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Betteln ist eine sehr unangenehme Sache, betteln aber und nichts bekommen ist noch unangenehmer. (Heinrich Heine) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können sie uns mit beim weiteren Aufbau dieses Zentrums! Vielen Dank für Ihre Unterstützung! |
| Lamy, Jacques |
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Jacques
Lamy
Geb. 13.12.1920
in Dombasle-sur-Meurthe "Schreiben im Konzentrationslager war streng verboten und wurde in der Regel mit dem Strang bestraft. Schon das Besorgen von Schreibzeug war fast unmöglich. Mir ist es trotzdem gelungen, und ich schreib im Büro der Fabrik, in der ich arbeitete. Man musste das Manuskript an einem sicheren Ort verstecken..." (Jacques Lamy)Der Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin besucht das altsprachliche Henri-Poincaré-Lyzeum in Nancy erhält bereits während seiner Schulzeit bei einem Literaturwettbewerb französischer Gymnasien für ein Gedicht den Prix Mérimée. Beim Abitur fällt der sprachbegabte Schüler allerdings durch – aufgrund mangelnder Leistungen im Fach Mathematik. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich 1940 schließt sich Lamy der Résistance an und liefert Informationen an die französische Exilregierung in London. Der von der Gestapo Gesuchte geht 1942 zum Pariser Widerstandsnetz Evasion, das versprengten alliierten Fallschirmspringern zur Flucht aus dem besetzten Frankreich – über die Bretagne oder Spanien - verhilft.
Ende
September 1943 wird die Widerstandsgruppe um Jacques Lamy von der Gestapo
verhaftet und gefoltert (ohne allerdings etwas zu verraten). Anschließend
interniert man ihn in einem Lager bei Compiegne in der Nähe von Paris.
Von dort wird er Anfang 1944 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.
Nach schwersten Misshandlungen muß Lamy, der in dieser Zeit auch
mit seinen heimlichen Tagebuchaufzeichnungen beginnt, in der Rüstungsfabrik
Gustloff - wo auch Teile der V1/ V2-Raketen hergestellt werden
– Zwangsarbeit leisten. Die im Lager gebildete Widerstandsgruppe
kann über einen selbstgebastelten Sender Nachrichten nach London
absetzen. Die Fabrik wird daraufhin am 24. August 1944 von britischen
Verbänden aus der Luft bombardiert und zerstört.
Que te dire encore? ces silhouettes? toi, moi, ou d'autres, ne sommes nous pas tout simplement "d'autres" dans un autre monde? Buchenwald 30/12/44 Quelle: Roger Foucher-Créteau "Ecrit à Buchenwald 1944-1945" Boutique de l'Histoire éditions, 2001 Der sprachbegabte und auch des Deutschen mächtige Lamy wird zur Lagerleitung abkommandiert, wo es ihm gelingt, Papier und Tusche zu entwenden und – neben seinen Tagebuchaueintragungen – heimlich mehr als 150 Zeichnungen im Lager anzufertigen, von denen sich heute etliche in der Pariser Nationalbibliothek befinden. Der französische Widerstandskämpfer ist einer von rund fünftausend Häftlingen, die am 8. April 1945 vor den heranrückenden alliierten Truppen zur Vernichtung Richtung Österreich gebracht werden. Die Güterwaggons werden jedoch unterwegs bombardiert, Lamy überlebt als einer der wenigen dieses Buchenwald-Transportes. Am 3. Mai 1945 wird er von den Amerikanern in Salzburg befreit und kehrt Ende des Monats in seine französische Heimat zurück. Im selben Jahr noch schreibt er seinen Roman Das siebte Siegel , für den er später mit dem Prix Liberté ausgezeichnet werden wird.
In
den Jahren 1947 bis 1950 amtiert Jacques Lamy als Bürgermeister von
Bougival und geht von 1956 bis 1960 im Auftrag der französischen
Regierung an die westafrikanische Elfenbeinküste. Der Gaullist und
Europäer, Ritter der Ehrenlegion und Träger zahlreicher
Tapferkeitsauszeichnungen leitet bis 1977 eine Zeitung in Neuilly. Mehrere
Gedichtbände von ihm werden veröffentlicht und in Frankreich
finden zahlreiche Ausstellungen seiner Bilder statt.
Quelle:
Renata
Laqueur: Schreiben im KZ. Tagebücher 1940-1945 Bearbeitet
von Martina Dreisbach und mit einem Geleitwort von Literatur:
Floris
B. Bakels: Verbeelding als Wapen, Tjeenk Willink,
Haarlem, 1947 International: |