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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Ida Ehre
Schauspielerin und Intendantin


Geb. 9. Juli 1900 in Prerau / Österreich-Ungarn
Gest.16. 2. 1989 in Hamburg.


"Sie war eine wunderbare Frau, Idele..."

(Ephraim Kishon)

Die in Mähren geborene Tochter eines Oberkantors wird an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst zur Schauspielerin ausgebildet und nimmt ihr erstes Engagement 1918 im schlesischen Bielitz an. Danach steht sie in Budapest, Cottbus in der Niederlausitz, Bonn, Königsberg, Stuttgart und Mannheim auf der Bühne und kommt 1930 ans Berliner Lessing-Theater.


1933 wird sie von den Nationalsozialisten als Jüdin mit Berufsverbot belegt. Ihr Mann, der Arzt Dr. Bernhard Heyde, den sie 1925 bei einem Gastspiel in Stuttgart kennengelernt hat, eröffnet eine Praxis in Böblingen. Aus der vielversprechenden Schauspielerin wird seine Arzthelferin.


Gemeinsam mit ihrer Tochter Ruth leben die Eheleute unbehelligt bis zur reichsweiten Pogromnach im November 1938. Danach steht ihr Entschluß zur Auswanderung fest. Bei Ausbruch des Krieges 1939 bereits auf hoher See, wird ihr Schiff Richtung Chile wieder nach Hamburg zurückgeholt. Dr. Heyde macht den ganzen Krieg hindurch Praxisvertretungen. Ida Ehre wird von der Gestapo verhaftet. Sie überlebt das KZ Fuhlsbüttel und die Zerstörung der Stadt im Juli 1943.


Als Ida Ehre ihre Theaterarbeit "der Menschlichkeit und Toleranz" im Dezember 1945 mit der Eröffnung der Hamburger Kammerspiele in der Hartungstarße beginnt, ist dies die Wiedergeburt eines Theaters mit einer bis dahin schon langen Tradition. Im ehemaligen Sitz des Jüdischen Kulturbundes wurden noch bis 1941 Stücke aufgeführt - dann wird der Kulturbund liquidiert und das Theater an die Stadt Hamburg zwangsverkauft. Die Nazis haben mit diesem Schritt nicht nur einen wichtigen Bereich der jüdischen Kultur in Hamburg unterbunden – nach der Theaterschließung findet an diesem Ort die Sammlung der jüdischen Mitbürger zur Deportation statt. Am 11. Juli 1942 werden 375 Juden von hier aus nach Auschwitz deportiert.


Die von den Nazis verfolgte Jüdin Ida Ehre ist eine der ersten, die den Deutschen das durch zwölf Jahre Diktatur verschlossene Tor zum dramatischen Welttheater wieder öffnet. Zahlreiche deutsche Erstaufführungen von Schauspielen Sartres, Wilders oder Girodoux' holt sie als Intendantin der Kammerspiele an ihr Theater. Am 21. November 1947, einen Tag nach seinem Tod, wird Wolfgang Borcherts - ursprünglich für den NWDR-Hörfunk konzipierte - Heimkehrerstück, das Schauspiel Draussen vor der Tür, uraufgeführt.


1984 verleiht der Hamburger Senat Professor Ida Ehre als erster Frau die Ehrenbürgerschaft, und der Platz vor der Böblinger Kongreßhalle, in der sie mit ihrem Ensemble immer wieder zu Gast war, trägt den Namen der Mutter Courage des deutschen Theaters, die die Hamburger Kammerspiele bis zu ihrem Tod im Jahre 1989 leitet.

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof findet Ida Ehre ihre letzte Ruhestätte.

Die Staats- und Universitätsbibliothek erwirbt wichtige Teile aus ihrem schriftlichen Nachlass, darunter etwa 500 Briefe, Karten und Telegramme aus den Jahren 1945 bis 1989, eine Sammlung von Theaterkritiken der frühen Jahre 1919-1921 sowie Dokumente, die Ida Ehres Arbeit an den Hamburger Kammerspielen dokumentieren: eigenhändig eingestrichene Rollenbücher, eine Sammlung von Theaterzetteln und die Blätter der Hamburger Kammerspiele von 1946 von 1951.


Links (deutsch):

http://www.frauenbeauftragte.boeblingen.de/archivinhalt/frauenwege/ida.htm

http://www.uni-hamburg.de/PSV/PR/Presse/Unihh/1_01/ida.html

http://borchert.magiers.de/draussen.html