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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Demetz, Peter Drucken E-Mail
Peter Demetz
Journalist, Schriftsteller und Literaturhistoriker

Geb. 21. 10. 1922 in Prag/Tschechoslowakei


"Ich hasse und liebe meine Heimatstadt."

(Peter Demetz)

Während der deutschen Besetzung wurde er von der Gestapo verhaftet und zur Zwangsarbeit in einem "Halbjudenlager" verurteilt. 1948 wurde er nach einem Germanistikstudium an der Karls-Universität Prag zum Dr.phil. promoviert. Nach dem kommunistischen Putsch 1948 floh er in den Westen.

1950-1952 arbeitete Peter Demetz als Redakteur bei Radio Freies Europa in München. 1953 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. Dort war er 1956-58 Dozent an der Yale-Universität in New Haven, ab 1962 ordentlicher Professor für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale-Universität, 1963-1969 ebenda Direktor des Fachbereichs Germanistik, von 1972 bis zur Emeritierung hatte er die „Sterling Professur“ für Germanistik inne.         

Bekannt wurde Peter Demetz mit seinem 1953 erschienenen Buch "René Rilkes Prager Jahre“, einer Entidolisierung von R.M. Rilkes Leben und Werk. 1959 folgte "Marx, Engels und die Dichter“, eine Untersuchung der Quellen und der ersten Entwicklungsphase der marxistischen Literaturdoktrin. Als Germanist und Komparatist zugleich erwies sich Demetz in seinem Buch "Formen des Realismus: Theodor Fontane“ (1964), in dem er Fontanes Position innerhalb der Weltliteratur untersuchte, um gleichzeitig eine bessere Kenntnis des Realismus herbeizuführen. Ein primär dem amerikanischen Lesepublikum zugedachtes Buch war seine Einführung in die deutsche Nachkriegsliteratur, die unter dem Titel "Die süße Anarchie – Deutsche Literatur seit 1945. Eine kritische Einführung“ 1970 erschien. 1982 gab er den Sammelband „Alt-Prager Geschichten“ heraus, eine Anthologie von neunzehn Erzählungen verschiedener im 19. Jahrhundert geborener Autoren. Als fundiertes und anschauliches Kompendium über die deutschsprachige Literatur der Gegenwart mit ihren wichtigsten Vertretern, literarischen Strömungen und Gattung gilt Demetz’s "Fette Jahre, magere Jahre. Deutschsprachige Literatur von 1965 bis 1985“ (1988).     
Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Land seiner Kindheit, das er nach vierzig Jahren Abwesenheit erstmals 1989 wieder besuchte, liefert Demetz zunächst in dem Essayband "Böhmische Sonne, Mährischer Mond – Essays und Erinnerungen“ (1996). Der Geschichte und Entwicklung seiner Geburts- und Heimatstadt widmet Demetz 1998 den Band "Prag in Schwarz und Gold. Sieben Momente im Leben einer europäischen Stadt“. Entgegen den Klischees vom goldenen und magischen Prag entwirft er hier ein geschichtlich, kulturell und soziologisch sehr differenziertes – sich von Karl IV. bis zu Masaryk spannendes – Bild dieser mitteleuropäischen Metropole.

Auszeichnungen:
U.a. erhielt er die Goethe-Medaille des Goethe-Instituts in München 1971, Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 1994 und 2004 den Europäischen Kulturpreis (gemeinsam mit Marcel Reich-Ranicki, Arnulf Baring und Wolfgang Leonhard). Der von der Europäischen Kulturstiftung (Basel) gestiftete Preis wird an „Persönlichkeiten mit Vorbildfunktion“ für den europäischen Dialog vergeben.

Werke:
Von ihm liegen zahlreiche Übersetzungen von tschechischer Prosa und Lyrik ins Deutsche vor. Für die „Tschechische Bibliothek“ hat Peter Demetz für „Polemische Schriften“ von Karel Havlícek (2001) die Auswahl der Texte getroffen sowie das Nachwort geschrieben sowie für Milada Souckovás Roman "Der unbekannte Mensch“ (1999) das Vorwort. Die Bände Zikmund Winter: "Magister Kampanus“ (2002) und Bohumil Hrabal: "Allzu laute Einsamkeit“ (2003) sind jeweils mit einem Essay von Peter Demetz versehen. Übersetzungen von Hanna und Peter Demetz enthält der Band "Der Mensch auf der Landstraße“ von Jan Cep (2003).

Literatur:

Peter Demetz
"Die Flugschau von Brescia. Kafka, d'Annunzio
und die Männer, die vom Himmel fielen"
Zsolnay Verlag, Wien 2002
ISBN 3-55205199-6

ders.:
"Prag in Schwarz und Gold"
Sieben Momente im Leben einer europäischen Stadt"
Aus dem Amerikanischen von Joachim Kalka
Essays, Piper-Verlag, München 2000
ISBN: 3-492-03542-6

ders. (Hrsg.):
Fin de siècle. Tschechische
Novellen und Erzählungen
Deutsche Verlagsanstalt 2004
ISBN: 3-421-05251-4

Links (deutsch):

http://www.iwm.at/t-23txt2.htm

http://www.iwm.at/t-23txtb.htm

volume_up.gifhttp://www.radio.cz/de/artikel/39610

http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/dieflugschau-r.htm

http://www.borris-mayer.net/onetti/onetti_demetz.html

http://www.gazette.de/Archiv/Gazette-9-Dezember1998/Leseproben1.html

http://www.freitag.de/2001/28/01281601.php

http://www.tu-berlin.de/fb1/tschechische_bibliothek

http://www.tschechische-bibliothek.de/data/leseprobe_25.pdf

International:

http://www.directtextbook.com/editions/prague-in-black-and-gold-peter-demetz

volume_up.gifhttp://www.radio.cz/en/article/39506

http://www.prostor-nakladatelstvi.cz/detail.asp?id=60883

http://www.iliteratura.cz/clanek.asp?polozkaID=10047