Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Caro, Herbert Moritz

H.A.M. 0

Herbert Moritz Caro

Rechtsanwalt, Übersetzer und Tischtennisspieler

 

Geb. 16.10. 1906 in Berlin

Gest. 23.03.1991 in Porto Alegre/ Brasilien


Seine Profession ist die des Rechtsanwaltes. Seine Leidenschaft aber gilt dem Tischtennis-Sport. Zwischen 1928 und 1932 wird der Angriffsspieler mit gleich starker Vorder- wie Rückhand insgesamt sechzehn Mal zu Länderspielen berufen und nimmt an fünf Weltmeisterschaften teil. Beim  Deutschen Tischtennisbund (DTTB) mit Sitz in Berlin übernimmt Herbert Caro von 1931 bis 1933 das Amt des Sportwarts. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten jedoch ändert sich das Leben des Herbert Moritz Caro radikal: Dem Assessor und Rechtsanwalt am Landesgericht in Berlin wird 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten die Zulassung entzogen und Berufsverbot erteilt. Auch sämtliche Sportverbände werden zur „Arisierung“ aufgefordert. Aus Solidarität mit Herbert Caro und dem Schatzmeister des Vereins, Fritz Zinn, wollen alle Mitglieder des DTTB-Vorstandes zurücktreten, doch Caro kommt diesem Entschluss zuvor und legt von sich aus seinen Posten nieder.


Im selben Jahr noch emigriert er nach Frankreich und beginnt an der Universität von Dijon ein Romanistik-Studium. Seinen Lebensunterhalt bestreitet der studierte Jurist derweil mit Deutsch- und Tennisunterricht. Er schliesst sich dem ‚Club Dijon‘ an und spielt in Avignon noch in einem Turnier, u. a. gegen Alex Ehrlich. Danach beendet Herbert Caro seine aktive Sportler-Laufbahn.


Mit zunehmender Verschlechterung der Situation für deutsche Flüchtlinge in Frankreich kehrt er vorübergehend nach Deutschland zurück und bereitet mit seiner aus Polen stammenden Frau Nina Zabludowski die gemeinsame Auswanderung nach Brasilien  vor. Im Mai 1935 kommen die Eheleute in Porto Alegre an. Zusammen mit anderen Flüchtlingen, unter ihnen der Opern-Librettist Fritz Oliven, gründen die Caros den jüdischen Hilfsverein ‚Sociedade Israelita do Brasil‘ (dt.: ‚Israelitische Gemeinde Brasiliens‘). Nicht zuletzt durch Unterstützung dieses Vereins gelingt es, zahlreiche in Europa bedrohten Familienangehörige ins rettende Brasilien zu bringen.


Herbert Caro gilt als der wohl bekannteste Übersetzer für deutsche Literatur in Brasilien. Zehn Jahre arbeitet er in Porto Alegre im Verlag ‚Globo‘ als Übersetzer und Lektor und überträgt u.a. Thomas Mann, Emil Ludwig, Oskar von Wertheimer, Hermann Hesse und Elias Canetti ins Portugiesische, schreibt regelmäßig für die Zeitung ‚O Correio do Povo‘, hält Vorträge über deutschsprachige Autoren im Deutsch-Brasilianischen Kulturinstitut von Porto Alegre, verfasst Essays über Kunst und Literatur für brasilianische Zeitungen und Zeitschriften sowie die Lexika ‚Portugiesisch-Deutsch‘ und ‚Portugiesisch-Lateinisch‘. Eine Sammlung seiner Essays mit dem Titel ‚Balcão de Livraria‘ (‚Büchertisch‘) wird 1960 vom brasilianischen Bildungsministerium herausgebracht.


Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Caro


International:

http://www.ufrgs.br/setordealemao/revista/revista.anteriores/Vol2_05.2007/22%20Moacyr.pdf

http://www.ufrgs.br/setordealemao/revista/revista.anteriores/Vol2_05.2007/29%20Depoimentos.pdf

http://www.chagall.org.br/verexpo.php?idtitulo=d4ba6159f793834131fb030c0280dcf1

http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/25023

http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/25022

http://www.germanistik-im-netz.de/gindok/frontdoor?source_opus=25030&la=de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.