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Krüger, Lore Ottilie Drucken E-Mail

Lore Ottilie Krüger

Fotografin und Übersetzerin

Geb. 11.03.  1914 in Magdeburg

Gest. 03.03. 2009 in Berlin


“Die deutsch-jüdische Fotografin Lore Krüger erlebt und überlebt Emigration, Widerstand, Verhaftung, Internierungslager, Verfolgung und Exil nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Kamera hat sie immer dabei.“ (Hier zitiert aus: http://www.co-berlin.org/lore-krueger-ein-koffer-voller-bilder)


Die als Lore Heinemann geborene Tochter eines Ingenieurs besucht in Magdeburg die Oberschule. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten emigriert sie mit Eltern und Schwester im April 1933 nach Großbritannien, wo Lore als Haushaltshilfe arbeitet und erste fotografische Versuche unternimmt. Als 1934 ihre Aufenthaltsgenehmigung für Großbritannien nicht mehr verlängert wird, zieht sie zu ihren nach Mallorca geflohenen Eltern. In Spanien studiert sie zunächst in Barcelona, erhält 1935 die Gelegenheit, in Paris Schülerin der Fotografin und Bauhaus-Absolventin Florence Henri zu werden, wird im Labor mit der Technik der Montage, des Fotogramms und der Mehrfachbelichtung vertraut, studiert dazu noch Marxismus an der Freien Deutschen Hochschule und schreibt ihre Diplomarbeit bei László Radvanyi, dem Mann von {ln:Seghers, Anna 'Anna Seghers.
Dann beginnt ihre Karriere als professionelle Fotografin, die “mit ihren Sozialstudien, ihren sensiblen Privatfotografien, Auftragsarbeiten und abstrakten, fotografischen Experimenten ein einzigartiges Bilder-Konvolut von historischer Bedeutung“ (http://www.co-berlin.org/lore-krueger-ein-koffer-voller-bilder
Im Gefolge der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht im Frühjahr 1940 wird Lore Krüger drei Monate im Pyrenäen-Lager Gurs interniert (wie mit ihr zahlreiche andere Intellektuelle, darunter Jean Améry, Ilse Bing, Ernst Busch, Lisa Fittko, Gertrud Isolani, Léo Maillet und Charlotte Salomon). Nach gelungener Flucht über Toulouse bemüht sie sich, zusammen mit ihrem späteren Ehemann, dem aus Eberswalde stammenden Funktionär in der Metallarbeitergewerkschaft, Ernst Krüger, im südfranzösischen Marseille um ein Ausreisevisum nach Mexiko, dem damals einzigen Land, das ehemalige Spanienkämpfer aufnimmt. Nach sechs Monaten  halblegalen Aufenthalts in der Mittelmeerstadt und Emigranten-Zuflucht finden die Krügers 1941 schließlich ein Schiff ins rettende Exil. Noch vor ihrer Abreise erreicht sie die Nachricht, dass Lore Krügers im Exil auf Mallorca lebende  Eltern vor der drohenden Ausweisung durch das Franco-Regime Selbstmord begangen haben. Ein Abschiedsbrief ist ihr letzter Gruß an die Tochter in der Ferne.
Das völlig überfüllte Frachtschiff mit Ernst Krüger, Lore und deren Schwester Gisela an Bord verlässt Frankreich nach Übersee, wird jedoch von einem holländischen Kanonenboot gekapert und die Passagiere in ein englisches Internierungslager auf die Insel Trinidad gebracht. Als sie endlich weiterreisen dürfen, gibt es keine Schiffe mehr, die Mexiko ansteuern. Als letzte Möglichkeit bleiben die Vereinigten Staaten, und so landen Lore und Ernst Krüger in New York. Der exilierte Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld, mit dessen Tochter Hilde sie noch aus gemeinsamen Tagen in Paris befreundet ist, erreicht, dass die Flüchtlinge die Einwanderungsinsel Ellis Island verlassen können und eine US-Aufenthaltsgenehmigung bis zum Kriegsende erhalten. Lore Krüger und ihre Schwester müssen nicht auf Ellis Island ausharren, da eine in den USA lebende Verwandte für sie bürgt und sie bereits am Pier erwartet.
1942 gehört sie in New York zu den Mitbegründerinnen der “German American Emergency Conference“ und deren Zeitschrift “The German American“. Als ein deutscher Kriegsgefangener ihnen mitteilt, dass es in US-Kriegsgefangenenlagern immer wieder zu Feme-Gerichten und Morden von Nazis an Antifaschisten kommt, erreicht “The German American“ mit Unterstützung der US-Presse, dass von nun an die beiden Gruppen getrennt inhaftiert werden.
Anfang Dezember 1946 kehrt Lore Krüger mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter nach Deutschland zurück und arbeitet in Ost-Berlin bis in die 1980er Jahre als Literaturübersetzerin für den dortigen Aufbau-Verlag. Generationen von jungen Menschen sind mit ihren Übersetzungen der “Briefe aus dem Totenhaus“ von Ethel und Julius Rosenberg, der Werke von Mark Twain, Robert Louis Stevenson, Daniel Defoe, Nathaniel Hawthorne, Joseph Conrad und Henry James groß geworden. “Warum sie aber die Kamera nicht mehr in die Hand nahm, darüber kann man nur spekulieren. Es heißt, Lore Krüger hätte Diphtherie gehabt und in Folge der Erkrankung sei ihr der Fotoapparat zu schwer gewesen. Vermutlich eine Schutzbehauptung meint (Felix) Hoffmann (Kurator der Berliner C/O Galerie, Anm.d. Red.) typisch für viele Exilbiografien. "Die Menschen haben auf der Flucht so viel gesehen, sie haben unvorstellbare Bilder im Kopf. Da war es oft eine bewusste Entscheidung, keine Fotos mehr zu machen." (Hier zitiert aus: http://www.morgenpost.de/kultur/berlin-kultur/article136730484/Eine-Entdeckung-in-Berlin-Ein-Koffer-voller-Fotos.html)
Neben ihrer Mitgliedschaft in der “Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) gehört Krüger dem Verband der Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik an, ist Mitglied des Ehrenpräsidiums der “Fédération Internationale des Résistants“ und referiert bis ins hohe Alter vor Schulklassen über den Nationalsozialismus.
Das Schicksal ihrer Eltern klärt sich für Lore Krüger erst Jahrzehnte später: “2005, als Lore Krüger bereits 91 Jahre ist und längst wieder angekommen scheint in Deutschland, entdeckt ein spanischer Journalist überraschend das Grab der Eltern auf Mallorca. Drei Jahre vor ihrem Tod fährt Lore Krüger mit ihrer Tochter und ihrem Sohn auf die spanische Insel und nimmt Abschied.“ (Hier zitiert aus: http://www.mdr.de/kultur/lore-krueger122_zc-15948bad_zs-86171fdd.html).
Nach ihrem Tod findet Lore Krügers Sohn beim Ausräumen ihrer Wohnung einen Koffer mit 250 Schwarz-Weiß-Fotografien, entstanden zwischen 1934 und 1944. Säuberlich getrennt mit einfachen Haushaltstüchern. “Die C/O Berlin zeigt jetzt als weltweit erste Institution eine große Retrospektive ihres Werks. Die Ausstellung umfasst circa 100 Schwarz-Weiß-Fotos - über die Lore Krüger zwar nie viele Worte gemacht hat, die ihr aber viel bedeuteten.“ (Hier zitiert aus: http://www.mdr.de/kultur/lore-krueger122_zc-15948bad_zs-86171fdd.html).


Literatur:

Lore Krüger: “Quer durch die Welt - das Lebensbild einer verfolgten Jüdin“, Schkeuditzer Buchverlag, 2012, 155 S., ISBN 978-3-935530-96-5


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lore_Kr%C3%BCger

http://www.mdr.de/kultur/lore-krueger122_zc-15948bad_zs-86171fdd.html

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1362768

http://www.co-berlin.org/lore-krueger-ein-koffer-voller-bilder

http://www.morgenpost.de/kultur/berlin-kultur/article136730484/Eine-Entdeckung-in-Berlin-Ein-Koffer-voller-Fotos.html

http://www.denag.de/workshop48/media/InterviewLoreKrueger.pdf

http://www.kultur-port.de/index.php/kunst-kultur-events/details/14171-lore-krueger-qein-koffer-voller-bilder-fotografien-1934-1944q.html


Links  (deutsch):

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=136832792

http:article_id=309575

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21316

http://drafd.org/?Lore_Krueger

http://drafd.org/?Nachruf_Lore_Krueger

http://www.drafd.de/?DrafdInfo200908_Broadway

http://www.wirfrauen.de/02-2004/02-2004_s30.php

http://www.bz-berlin.de/kultur/ein-kuenstlerleben-zwischen-verfolgung-und-exil

filmhttps://www.youtube.com/watch?v=pTqG_7H53lI


International:

http://www.co-berlin.org/en/lore-kruger-suitcase-full-pictures