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Sultan, Grete

H.A.M. 0

Grete Sultan
Pianistin und Klavierpädagogin


Geb. 21.6. 1906 in Berlin
Gest. 26.6. 2005 in New York/ USA


Die Pianistin Grete Sultan engagiert sich bereits früh für die Aufführung zeitgenössischer Komponisten. Und zeitgenössische Musik ist es auch, die sie zeitlebens begleiten soll, darunter besonders die Werke von John Cage, den sie 1945 kennenlernt und zu mehreren seiner Kompositionen inspirieren wird.


Die jüngste Tochter einer Berliner Industriellen-Familie wächst in der elterlichen Villa am Hubertussee auf, begegnet dort schon sehr früh Künstlern wie Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler, Ferruccio Busoni oder Max Liebermann und studiert später Klavier bei Richard Buhlig, Leonid Kreutzer und Edwin Fischer.


Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhält die Jüdin Grete Sultan öffentliches Auftrittsverbot und darf fortan nur noch bei Konzerten des Jüdischen Kulturbundes spielen. Ihr Bruder Wolfgang nimmt sich – da ihm die Heirat mit einer Nicht-Jüdin verboten ist – 1936 das Leben.

Einen Tag vor seiner Emigration in die Schweiz stirbt Grete Sultans Vater in Berlin. Sie selber kann 1941 über Lissabon in die Vereinigten Staaten emigrieren, wo die fast Mittellose sich zunächst als Klavierlehrerin durchschlägt, sich aber bald einen Namen als Konzertpianistin macht und in New York niederläßt. 1945 lernt sie John Cage kennen durch Vermittlung ihres alten Lehrers Richard Buhlig kennen.


„Der Klang-Anarchist aus Los Angeles trifft auf eine mit Bach und Beethoven großgewordene Pianistin. Doch weil beide auf ihre Art radikale, kompromisslose Musiker sind, gelingt ihnen eine künstlerische Verbindung…Grete Sultan klemmt nun Schrauben und Einweckgummis in ihren Flügel und übt Cages „The Perilous Night“ für präpariertes Klavier. Er schreibt Partituren für sie, zusammen gehen sie in den USA auf Tournee, Grete Sultan wird Teil der New Yorker Szene für Neue Musik. „For Grete, with love“ – eine von Cages Originalpartituren hängt noch an der Wand neben ihrem Bett in dem Appartement in der West Street in New York, das sie inzwischen kaum mehr verlässt. Ihre Augen und Beine sind müde geworden, doch ihr Geist ist hellwach.“

(aus: Margot Litten: Alles aufs Spiel gesetzt – Die Lebenserinnerungen der Pianistin Grete Sultan/
http://real-www.hoerdat.in-berlin.de/wiki/index.php/Alles_aufs_Spiel_gesetzt ).


1956 komponiert Cage für Grete Sultan elf der fünzig Stücke aus seinem Werkzyklus Music for Piano sowie 1974/75 die Etudes Australes.
Für ihre Solo-Konzerte nimmt die Pianistin immer wieder sowohl klassische als auch zeitgenössische Komponisten gleichberechtigt ins Programm. Zu ihren bekanntesten Plattenaufnahmen gehören Beethovens Diabelli-Variationen und Bachs Goldberg-Variationen, die sie bei ihrem letzten Konzert spielt, das sie 1996 – im Alter von 90 Jahren – in New York gibt. Noch bis zu ihrem Tod ist Grete Sultan – die erst in den 1955 zu Konzerten wieder in ihre Geburtsheimat Deutschland zurückkehren wird – als Klavierlehrerin tätig.


Links (deutsch):

http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/06/28/feuilleton/762975.html

http://zeus.zeit.de/text/2002/42/200242_m-grete_sultan_xml

volume_up.gifhttp://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000025RQQ/infoline-21/028-6412113-7427707

http://www.daserste.de/kultur/thema_dyn~id,wgm7tqw6w1vzgi03~cm.asp


International:

http://www.lib.umd.edu/PAL/IPAM/IPAMsultan.html

http://www.classicstoday.com/digest/pdigest.asp?perfidx=25574

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