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Isolani, Gertrud

H.A.M. 0

Gertrud Isolani (Pseud.: GerTrud)
Journalistin, Sprecherin, Schriftstellerin und Autorin


Geb. 7.2. 1899 in Dresden
Gest. 19.1. 1988 in Riehen (b.Basel)/ Schweiz


Die Tochter des Journalisten, Schriftstellers und renommierten Theaterkritikers Eugen Isaacsohn – der sich wegen des aufkommenden Antisemitismus Isolani nennt – tritt nach Abschluß des Realgymnasiums schon mit siebzehn in die Fußstapfen ihres Vaters und arbeitet für diverse Zeitungen der Verlage Ullstein, Scherl und Mosse. In Berlin erdient sich als Radiosprecherin, Erzählerin, Feuilletonistin und Essayistin ihren Lebensunterhalt, schreibt Bühnenstücke und Hörspiele und veröffentlicht, kaum neunzehn Jahre alt, mit einer Biografie über Christian Morgenstern ihr erstes Buch.


Von den Nationalsozialisten als Asphaltliteratin und Jüdische Kulturbolschewistin verunglimpft, emigriert die 34Jährige mit Mann und Tochter nach Frankreich, wo sie für das Pariser Tageblatt und diverse andere französische Zeitungen schreibt, in denen auch ihre Novellen und Kurzgeschichten veröffentlicht werden. Als Korrespondentin arbeitet sie außerdem für mehrere Schweizer Zeitungen und französische Rundfunksender.


Zusammen mit ihrer Tochter wird Gertrud Isolani 1940 im Vélodrome d’Hiver in Paris interniert und kommt von dort ins Frauenlager Gurs in den Pyrenäen. Bevor auch sie, wie unzählige andere Häftlinge, in ein osteuropäisches Konzentrationslager deportiert werden kann, gelingt ihr die Flucht. Von 1940 bis 1942 überlebt sie mit ihrer Familie im französischen Untergrund. Zwei Versuche, in die Schweiz zu gelangen, scheitern, ehe sie es im November 1942 endlich schafft – und auch hier über ein Jahr in einem Flüchtlingslager interniert wird.

Isolanis erste Aufzeichnungen über ihre Lagerzeit erscheinen in diversen Schweizer Zeitungen und werden zur Grundlage für ihren 1945 veröffentlichten Roman Stadt ohne Männer, der später in sieben Sprachen übersetzt wird.


Nach dem Krieg nimmt sie ihre journalistische Tätigkeit wieder auf und veröffentlicht mehrere Romane und Erzählungen, darunter Der Donor (1949), Nacht aller Nächte (1956) und Der Jünger des Rabbi Jochanan ( 1968).

Ihren Lebensabend verbringt Gertrud Isolani im Heim La Charmille in Riehen.


Quelle:

Renate Wall, Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945, Haland & Wirth/ Psychosozial-Verlag 2004, ISBN 3-89806-229-5, S. 165-167


Literatur:

Gertrud Isolani: Kein Blatt vor dem Mund
Briefe – Gespräche – Begegnungen
1. Teil der Memoiren;
Berlin, Frankfurt, Schweiz
Basilea-Verlag, Basel 1985


Links (deutsch):

http://www.ub.unibas.ch/spez/bla/bla_isolani_gertrud.htm

http://www3.stzh.ch/strauhof/heimatlos/pressemappe_exil/zitate.pdf

http://www.afz.ethz.ch/handbuch/bestaend/institutionenVJSFArchiv.htm

http://de.isbn.pl/A-isolani-gertrud

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0518/kultur/0011

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