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Renn, Ludwig Drucken E-Mail

Ludwig Renn (eigtl. Arnold Friedrich Vieth von Golßenau)
Schriftsteller


Geb. 22.4.1889 in Dresden
Gest. 21.7.1979 in Ost-Berlin, DDR


Sein Vater, Johann Vieth von Golßenau, ist Mathematikprofessor und Erzieher am Dresdner Hof. Nach dem Abitur beginnt der Sohn eine Offizierslaufbahn im I. Königlich-Sächsischen Leibgrenadier-Regiment Nr. 100.

1920 weigert sich Ludwig Renn, als Hundertschaftsführer der sozialdemokratisch ausgerichteten Sicherheitspolizei, während des Kapp-Putsches auf revolutionäre Arbeiter zu schießen und quittiert kurz darauf im Rang eines Hauptmanns den Dienst. Von 1920 bis 1923 studiert er Jura, Nationalökonomie, Kunstgeschichte und russische Philologie in Göttingen und München.


1926/27 nimmt er in Wien das unterbrochene Studium wieder auf, jetzt mit der Kombination Archäologie und Ostasiatische Geschichte. Die Lektüre der Werke von Karl Marx (1818-1883), John Reed (1887-1920) und Wladimir I. Lenin und das Miterleben der polizeilichen Gewalt gegen demonstrierende Arbeiter am Justizpalast in Wien werden Ausgangspunkt für sein politisches Handeln.

Im Januar1928 tritt er in die KPD ein. Im gleichen Jahr veröffentlicht die Frankfurter Zeitung im Vorabdruck Renns Roman Krieg, in dem in nüchternem Dokumentarstil der Krieg aus der Sicht des fiktiven Landsers Ludwig Renn beschrieben wird. Er wird Mitglied des Roten Frontkämpferbundes und des Bunds Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller Deutschlands (BPRS). Seinen Adelstitel aufgebend, nennt er sich fortan nur noch Ludwig Renn.

1930 erscheint mit Nachkrieg, sein zweiter Roman, in dem er die innenpolitischen Kämpfe von der Revolution 1918/19 bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch schildert.

1932 wird der Schriftsteller unter dem Vorwurf des literarischen Hochverrats während eines Vortrags verhaftet. Im Januar 1933 aufgrund einer Amnestie aus der Untersuchungshaft entlassen, nehmen ihn die Nationalsozialisten am 28. Februar nach dem Reichstagsbrand in Schutzhaft. Wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt man ihn am 16. Januar 1934 zu 30 Monaten Zuchthaus. Nach seiner Entlassung 1935 flieht Renn im darauffolgenden Jahr über die Schweiz nach Spanien, wo er als Kommandeur das Thälmann-Bataillon führt.


Nachdem sich das Blatt zu Ungunsten der Republikaner gewendet hat, wird Renn beim Rückzug der Interbrigaden über die Pyrenäen im französischen Lager St. Cyprien interniert. Mit Hilfe französischer Intellektueller kann er jedoch befreit werden und geht 1940/41 über Großbritannien und die Vereinigten Staaten ins mexikanische Exil, wo er an der Universität Morelia eine Professur für europäische Geschichte und Sprachen erhält.

In den Jahren 1941 bis 1946 ist Ludwig Renn Präsident der Bewegung Freies Deutschland sowie des Lateinamerikanischen Komitees der freien Deutschen. 1947 kehrt der Emigrant nach Deutschland zurück und wird Mitglied der SED. Er nimmt Lehrverpflichtungen u.a. an der TH Dresden und an der Berliner Humboldt-Universität wahr und arbeitet ab 1952 als freier Schriftsteller (Reise- und Lebensberichte, Kinderbücher) in Berlin .


Zusammengestellt von:
Hans Joachim Schneider

Literatur:

Ludwig Renn: Adel im Untergang
Verlag Das Neue Berlin, Berlin, 2001
ISBN: 3360009630

ders.: Krieg
Verlag Das Neue Berlin, Berlin, 2001
ISBN: 3360009762

ders.: Nobi
Eulenspiegel, Berlin, 2001
ISBN: 3359014278


Links (deutsch):

http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Renn

http://www.kuenstlerkolonie-berlin.de/bewohner/renn.htm

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RennLudwig/index.html

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/krieg/index.html

http://www.perlentaucher.de/buch/8807.html

http://golm.rz.uni-potsdam.de/Mexiko/Literaturgruppe/fd.htm

http://www.matices.de/18/18ppohle.htm

http://www.aktion-patenschaften.de/autoren/r02.htm