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Eliasberg, Wladimir Gottlieb

H.A.M. 0

Wladimir Gottlieb Eliasberg
Neurologe und Psychiater

Geb. 10.12.1887 in Wiesbaden
Gest. 22.6.1969 in New York/ USA


1889 zieht die Familie nach Riga um, 1896 dann nach Berlin. In den Jahren 1906-10 studiert Eliasberg dort Medizin, Mathematik und Philosophie und setzt 1911 setzte die Studien in Heidelberg fort, wo er unter anderem Kontakt zu seinem Kommilitonen Arthur Kronfeld knüpfen kann, der – als Nervenarzt ein zeitweiliger Mitarbeiter des Sexualforschers Magnus Hirschfeld – in der Zwischenkriegszeit einer der bedeutendsten Vertreter seines Faches wird.

In seiner Heidelberger Zeit lernt Eliasberg auch die späteren Nobelpreisträger Otto Warburg und Otto Meyerhof kennen. In diesem Kreis findet eine intensive Auseinandersetzung über die Theorien Sigmund Freuds statt. Nach seiner Approbation 1913 arbeitet Eliasberg als Schiffsarzt im Fernen Osten.


1914, im Jahre seiner Eheschliessung, meldet er sich freiwillig zum Kriegsdienst.Von 1919-1924 arbeitet Eliasberg unter dem später im englischen Exil verstorbenen Arzt Max Isserlin in München am August-Heckscher-Hospital für hirnverletzte Soldaten, promoviert 1924 zum Dr. phil. und eröffnet eine Nervenarztpraxis in München. Ab 1928 fungierte er als Begründer und Mitherausgeber der „Allgemeinen Ärztlichen Zeitschrift für Psychotherapie und psychische Hygiene“. Im selben Jahr wird Eliasberg leitender Arzt einer Privatklinik für Sprachstörungen, Heilpädagogik und Übungsbehandlung in München-Thalkirchen.

Bereits 1933 flieht er nach Wien, wo er an der Handelsakademie als Professor über die Psychologie der Propaganda tätig ist. 1937 erhält Eliasberg in Prag eine Gastprofessur an der Akademie der politischen Wissenschaften. Nach dem „Anschluß“ Österreichs 1938 emigriert Wladimir Gottlieb Eliasberg mit seiner Frau und den zwei jüngsten Töchtern nach den USA, wo seine Schwester Helene bereits seit 1933 als Kinderärztin arbeitet


In den Vereinigten Staaten gelingt es Eliasberg rasch, sich in seinem Fachgebiet zu etablieren und gründet 1940 in New York die „Association for the Advancement of Psychotherapy“, deren Vorsitz er bis 1943 führt. Von 1941-44 arbeitet er als Psychiater am Mount Sinai Hospital in New Yok tätig, eröffnet anschliessend eine Praxis als Psychiater, Neurologe und Psychotherapeut, ist in zahlreichen ärztlichen Organisationen tätig, leitet von 1957-1964 als Präsident die „American Association of Psychoanalytic Physicians“ und gibt verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften heraus.


Bereits kurz nach Kriegsende kommt Wladimir Gottlieb Eliasberg zu Gastvorträgen bei den Lindauer Psychotherapiewochen wieder nach Deutschland. Einer Einladung zum 7. Kongreß für Psychiatrie in seine Geburtsstadt Wiesbaden kann er 1967 aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht mehr folgen und stirbt im Juni 1969 in New York an den Folgen eines Herzinfarktes.

Wladimir Gottlieb Eliasberg hinterläßt ein umfangreiches wissen-schaftliches Werk, das sich vor allem der Psychologie, Psycho-therapie, Forensik, Arbeitspathologie und Psychotechnik sowie auf neurologischem Gebiet den Aphasien (Störungen des Sprachverständnisses und der Sprachfähigkeit, deren Ursachen in Hirnschädigungen liegen) widmet. Seinen Nachlaß vermacht seine zweite Frau Esther Talbot der Sam Houston State University in Huntsville, Texas.


Quelle:

Uwe Zeller: „Auf den Spuren von Wladimir Gottlieb Eliasberg – Umrisse der Biographie eines bedeutenden deutsch-jüdischen Arztes“, in: AUFBAU – February 6, 2003

 

 

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