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Zadkine , Ossip

H.A.M. 0

Ossip Zadkine

Bildhauer, Maler, Zeichner und Grafiker

Geb. 14.07. 1890 in Vitebsk/ Russ. Reich

Gest. 25.11. 1967 in Paris/ Frankreich


Den erst Fünfzehnjährigen schicken seine Eltern ins Herkunftsland der Familie mütterlicherseits, nach Sunderland im Norden der Britischen Insel. Hier studiert er Englisch und nimmt Unterricht an der örtlichen Kunstschule. Ohne Erlaubnis von Zuhause geht er wenig später dann aber seinen sehr eigenen Weg, und der führt ihn nach London ans ‘Regent Street Polytechnicum‘. Den Lebensunterhalt verdient er sich in dieser Zeit bei einem Steinmetz, seine geistige Nahrung erhält Zadkine von zahlreichen Besuchen im Britischen Museum, wo er auch und vor allem die klassischen Skulpturen studiert. Er kehrt vorübergehend in seine Geburtsheimat zurück, arbeitet an ersten Skulpturen und geht anschließend wieder nach London.


1910 übersiedelt Ossip Zadkine nach Paris, studiert an der ‘École Nationale des Beaux Arts‘ und präsentiert bereits im darauffolgenden Jahr erste Statuen und Zeichnungen im jährlichen ‘Herbstsalon‘ und im ‘Salon der Unabhängigen‘. Er findet unweit von Montparnasse in der Rue de Vaugirard, einen kleinen Arbeitsraum, studiert römische Skulpturen und schließt Bekanntschaft mit Künstlern wie Brancusi, Guillaume Apollinaire, Jacques Lipchitz, Pablo Picasso, Antoine Bourdelle, Leopold Survage, Robert Delaunay und Henri Matisse, der ihn in seinem eigenen Atelier besucht. 1914 schließt sich Zadkine (der sich bis dahin und sehr englisch ‘Joe‘ genannt hat), nun  der neuen kubistischen Bewegung an und entwickelt danach seinen eigenen, stark am Primitivismus orientierten, Stil. Es folgen mehrere Ausstellungen, unter anderem in Berlin, Amsterdam und London und die beginnende Freundschaft mit Modigliani.


Zu dieser Zeit befindet sich Europa bereits im Krieg. Aus bildenden Künstlern werden an allen Fronten Soldaten, und zum Zeitzeugen des Grauens in den Schützengräben wird ein {ln:Ernst, Max ‚Max Ernst} ebenso wie {ln:Klee, Paul ‚Paul Klee}, {ln:Kokoschka, Oskar ‚Oskar Kokoschka}, {ln:Beckmann, Max ‚Max Beckmann}, {ln:Dix, Otto ‚Otto Dix} und {ln:Léger, Fernand ‚Fernand Léger}. August Macke und Franz Marc fallen an der Westfront. “Der Weißrusse Ossip Zadkine ist einer Ambulanz der französischen Armee an der Westfront zugeteilt. Dort erlebt er den Schrecken des Stellungskrieges, des Giftgases, des Artilleriefeuers. Ende 1916 erleidet er selbst eine Gasvergiftung. Er überlebt den Krieg und verarbeitet seine Erlebnisse in einer Reihe von Zeichnungen.“ (Hier zitiert aus: {ln:nw:http://www.dw.de/overlay_media/der-erste-weltkrieg-und-die-kunst/g-17213433})


Kaum zwei Jahrzehnte später folgt mit dem durch die Nazis entfachten Zweiten Weltkrieg das nächste Grauen und ein Genozid, dem Millionen von europäischen Juden durch die Nazis zum Opfer fallen werden. Den wenigsten gelingt die rettende Flucht ins Exil. Der weißrussische Maler und Bildhauer gehört zu ihnen und kann noch 1941, in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und aus dem mittlerweile besetzten Frankreich, in die Vereinigten Staaten von Amerika fliehen, wo er wenig später einen Lehrauftrag an der ‘Art Students League of New York‘ erhält. Während seiner New Yorker Zeit wird Zadkine auch immer wieder in seinem Studio von dem ebenfalls vor den Nazis emigrierten Fotografen {ln:Landshoff, Hermann ‚Hermann Landshoff} besucht, der den Bildhauer bei der Arbeit und inmitten seiner Plastiken porträtiert.


Nach Kriegsende kehrt der Exilant in seine Wahlheimat Frankreich zurück. Hier entsteht Anfang der 50er Jahre auch Zadkins wohl berühmtestes Werk, die Skulptur “De verwoeste Stad“ (“Die verwüstete Stadt“), eine Bronzeplastik, die an die mutwillige Zerstörung Rotterdams durch die deutsche Luftwaffe 1940 erinnern soll (ähnlich wie das berühmte Picasso-Gemälde “Guernica“ aus dem Jahr 1937, entstanden als Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt während des Spanischen Bürgerkrieges durch den Luftangriff der auf Seiten der Franco-Truppen kämpfenden deutschen Legion Condor).


1959 nimmt Zadkine an der documenta II in Kassel teil. 1960 wird er als einer der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Plastik in Paris mit dem ‘Grand prix national des arts‘ ausgezeichnet.


Im Alter von 77 Jahren stirbt Ossip Zadine in der französischen Hauptstadt und wird auf dem Pariser ‘Cimetière du Montparnasse‘ beigesetzt. Sein künstlerischer Nachlass wird von seiner Witwe der Stadt Paris  vermacht. Aus Zadkines Wohnhaus und Atelier, eingebettet in einen Garten an der Rue d’Assas im 6. Pariser Arrondissement, wo der Künstler mehr als vier Jahrzehnte gearbeitet hat, wird 1982 ein dem vielfältigen Schaffen des Bildhauers, Malers und Zeichners gewidmetes städtisches Museum.


Quellen:

{ln:nw:http://www.zadkine.com/life/biography }

{ln:nw:http://de.wikipedia.org/wiki/Ossip_Zadkine }

{ln:nw:http://www.dw.de/overlay_media/der-erste-weltkrieg-und-die-kunst/g-17213433 }

{ln:nw:http://de.visitparisregion.com/events-paris/ausstellungen/das-zadkine-museum-in-einem-neuen-kleid-305314.html }

{ln:nw:http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Landshoff }

{ln:nw:http://www.nrw-skulptur.de/?tx_nrwskulpturwerke_showwerke[werk]=133&tx_nrwskulpturwerke_showwerke[action]=show&tx_nrwskulpturwerke_showwerke[controller]=Werk&cHash=7074c128e6d6a2c794dc14910889e7cf ‚ http://www.nrw-skulptur.de}


Links (deutsch):

{ln:nw:https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118636057 }

{ln:nw:http://de.zadkine.com/ }

{ln:nw:http://documentaarchiv-alephino.stadt-kassel.de/alipac/ODDTKDSHSATSKKTFXCBH-00001/sysfull?BASE=B-ART&IDN=000006598 }

{ln:nw:https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/kunst-und-kultur.html }

{ln:nw:http://www.paris360.de/urlaub-reisen/sehenswuerdigkeiten/zadkine-museum }


International:

{ln:nw:http://fr.wikipedia.org/wiki/Mus%C3%A9e_Zadkine }

{ln:nw:http://www.zadkine.paris.fr/ }

volume_up{ln:nw:http://musees.lot.fr/index.php/musee-zadkine }

{ln:nw:http://www.mchampetier.com/Ossip-Zadkine-127-fr.html }

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