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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Heymann-Marks, Margarete Drucken E-Mail
Margarete Heymann-Marks (Loebenstein)
Keramik-Künstlerin

Geb. 10.8.1899 in Köln
Gest. 11.11.1990 in London/ GB

Seit 1920 ist Margarete Heymann-Marks Schülerin der Keramik-Klasse am Bauhaus und Teilnehmerin der Vorklasse von Johannes Itten . Sie gehört ab 1921 der Bauhaus Werkstatt in Dornburg an nimmt an Lehrveranstaltungen von Paul Klee und Georg Muche teil.

1923 gründet sie im brandenburgischen Marwitz, nördlich von Berlin, zusammen mit ihrem Mann Gustav Loebenstein und dessen Bruder Daniel, eine Keramikwerkstatt und nennt sie nach den phonetischen Anfangsbuchstaben ihres Ehe-Namens Heymann-Loebenstein "HL": "Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik". Sehr schnell wird sie mit ihren künstlerisch hochwertigen Produkte über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Heymann-Loebensteins Betrieb expandiert und exportiert weltweit bis in die Vereinigten Staaten.

Nachdem ihr Mann und ihr Schwager 1928 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, leitet Margarete Loebenstein von nun an die Werkstätten allein verantwortlich, führt ihren mittelständischen Betrieb durch die Wirren der  Weltwirtschaftskrise und beschäftigt Anfang der 30er Jahre immerhin an die 160 Mitarbeiter.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnt allerdings der unaufhaltsame Anfang vom Ende für die renommierte jüdische Keramik-Künstlerin und Unternehmerin Heymann-Loebenstein: am 1. Juli 1933 legt sie unter dem Druck der Nazis ihren Betrieb still und flieht vor der drohenden Verhaftung durch die Gestapo über Dänemark 1936 nach Großbritannien. Der Warenbestand der Haël-Werkstätten im Wert von 10.000 RM wird beschlagnahmt, das Grundstück für einen weit unter seinem Wert liegenden Preis von dem NSDAP-Mitglied Dr. Heinrich Schild erworben und später der Keramik-Künstlerin Hedwig Bollhagen überschrieben. Bollhagen führt den  "arisierten" Betrieb nunmehr unter ihrem Namen erfolgreich weiter und produziert einige der Haël-Entwürfe bis in die sechziger Jahre. Aus "Haël" ist mittlerweile die Marke "HB" geworden, und das von Heymann-Loebenstein entworfene (und bis in die 60er Jahre produzierte) Keramik-Service  Norma legt den Grundstein für Hedwig Bollhagens geschäftlichen Erfolg in der damaligen DDR. Sie ist es, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Deutschlands renommierteste Keramik-Künstlerin (in der Bundesrepublik ebenso wie in der damaligen DDR) gilt - an Margarete Loebenstein hingegen, die immerhin den kreativen Grundstein für den Erfolg des Betriebes gelegt, erinnert sich kaum noch jemand.

Die geistige Schöpferin der Marke "Haël" baut im britischen Exil eine neue Existenz als Keramik-Designerin auf und gründet im Zentrum der englischen Keramik-Industrie, Stoke-on-Trent, einen neuen Produktionsbetrieb. Obgleich ihre Keramikprodukte unter dem Begriff Greta Pottery  hohes Ansehen geniessen, kann sie nicht mehr an den Erfolg der früheren Jahre in Deutschland anknüpfen. Erst 1961 wird Margarete Loebenstein als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung anerkannt und erhält schließlich 1985,  fünf Jahre vor ihrem Tod, eine Entschädigung für ihren damals  weit unter Wert verkauften Keramik-Betrieb.

Quellen:

International: