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Schalek, Malva

H.A.M. 0

Malva Schalek
Malerin


Geb.: 1882 in Prag/ Österreich-Ungarn
Gest. 24.3. 1945 im KZ Auschwitz


Das jüngste von vier Kindern aus einer Familie mit jüdisch-böhmischen Wurzeln verbringt die Kindheit in einem hochherrschaftlichen Haus im Zentrum von Prag, in dem sich auch der bereits 1848 im damaligen Jüdischen Ghetto gegründete elterliche Buchladen befindet, einer der bedeutendsten Treffpunkte von Prager Intellektuellen. Malvas Großvater, Joseph Schalek, verheiratet mit Judith Wohl, hatte das Geschäft gleichen Namens übernommen und es später an Malvas Vater Gustav übergeben. Das Musik-Geschäft der Familie und der unter dem Namen Schalek geführte Möbel-Laden werden von Gustavs Bruder beziehungsweise Schwager übernommen.


Sowohl Joseph als auch Gustav Schalek sind politisch eng der Tschechischen National Bewegung verbunden. Der Buchladen wird zum intellektuellen Mittelpunkt für die entsprechenden literarischen und politischen Zirkel – bis zu Gustav plötzlichem Tod 1889. Seine Witwe Balduine führt seine Arbeit zunächst fort und unterhält bis zu ihrer Wiederheirat einen literarischen Salon. Mit ihrem zweiten Ehemann, einem jungen Arzt, übersiedelt sie jedoch dann ins damalige Hohenelbe in Nordböhmen, wo auch Malva und ihre jüngeren Geschwister aufwachsen und ihre Schulausbildung abschließen.


Malva Schalek besucht drei Jahre eine Höhere Töchterschule und anschließend für ein Jahr die Frauenakademie in München. Anschließend geht sie nach Wien. Ihr dort lebender Onkel, Joseph Simon, seines Zeichens Bankier und Schwager von Johann Strauss Jr., überläßt ihr ein Atelier im Theater an der Wien – das ihm gehört – , führt die junge Künstlerin in die Wiener Gesellschaft ein und verschafft ihr so zahlreiche Kontakte. Die Sommermonate verbringt man in Aussig und Leitmeritz wie auch in Bad Ischl, wo Malvas Onkel und Johann Strauss Jr. ein gemeinsames Haus besitzen.


Malva Schalek macht sich sehr bald als Malerin in Wien und Prag einen Namen. Ihre Spezialität sind Porträts von Jüdischen Familien der Oberen Mittelschicht und von bekannten Künstlern, wie z.B. Max Pallenberg. Daneben malt sie Innenräume, wie beispielsweise das Boudoir von Katherina Schratt, der Geliebten von Kaiser Franz Joseph.

Im März 1938, nach dem sogenannten Anschluß Österreichs an Hitler-Deutschland, flieht Malva Schalek mit ihrer bereits betagten Tante Emma Richter, der Mutter des von den Nazis ermordeten Sozialistenführers Oswald Richter, ins tschechische Leitmeritz, wo ihr Bruder Rober als Richter tätig ist. Nach der Einnahme des Sudentenlandes wird sie zuerst nach Prag vetrieben und 1942 von dort schließlich ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.


Auch im Lager setzt die mittlerweile von Krankheit gezeichnet Künstlerin ihr malerisches Schaffen fort und bringt mit Wasserfarben und Kohle heimlich Alltagsszenen des Lebens in Theresienstadt zu Papier. Es gelingt, ihre Bilder bis zur Befreiung des Lagers am 8. Mai 1945, zu verstecken. Die Malerin selber wird jedoch – nachdem sich im Mai 1944 geweigert hat, einen Kollaborateur zu malen -, umgehend ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie noch kurz vor Kriegsende ums Leben kommt.


Links (deutsch):

http://www.compactmemory.de/library/seiten.aspx?context=pages&ID_0=7&ID_1=173&ID_2=6194&ID_3=15343&


International:

http://www.lrz-muenchen.de/~catherine.stodolsky/malva/malva.html

http://www.lrz-muenchen.de/~catherine.stodolsky/malva/vienna/vienna.html

http://art.holocaust-education.net/explore.asp?langid=4&submenu=200&id=17

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