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Betteln ist eine sehr unangenehme Sache, betteln aber und nichts bekommen ist noch unangenehmer. (Heinrich Heine) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können sie uns mit beim weiteren Aufbau dieses Zentrums! Vielen Dank für Ihre Unterstützung! |
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"Wenn
wir wissen wollen, wie es gewesen war, benötigen wir das literarische
Zeugnis von Betroffenen. Erst dann können wir uns, falls wir
es denn wollen, mental in ihre Zeit und in ihre Zeitgenossen hineinversetzen.
Günter
Kunert, Schriftsteller und DDR-Dissident
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| Fluchtwege und Exilanten |
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Exilstation
Shanghai
Nahezu
17.000 Juden aus Deutschland, Österreich, Tschechoslowakien, Ungarn
und einigen anderen Ländern überlebten den Holocaust in Shanghai.
Die Mehrzahl der Flüchtlinge kam 1938 nach der Reichskristallnacht
und im Jahre 1939 als die Verfolgung der jüdischen Bürger in
Deutschland sie massiv aus dem Land trieb, nach Shanghai: der einzige
Ort, der ohne Visum und Geldnachweis für Verfolgte bis August 1939
in Frage kam. Danach schlossen sich auch die Türen Shanghais und
nur noch Vereinzelte konnten sich dorthin retten.
Flucht
nach Shanghai - Überblickstafeln
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Die Emigration jüdischer Deutscher und Österreicher nach Shanghai als Verfolgte im Nationalsozialismus Autoren: Wiebke Lohfeld und Steve Hochstadt Wohl kaum ein Ort, zu dem Juden im Laufe der nationalsozialistischen Verfolgung flohen, war derart berüchtigt wie Shanghai. Shanghai, das war ein Ort voller unbekannter Größen, ein Ort voll von fremden Kulturen, fremden Speisen, fremden Sprachen, Religionen und Gebräuchen. Der Stadt haftete zwar das Flair einer internationalen Handelsstadt an, aber es war weit entfernt von Deutschland und Österreich, befand sich im fernen Asien, das niemand eigentlich freiwillig bereisen wollte. So war Shanghai für jüdische Flüchtlinge Ende der 30er Jahre der letzte Ort, den sie ansteuerten, die letzte Zuflucht. [1] Im folgenden sollen die Zusammenhänge, die dazu führten, dass ca. 17.000 deutschsprachige jüdische Flüchtlinge nach Shanghai gelangten und dort für nahezu 10 Jahre blieben, genauer erläutert werden. Der Fokus liegt dabei auf zwei wesentlichen Aspekten: 1) auf der Situation der Juden im Deutschen Reich unter den Nationalsozialisten in den Jahren 1938 bis ca. 1940 und 2) auf den Voraussetzungen in Shanghai und den Entwicklungen dort während des Aufenthaltes der jüdischen Flüchtlinge bis zur Errichtung der kommunistischen Republik China im Jahre 1949. [2] Ich werde für die Darstellung auf Lebensberichte von jüdischen Emigranten zurückgreifen, die Historie mit Lebensgeschichten füllen, um den historischen Stimmen eine Bedeutung zu geben, die uns mehr erfahren lassen, als es bloße Fakten vermögen. Wir sprechen hier von einem Teil deutscher Geschichte, der nicht von den betroffenen Personen getrennt gedacht werden kann, sind doch die Einwirkungen auf die gesamte europäische Geschichte und Menschen in vielen Erdteilen immer noch präsent und einflussreich. [3] Wollen wir also Geschichte begreifen, müssen wir uns dem stellen, was die Menschen, die sich in den Mühlen der Historie bewegten, darin gestaltet haben, wie sie handelten, was sie innerlich bewegte. Daran schließen sich dann Fragen an, die man ohne die je individuellen Erlebnisse und Eindrücke eventuell nicht gestellt hätte. [4] So z.B. Iris Kuritz’ Bericht über ihre Verluste: [5] „Jetzt müssen wir ein neues Leben führen! [...] ich bin doch deutsch, ich war so stolz, dass ich Deutsche war. Und dann plötzlich kriegst Du einen auf den Kopf und sagst: 'Du bist Jude und bist gar nischt, ein Dreck.' (Interview mit Steve Hochstadt 1994, Shanghai Jewish Community Oral History Project, Bates College). [6] Was bedeutete es für deutsche Juden verfolgt zu sein, als Deutsche nicht mehr angesehen zu werden und einen großen Teil ihrer nationalen Identität abgesprochen zu bekommen? Neben dem Fakt, dass es unter den Nationalsozialisten für Juden keine Anerkennung als Deutsche mehr gab, gesellte sich die Einwirkung auf die Personen, die daraufhin zum Handeln gezwungen waren – und zwar nicht nur, um schlicht ihr Leben zu retten, sondern auch, um ihrer selbst Willen. Iris Kuritz gehört zu den sogenannten Shanghailändern, sie ist im Jahre 1939 von Deutschland nach Shanghai gelangt. [7]
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Die
Redaktion des Exil-Archivs dankt den beiden Autoren für die Erarbeitung
der autobiografischen Erinnerungen und historischen Fakten zum Thema Exil
in Shanghai. Klicken
Sie bitte hier, um weiterzulesen... |
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