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Kishon, Ephraim

H.A.M. 0

Ephraim Kishon (eigtl. Ferenc Hoffmann)
Schriftsteller und Satiriker


Geb. 23.8.1924 in Budapest/ Ungarn
Gest. 29.1.2005 in Appenzell/ Schweiz


„Ich bin kein Schriftsteller. Ich bin ein Humorist. Erst wenn man stirbt, wird man ein Schriftsteller“

(Ephraim Kishon)


Ephraim Kishon gilt als einer der berühmtesten Schriftsteller Israels, obwohl er dort längst nicht so geschätzt wurde wie im Ausland. Seine Sicht auf Picasso und die moderne Kunst erschien zuerst auf Deutsch und erst Jahre später, kurz vor seinem überraschenden Tod infolge von Herzschlag, auch in seiner Heimat auf Hebräisch. Die dortige Bürokratie dürfte der Auslöser gewesen sein, warum er zum erfolgreichste Satiriker der Gegenwart wurde: Bei der Einreise auf der Flucht vor den Nazis und ihrer Verbündeten erklärte der Einwanderungsbeamte kurzerhand, einen Vornamen Ferenc gäbe es nicht, ebenso wenig einen Nachnamen Hoffmann und verpasste ihm eine neue Identität, mit der er eine weltweite Buchauflage von 43 Millionen schaffte – von selbstironischem Humor geprägte Erzählungen.


Die Werke von Kishon wurden in 37 Sprachen übersetzt. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet sein deutscher Übersetzer hat ihn kongenial in unsere Sprache übertragen und damit wesentlich zu seiner Popularität in der Bundesrepublik, der Schweiz und in Österreich beigetragen. In seinen insgesamt 50 Büchern verarbeitete der Holocaust-Überlebende mit schwarzem Humor seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus. Die Nazis, so schrieb Kishon, hätten „einen Fehler gemacht, einen Humoristen am Leben zu lassen“.


Sein schriftstellerisches Talent hatte sich schon sehr früh gezeigt. Bereits als 16jähriger Schüler errang Ferenc Hoffmann in einem landesweiten ungarischen Literaturwettbewerb den ersten Preis. Doch die ungarischen Faschisten lieferten ihn mit anderen Juden den deutschen Nazis ans Messer und ließen ihn ins polnische Vernichtungslager Sobibor deportieren. Aber der junge Ferenz konnte fliehen und sich nach Palästina durchschlagen. Dort jedoch ließ er nicht sein Schreibtalent ausbilden, sondern besuchte die Kunstakademie und machte zum Abschluss ein Diplom als Bildhauer. Seine vielfältigen Talente stellte er auch auf anderen Gebieten unter Beweis: Kishon wurde einmal Billard-Weltmeister und entwickelte ein Schachprogramm, das den Spieler hänselt. Damit aber blieb er sich ja treu, denn das Aufspießen von menschlichen Schwächen war der Grundtenor seiner Schriftstellertätigkeit.


Sein erster Roman – Der Fuchs im Hühnerstall – erschien 1955. Vier Jahre später gelang ihm internationale Anerkennung, als die New York Times 1959 sein Buch Drehn Sie sich um, Frau Lot zum Buch des Monats wählte. Danach folgten Schlag auf Schlag weitere erfolgreiche Bücher, Theaterstücke und auch Filme. 1964 und 1972 wurde er für den Oscar nominiert.


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