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Betteln ist eine sehr unangenehme Sache, betteln aber und nichts bekommen ist noch unangenehmer. (Heinrich Heine) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können sie uns mit beim weiteren Aufbau dieses Zentrums! Vielen Dank für Ihre Unterstützung! |
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"Wer
weiß heute noch, dass Elisabeth
Bergner, Billy
Wilder, Max Reinhardt oder Peter
Lorre vor der Nazidiktatur geflohen waren? Wer später geboren
wird, erinnert sich nicht mehr, er wird erinnert" Hajo Jahn, Journalist, Gründer und Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal |
| Benjamin, Walter |
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Walter Benjamin (Pseudonyme: Ben[e]dix Schönflies, Detlef Holz)
Schriftsteller
Geb.
15.7.1892 in Berlin
"Schwerer
ist es, das Gedächtnis in Port Bou/Spanien)
Walter
Benjamin (Cousin von Günter Anders und Schwager von Hilde Benjamin)
wächst als ältestes von drei Kindern in einer großbürgerlichen
jüdisch-assimilierten Familie auf und besucht von 1902-1905 den gymnasialen
Zweig der Kaiser-Friedrich- Schule in Berlin Charlottenburg. Nach einem
zweijährigen Aufenthalt im Landerziehungsheim in Haubinda legt er
1912 das Abitur ab und beginnt 1912 mit dem Studium der Philosophie, Literatur
und Psychologie in Freiburg/ Brsg. und Berlin, wo er sich aktiv in der
republikanischen "Freien Studentenschaft" engagiert. Ab 1915
setzt Benjamin seine Studien in München fort und macht die Bekanntschaft
mit Gershom Scholem und Werner Kraft.
1916 entsteht der Aufsatz "Über Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen". 1917 heiratet er Dora Sophie Kellner (geb. Poll), die er 1914 kennengelernt hat, und wechselt zum Studium nach Bern. Benjamins einziger Sohn wird 1918 geboren. Im selben Jahr lernt er Ernst Bloch kennen und schließt 1919 sein Studium mit einer Dissertation über den "Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik" ab, kehrt 1920 nach Berlin zurück und schlägt sich unter wirtschaftlichen Schwierigkeit durch. Über die Bekanntschaft zu Siegfried Kracauer sowie Gretel und Theodor Wiesengrund (Adorno) kann Benjamin 1923 erste Kontakte zum Frankfurter Institut für Sozialforschung knüpfen und bereitet sich während des Sommersemesters an der Universität Frankfurt auf seine Habilitation für Neuere Deutsche Literaturgeschichte vor. Im Jahr 1924 erscheint sein Essay "Goethes Wahlverwandtschaften" in den von Hugo v. Hofmannsthal herausgegebenen "Neuen Deutschen Blättern" und Walter Benjamin hält sich für mehrere Monate in Capri auf. Es folgt die erste Niederschrift des "Trauerspielbuchs". Seine Beziehung zu der lettischen kommunistischen Regisseurin und Schauspielerin Asja Lacis regt Benjamin zur Auseinandersetzung mit dem Marxismus an. Benjamin will sich 1925 mit einer Arbeit über den "Ursprung des deutschen Trauerspiels" an der Frankfurter Universität habilitieren, zieht sein Gesuch jedoch auf Anraten wieder zurück und lebt von da an in Berlin als freier Autor, Kritiker und Übersetzer, z.B. von Marcel Proust (zusammen mit Franz Hessel). Er reist für mehrere Monate nach Paris und arbeitet als Journalist für Die Frankfurter Zeitung und Die literarische Welt. Ende1926/ Anfang 1927 unternimmt Walter Benjamin eine Reise nach Moskau und trifft seine Liebe Asja Lacis wieder. 1927 beginnt er mit der "Passagen-Arbeit in Paris". 1928 erscheinen die Bände "Einbahnstraße" und "Ursprung des deutschen Trauerspiels" im Verlag Ernst Rowohlt, Berlin. 1929 ist das Jahr von Benjamins Rundfunkdebüt. Zusammen mit Bert Brecht und Bernhard von Brentano entwirft er den Plan für die Zeitschrift "Krise und Kritik". 1930 werden Walter und Dora Benjamin geschieden. 1932 folgt ein mehrmonatiger Aufenthalt auf Ibiza, er arbeitet an der "Berliner Chronik" und der "Berliner Kindheit um neunzehnhundert" (beide Werke werden erst posthum veröffentlicht). Benjamin kehrt mit Selbstmordgedanken nach Nizza zurück und verfasst sein erstes Testament. 1933 emigriert Walter Benjamin vor den Nazis nach Paris, verbringt mehrere Monate auf Ibiza und beginnt mit seiner Arbeit für das Institut für Sozialforschung. 1934 verbringt er längere Zeit bei Brecht in Svendborg/Dänemark sowie in San Remo bei seiner geschiedenen Frau und nimmt die Arbeit an den "Passagen" wieder auf. Durch seine Arbeit für Max Horkheimers "Zeitschrift für Sozialforschung", erhält der in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Lebende vom nach New York emigrierten Institut für Sozialforschung materielle Unterstützung. In dieser Zeit entstehen Freundschaften mit Hannah Arendt, Hermann Hesse und Kurt Weill. 1936 erscheint die Briefanthologie »Deutsche Menschen« unter dem Pseudonym Detlef Holz in der Schweiz sowie eine französische Fassung von Benjamins Aufsatz "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" in der "Zeitschrift für Sozialforschung". 1937-1938 arbeitet Benjamin an seinem Baudelaire-Buch und besucht zum letztenmal Bertolt Brecht in dessen dänischem Exil. Mit Kriegsausbruch wird Walter Benjamin in einem Lager in der Nähe von Nevers interniert, kehrt jedoch 1940 nach Paris zurück. Im Juni flieht er mit seiner Schwester ins südfranzösische Lourdes und erhält im August durch Vermittlung Max Horkheimers ein Einreisevisum in die USA. Im September 1940 gelingt ihm, mit Hilfe von Hans und Lisa Fittko, die Flucht über die Pyrenäen. In Port Bou, einem kleinen katalanischen Ort nahe der spanisch-französischen Grenze nimmt er sich jedoch kurz nach seiner Ankunft - vermutlich mit einer Überdosis Morphium - das Leben.
"Meine
Geduld macht mich unüberwindlich.
Des
Ausblicks. Tiefblaue Meere:
Kein
Durchlaß in Port Bou. Wir Apatriden
(aus:
Volker Braun "Benjamin in den Pyrenäen".
Am
südlichen Ausgang des Städtchens Port Bou führt ein Weg
hinauf zur Steilküste und zum Friedhof, wo sich auch das Grabmal
Benjamins befindet. Auf dem Vorplatz entspringt die Anfang der neunziger
Jahre errichtete Skulptur für den jüdischen Philosophen, eine
Arbeit des französisch-israelischen Künstlers Dani Karavan mit
dem Titel „Passagen",
angelehnt an das gleichnamige Werk Walter Benjamins.
Literatur: Die gesammelten Schriften und weitere Werke von Walter Benjamin sind im Suhrkamp-Verlag erschienen:
http://www.suhrkamp.de/autoren/benjamin/benjaminbib.htm Emilienne Eychenne: Les portes de la liberté. Le franchissement clandestin de la frontière espagnole dans les Pyrénées-Orientales de 1939 à 1945, éditions Privat, Toulouse 1985 (vergriffen) dies.: Les pyrénées de la liberté. Les évasions par l'Espagne 1939-1945 (Ed.France-Empire Paris 1983) dies.: Montagnes de la peur et de l'espérance.Le franchissement de la frontière espagnole pendant la second guerre mondiale dans le départment des Hautes-Pyrénées (Ed.Privat Toulouse 1980) Links (deutsch): http://www.walter-benjamin.org http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/verboten/aus/benjamin_flucht.html http://www.erft.de/schulen/abtei-gym/benjamin/inhalt.htm http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BenjaminWalter http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/benjamin http://www.iasl.uni-muenchen.de http://www.beckmesser.de/theorie/benjamin.html http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/benjamin.htm http://www.stuttgarter-schule.de/benjamin.htm http://www.litlinks.it/b/benjamin.htm http://www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/1402167.html http://www.kunst.uni-stuttgart.de/seminar/karavan/uebers.html http://www.bautz.de/bbkl/b/benjamin_wa.shtml http://www.parapluie.de/archiv/indien/cahier/ International: http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Benjamin http://www.wbenjamin.org/walterbenjamin.html http://home.cwru.edu/~ngb2/Authors/Benjamin.html http://pages.emerson.edu/Courses/spring00/in123/workofart/benjamin.htm http://construct.haifa.ac.il/~ilangz/Utopia4.html http://www.tasc.ac.uk/depart/media/staff/ls/WBenjamin/WBindex.htm http://www.chez.com/patder/benjamin.htm http://agora.qc.ca/mot.nsf/Dossiers/Walter_Benjamin http://www.unites.uqam.ca/cem/frontieres/14_2Regard1.html http://www.ominiverdi.com/walterbenjamin http://www.filosofico.net/benjamin.htm |