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Nowakowski, Waldemar Drucken E-Mail

Waldemar Nowakowski
Geodät, Maler und Grafiker


Geb. 10. 11. 1917 in Bialogródek/ Rußland
Gest. 30. 1. 1984 in Krakau/ Polen


Waldemar Nowakowski studierte Geodäsie an der Polytechnischen Universität in Warschau und war Mitglied im polnischen Pfadfinderverband. Ende der 1930er fahre engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand. Im Mai 1940 wurde er von der Gestapo verhaftet. Nowakowski wurde zum Tode verurteilt, die Strafe wurde jedoch in einen lebenslangen Zuchthaus-Aufenthalt umgewandelt. Im Pawiak-Gefängnis in Warschau war Waldemar Nowakowski inhaftiert, bis er am 15. August 1940 als politischer Häftling in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht wurde. Dort arbeitete er im Holzhof und als Fuhrmann im Landwirtschaftskommando. Weil er für seine Mithäftlinge Lebensmittel ins Lager geschmuggelt hatte, wurde Waldemar Nowakowski im August 1942 für zwei Monate in die Strafkompanie nach Birkenau versetzt. Er erkrankte an Fleckfieber und wurde in den Krankenbau gebracht. Nachdem er genesen war, erhielt er den Posten des Schreibers und später des Blockältesten im Häftlingskrankenbau.

Während seiner vierjährigen Inhaftierung im Konzentrationslager Auschwitz schuf Waldemar Nowakowski mehr als 300 Aquarelle auf Karton im Postkartenformat, in denen er die Lagerrealität darstellte. An die Wände der Häftlingsbaracken in Auschwitz-Birkenau malte er Landschaften. Im Jahre 1943 bastelte er eine Weihnachtskrippe mit Puppen aus Lappen. Darüber hinaus gründete Waldemar Nowakowski mit einem Freund, dem polnischen Schriftsteller Tadeusz Borowski, im Krankenbau ein illegales Theater. Die Utensilien für die Sketche, Lesungen und Aufführungen versteckte er im Krankenbau im Zwischenraum zwischen Decke und Dach.

Im Oktober 1944 wurde Waldemar Nowakowski in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt und in der Flugzeugfabrik Heinkel-Werke eingesetzt. Im Januar 1945 gelangte er zum Kommando 8. SS-Eisenbahnbaubrigade, wo er Eisenbahnlinien reparierte und zerbombte Bahnhofsanlagen instandsetzte.


Am 3. Mai 1945 wurde Waldemar Nowakowski in der Nähe von München befreit. Er kehrte im September 1945 nach Polen zurück und nahm ein Grafikstudium an der Akademie der Schönen Künste in Krakau auf. Waldemar Nowakowski arbeitete als Lehrer und grafischer Künstler. In den Jahren 1950 und 195 beteiligte er sich an den Vorbereitungen für die Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau in Oswiecim. In den Beständen des Museums befinden sich mehr als 20 Zeichnungen des Künstlers aus der Zeit seiner Inhaftierung.

Quelle:

Kunst in Auschwitz 1940-1945
Begleitbuch zu der Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück/ Felix-Nussbaum-Haus und dem Muzeum Tradycij Niepodleglosciowych w Lodzi

Sztuka w Auschwitz 1940-1945
Publikacja towarzyzsaca wystawie prezentowanej w Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, w Kulturgeschichtlichem Museum Osnabrück/ Felix-Nussbaum-Haus i w Muzeum Tradycji Niepodleglosciowych w Lodzi

Herausgegeben von der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum und vom Museumspädagogischen Dienst Berlin
Herausgeber: Jochen Boberg (MD Berlin) und Herman Simon (Centrum Judaicum)

Publikacja wysana przez Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum i Museumspädagogischen Dienst Berlin
Wydawca: Jochen Boberg (MD Berlin) i Herman Simon (Centrum Judaicum)

Gesamtherstellung/ Druk i oprawa: Rasch Druckerei und Verlag, Bramsche 2005, ISBN 3-89946-051-0 (Broschur) ISBN 3-89946-052-9 (Festeinband)

Hier zitiert: S. 378-379