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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Nussbaum, Felix Drucken E-Mail

Felix Nussbaum
Maler


Geb. 11.12.1904 in Osnabrück
Gest. 2. oder 3.8.1944 im KZ Auschwitz


Seit 1998 ehrt Osnabrück - die Geburtsstadt des pazifistischen Schriftstellers Erich Maria Remarque („Im Westen nichts Neues“ war den Nazis eines der meistgehassten Bücher) - einen großen Sohn der Stadt mit einem eigenen Ausstellungsgebäude: Den Maler Felix Nussbaum. Seine Bilder sind wegen ihrer Qualität und ihrer Thematik international sehr gesucht, doch der größte Teil seines Werkes ist vernichtet worden. Die umfangreichste Sammlung seiner erhalten gebliebenen Bilder ist im Felix Nussbaum-Haus zu sehen.


Felix Nussbaum war der zweite Sohn des Eisenwarenhändlers Philipp Nussbaum und dessen Ehefrau Rahel (geb. van Dyk), einem national gesinnten, assimilierten Ehepaar. Nach dem Besuch der jüdischen Elementarschule und des Realgymnasiums in Osnabrück beginnt er 1922/23 ein Studium der Malerei und Graphik an der Hamburger Kunstgewerbeschule, das er bis 1930 an der Berliner Lewin-Funke-Schule und an der Vereinigten Staatsschule der Kunstakademie in Berlin fortsetzt. In der Hauptstadt ist Nussbaum Schüler von Paul Plontke und Cesar Klein, ab 1928 Meisterschüler von Hans Meid. Ebenfalls In Berlin lernt Felix Nussbaum 1927 die polnischen Malerin jüdischen Glaubens, Felka Platek, kennen, die er zehn Jahre später heiratet.


Inzwischen hat Felix Nussbaum eigene Arbeiten in der Galerie Goldschmidt, in der Galerie Wertheim und im „Haus der Jury-freien“ vorgestellt, später auch in den Ausstellungen der Berliner Secession. Die Arbeiten des freien Künstlers sind inspiriert von den Werken Henri Rousseaus (1844-1910) und Karl Hofers (1878-1955). Wie "Der tolle Platz" zeigen seine Bilder meist heitere Straßenszenen. 1932/33 arbeitet er als Stipendiat der Preußischen Akademie der Künste Berlin in der Villa Massimo in Rom und gestaltet Titelblätter für die Zeit-schrift "Querschnitt". Mit ihm studiert in der Villa Massimo Arno Breker, der später von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gefördert wird, zu einem der führenden Künstler des NS-Regimes und zum Lieblingsbildhauer des Diktators Hitler avanciert. Breker ist, wie die malende Dichterin Else Lasker-Schüler, gebürtig aus Wuppertal-Elberfeld.


1932 werden etwa 150 Werke, also fast alle Bilder Nussbaums ,durch ein Feuer in seinem Berliner Atelier zerstört – vermutlich waren Nazis die Brandstifter. Am 17. Mai 1933 verliert der Maler nach einer Auseinandersetzung mit einem Künstlerkollegen sein Stipendium und verlässt die Villa Massimo und damit Rom fast fluchtartig, bleibt aber in Italien (Alassio, Rapallo). Im Januar
1935 emigriert er mit Freunden über Paris nach Ostende (Belgien), wo sich eine Kolonie von Exilanten gebildet hat, mehrheitlich Schriftsteller wie Joseph Roth, Irmgard Keun, Ernst Toller, Stefan Zweig oder Egon Erwin Kisch.
Nussbaum arbeitet als freier Künstler, als Handwerker, Glasmaler und Illustrator. Die heitere Leichtigkeit seiner Berliner Bilder hat er längst verloren, seine Kunst wird zunehmend politischer angesichts der Verfolgung „entarteter Kunst“ in Deutschland und des staatlich betriebenen Antisemitismus. Er hat Ausstellungen im Sozialistischen Klub in Brüssel, zeigt seine Werke in Gemeinschaftsausstellungen im Museum Fort Napoléon in Ostende, in Amsterdam und 1938 mit den Mitgliedern des "Freien Künstlerbunds" im Pariser Maison de la Culture.


Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs emigrieren Nussbaums ltern 1939 in die Niederlande. Sie werden 1944 im Konzentra-tionslager Auschwitz ermordet. Am 10. Mai 1944 werden mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien Exilanten wie Felix Nussbaum in Brüssel verhaftet und als "unerwünschte Ausländer" festgesetzt. Es folgt im Sommer dieses Jahres eine Internierung im Lager Saint-Cyprien in Südfrankreich. Während eines Transports nach Bordeaux gelingt ihm die Flucht. Er kann sich nach Brüssel durchschlagen, wo er und seine Frau Felka im Haus des befreundeten Kunsthändlers Jaques in der Rue Archimède versteckt werden. Felix Nussbaum ist jedoch schon seit längerem im "Judenregister" der Stadt Brüssel eingetragen. Da der Terpentingeruch den Maler verraten könnte, arbeitet Nussbaum in einer Ausweichwohnung.
1942 vollendet er das Bild "Gefangene in Saint-Cyprien". 1943 entsteht sein eindrucksvolles "Selbstbildnis mit Judenpaß" und ein Jahr später der „Totentanz“. Es ist das Jahr 1944, in dem ein Teil seiner Bilder in Amsterdam zerstört wird. Am 18. April erfolgt die Fertigstellung seines Werks "Triumph des Todes", vermutlich sein letztes Bild.. Am 20. Juni werden Nussbaum und seine Frau denunziert, in Brüssel von der Wehrmacht verhaftet und am 20. Juni ins Sammellager Mechelen transportiert. Am 31. Juli 1944 werden Felix und Felka Nussbaum mit dem letzten Deportationszug von Mechelen in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Felix Nussbaum wird dort am 2. oder 3. August 1944 ermordet, auch seine Frau kommt aller Wahr-scheinlichkeit nach ebenfalls in Auschwitz ums Leben.

In den Jahren 1955-1980 werden fünf Werke Nussbaums erst-mals im Rahmen der Ausstellung "Fünf Osnabrücker Maler" in der Heimatstadt des Künstlers gezeigt. Weitere Ausstellungen präsentieren seine Werke in Berlin und Karlsruhe.
18. Juli 1998: Eröffnung des von Daniel Libeskind (*1946) ent-worfenen Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück. Das Haus zeigt heute eine mehr als 170 Arbeiten umfassende Sammlung von Nussbaums Bildern.

Zum 100. Geburtstag von Felix Nussbaumhat hat die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke vorgestellt. Die Marke mit einem wert von 55 Cent für Standartbriefe zeigt als Motiv das Nussbaum-Werk "Das Geheimnis"

http://philatelie.deutschepost.de/philatelie/css2/informationen/jahrgaenge/04/041103.jhtml


Links (deutsch):

http://www.osnabrueck.de/fnh

http://www.studienkreis-widerstand-1933-45.de/archiv/xxinfo/he57s17.html

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/NussbaumFelix

http://www.hagalil.com/archiv/98/07/nussbaum.htm

http://www.kunstmarkt.de/pages/kue/kuenstler_portraitbericht.html?id=13898

http://www.freitag.de/1999/13/99131502.htm

http://www.ahlen.de/kultur/bruederlichkeit/chagall/chagall_0202.shtml

http://www.kunstaspekte.de/index.php?action=webpages&k=1534


International:

http://www.yad-vashem.org.il/exhibitions/nussbaum/home_nussbaum.html