhidong Yang (Hrsg.):
Klara Blum
Kommentierte Auswahledition
Verlag/Jahr: BÖHLAU 2001
ISBN: 3-205-99152-4


Links (deutsch):

http://www.literaturepochen.at/exil/a5336.html

http://www.iudicium.de/katalog/908-7.htm

http://www.dla-marbach.de/kallias/hyperkuss/b-53.html

http://www.boehlau.at/main/book.jsp?bookID=3-205-99152-4

http://de.wikipedia.org/wiki/Klara_Blum

http://www.literaturepochen.at/exil/a5336.html

http://www.ruhr-uni-bochum.de/traum/Traum(a)%20Texte%20fertig/Hoffmann-Blum-fertig.pdf

 

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