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Waldinger, Ernst

H.A.M. 0

Ernst Waldinger
Lyriker und Essayist

Geb. 16.10.1886 in Wien/Östereich-Ungarn
Gest. 01.02.1970 in New York/USA


Ernst Waldinger wurde als Sohn von Salomon (Shlomo) und Anna (Channah), geb. Spinath im Wiener Arbeiterviertel Ottakring geboren. Nach einer schweren Verwundung im Ersten Weltkrieg studierte er Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien, wo er 1921 zum Dr. phil. promovierte. In den folgenden Jahren arbeitete er im Verlag „Allgemeiner Tarifanzeiger“, der Alexander Freud, dem Bruder Sigmund Freuds , gehörte und wurde 1935 Mitherausgeber der Zeitschrift „Das kleine Lesebuch“, in dem auch Autoren publizierten, die aus Nazi-Deutschland nach Österreich geflüchtet waren. Bereits seit seinem 16. Lebensjahr schrieb Ernst Waldinger Gedichte. Erste Veröffentlichungen erschienen in den Prager Zeitungen „Bohemia“ und „Prager Tageblatt“. Ab 1929 wurden zahlreiche Gedichte in der Wiener „Arbeiter-Zeitung“ veröffentlicht. Waldinger übersetzte auch Lyrik aus den USA, Ungarn und Frankreich.


1923 hatte er die in New York geborene Beatrice Winternitz geheiratet, eine Nichte Sigmund Freuds. Durch ihre amerikanische Staatsbürgerschaft gelang der Familie nach dem „Anschluss“ 1938 die Emigration in die USA, wo er als Bibliothekar und im amerikanischen Kriegsministerium tätig war. 1944 war er Mitbegründer des Aurora-Verlags in New York. In der kurzen Zeit seines Wirkens erschienen 12 Bände, darunter Waldingers Band „Die kühlen Bauernstuben“, 1947 in New York und in einer Lizenzausgabe in Wien, der zu seinen erfolgreichsten Büchern zählt. Von 1947 bis 1965 lehrte Ernst Waldinger deutsche Sprache und Literatur am Skidmore College in Saratoga Springs.


Zwischen 1958 und 1970 reiste er dreimal nach Österreich. Eine Rückkehr in sein Heimatland vermied er jedoch, da seine Schwiegermutter, eine Schwester Sigmund Freuds , im KZ ermordet wurde. Während seiner dritten Österreichreise erlitt er einen Schlaganfall; infolge der Anstrengung und Aufregung erlag seine Frau einem Herzinfarkt, während er nach New York zurückgebracht wurde. Dort blieb er, gelähmt, u.a. von seinem Bruder Alfred betreut, bis zu seinem Tod in Spitalspflege.


Zusammengestellt von:

Hans Joachim Schneider


Quelle:

http://www.literaturhaus.at

http://www.onb.ac.at

http://de.wikipedia.org

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