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Machnowski, Jan

H.A.M. 0

Jan Machnowski (auch Jan Janusz Gasior-Machnowski)
Architekt, Maler und Bildhauer

Geb. 8. 11. 1913 im Kreis Krosno/ Österreich-Ungarn
Gest. 1993 in Caracas/ Venezuela


Nachdem er 1932 die Schule in Krosno abgeschlossen hatte, nahm er zunächst ein Studium der Architektur an der Polytechnischen Hochschule in Lwów auf. Anschließend studierte er bis 1938 bei Felicjan Kowarski Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Nach seinem Studienabschluss 1938 besuchte Machnowski die Kadettenschule in Modlin. In Krakau setzte er seine künstlerische Ausbildung in Bildhauerei bei Xawery Dunikowski und in Holzschnitt bei Leon Wyczólkowski fort. Er unternahm auch eine Studienreise nach Paris.


Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Jan Machnowski eingezogen und kämpfte im September 1939 an der Front. Im Jahre 1940 versuchte er zusammen mit seinem Freund, Zbigniew Marfiak, nach Frankreich zu gelangen und sich den im Exil formierenden polnischen Truppen anzuschließen. Beide gerieten in Kriegsgefangenschaft und wurden in den Gestapo-Gefängnissen von Nowy Targ und Tarnów inhaftiert. Am 14. Juni 1940 wurde er mit dem ersten Transport polnischer Häftlinge in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt.


Im Konzentrationslager Auschwitz arbeitete Jan Machnowski zunächst in der Schlosserei als Graveur. Später malte er auf Befehl Genre-Bilder und Porträts. In der Bildhauerei arbeitete Jan Machnowski mit seinem ehemaligen Professor Xawery Dunikowski an Modellen des Konzentrationslagers Auschwitz. Für Vermessungsarbeiten im Umkreis des Konzentrationslagers erhielt er vom Lagerkommandanten Rudolf Höß die Erlaubnis, das Lagergelände zu verlassen. Jan Machnowski nutzte die Gelegenheit für Kontakte zu Zivilisten der umgebenen Dörfer. Als die Widerstandsgruppe entdeckt wurde, war Jan Machnowski einer der wenigen, die den Massenarresten und Exekutionen entgehen konnten.


Nachdem Jan Machnowski vom 3. Dezember 1943 bis zum 19. Oktober 1944 in der Bekleidungswerkstätte-Lederfabrik als Hauptmagaziner gearbeitet hatte, wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Dort arbeitete er bis zum 2. April 1945 in den Heinkel-Flugzeugfabriken und es gelang ihm, vom Evakuierungstransport zu fliehen. Danach ging Jan Machnowski nach Paris und pflegte Kontakte zu anderen Künstlern.


Im Jahre 1946 wanderte Jan Machnowski nach Venezuela aus und ließ sich in Caracas nieder. Dort war er ab 1949 als projektführender Architekt an der Stadterneuerung von Caracas beteiligt und gestaltete z.B. die Modelle für das Simon Bolivar-Zentrum.
Von 1966 an widmete Jan Machnowski sich ausschließlich der Malerei. Seine postimpressionistischen Gemälde der Landschaft von Caracas, seine Blumengemälde und Porträts machten ihn zu einem berühmten Maler in Lateinamerika. Er erhielt die Auszeichnung Paletia di Oro. Seine Bilder wurden in Venezuela wie auch in den USA, Polen, England, Deutschland, Frankreich und Argentinien ausgestellt.


Quelle:

Kunst in Auschwitz 1940-1945
Begleitbuch zu der Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück/ Felix-Nussbaum-Haus und dem Muzeum Tradycij Niepodleglosciowych w Lodzi

Sztuka w Auschwitz 1940-1945
Publikacja towarzyzsaca wystawie prezentowanej w Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, w Kulturgeschichtlichem Museum Osnabrück/ Felix-Nussbaum-Haus i w Muzeum Tradycji Niepodleglosciowych w Lodzi

Herausgegeben von der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und vom Museumspädagogischen Dienst Berlin
Herausgeber: Jochen Boberg (MD Berlin) und Herman Simon (Centrum Judaicum)

Publikacja wysana przez Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum i Museumspädagogischen Dienst Berlin
Wydawca: Jochen Boberg (MD Berlin) i Herman Simon (Centrum Judaicum)

Gesamtherstellung/ Druk i oprawa: Rasch Druckerei und Verlag, Bramsche 2005, ISBN 3-89946-051-0 (Broschur) ISBN 3-89946-052-9 (Festeinband)

Hier zitiert: S. 374-375

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