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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Jacob, Paul Walter Drucken E-Mail
Paul Walter Jacob (Pseud.: Paul Walter)
Dramaturg, Regisseur, Schauspieler, Choreograf und Journalist

Geb. 26.1. 1905 in Duisburg
Gest. 20.7. 1977 in Schwäbisch-Hall


Kurz nach seiner Geburt übersiedelt die Familie aus dem Ruhrgebiet ins rheinische Köln und drei Jahre später nach Mainz, wo der Kaufmannssohn Realgymnasium und Konservatorium besucht und sich nach der Reifeprüfung 1921 an der Berliner Universität für die Fächer Musik, Philosophie und Zeitungswissenschaft einschreibt. Nach bestandener Aufnahmeprüfung an der Theaterschule arbeitet Paul Walter Jacob ab 1925 als Assistent am Staatstheater Berlin und geht dann als Regieassistent zur Staatsoper Unter den Linden.

1929 verläßt Paul Walter Jacob die Reichshauptstadt, um an verschiedenen deutschen Bühnen Erfahrungen zu sammeln. In der Spielzeit 1929/ 30 ist er Oberspielleiter, Dramaturg und Schauspieler am Stadttheater Koblenz, 1930/ 31 an den Städtischen Bühnen in Lübeck, 1931/ 32 an den Städtischen Bühnen Wuppertal (der Geburtsstadt von Else Lasker-Schüler und Armin T. Wegner) und in der nachfolgenden Spielzeit Regisseur für Oper und Operette in Essen. Er bedient alle Genres am Theater und bringt - neben den Klassikern - auch immer wieder Werke moderner und zeitgenössischer Komponisten wie Arnold Schönberg oder Paul Hindemith auf die Bühne.

Bereits seit 1932 ist der überzeugte Pazifist zunehmend Anfeindungen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Jacob flieht nach Amsterdam und von dort weiter nach Paris. Unter dem Pseudonym Paul Walter schreibt er hier zunächst Musikkritiken für diverse deutschsprachige Blätter und ist Mitarbeiter der Liga für Menschenrechte. Ab Herbst 1934 steht er in Luxemburg als Mitglied des Gastspieltheaters Die Komödie wieder auf einer Bühne und arbeitet später auch als Journalist für Radio Luxemburg. 1936 geht Paul Walter Jacob in die Tschechoslowakei ans Stadttheater von Teplitz-Schönau. Zwei Jahre später wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Anfang 1939 emigriert Paul Walter Jacob nach Argentinien und schreibt in Buenos Aires u.a. für das Argentinische Tageblatt, jene Zeitung, in der auch und vor allem Emigranten und Nazi-Gegner in den 30er und 40er Jahren eine publizistische Heimat gefunden haben (und die der ebenfalls aus Nazi-Deutschland geflüchtete Peter Gorlinsky über Jahrzente hinweg verantwortlich leiten wird).

1939 heiratet Jacob, eröffnet 1940 in der argentinischen Metropole seine Freie Deutsche Bühne und wird zwei Jahre später argentinischer Staatsbürger. Seine Bindungen an das Land, dessen Machthaber ihn einst vertrieben haben, bleiben jedoch auch im lateinamerikanischen Exil weiterhin bestehen. Fünf Jahre nach Kriegsende wird der 1949 zurückgekehrte Paul Walter Jacob Intendant der Städtischen Bühnen Dortmund, von 1957 bis 1962 als Generalintendant. Nachdem sein Vertrag nicht mehr verlängert worden ist, arbeitet er in mehreren Städten als freiberuflicher Schauspieler, Sprecher und Regisseur und unterrichtet von 1964 bis 1970 an der Universität Köln.

"1977 vermachte (...) Paul Walter Jacob sein umfangreiches Archiv der Hamburger Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur. Verwaltet wird der Fundus von einer nach ihm benannten Stiftung, die satzungsgemäß wissenschaftliche Projekte fördert, die sich der Erforschung von Leben und Werk Jacobs widmen oder die von ihm begonnene Aufarbeitung des Themas "Theater im Exil" fortsetzt (....) Der Nachlass (...) umfasst eine Bibliothek von ca. 4000 Bänden und andere Dokumente (ursprünglich ca. 50 Umzugskartons mit Fotos, Zeitungsausschnitten, Periodika, Partituren, Manuskripten, Typoskripten, Briefen u.a.).

Schwerpunkt der Sammlung sind das Ausschnittarchiv mit über 100 000 Zeitungsausschnitten aus deutschen, europäischen und südamerikanischen Zeitungen und Zeitschriften von Mitte der zwanziger bis in die siebziger Jahre (die online abgefragt werden können ), die Bestände zur Freien Deutschen Bühne Buenos Aires und zur Intendanz Jacobs in Dortmund sowie die Dokumente der zahlreichen unselbständigen und selbständigen Veröffentlichungen Paul Walter Jacobs." (*)

Quellen:

http://www.juedischeliteraturwestfalen.de/index.php?valex=101&vArticle=1&author_id=00000145&id=1

http://www1.uni-hamburg.de/exillit/neueversion/pwj/zurperson.htm

(*) http://www.theaterforschung.de/resource.php4?ID=79

Links (deutsch):

http://de.wikipedia.org/wiki/P._Walter_Jacob

http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/REL?PPN=118722964

http://www.filmportal.de/df/5f/Uebersicht,,,,,,,,73FBBEDB800148AE8AF4A50819D3E2D0,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html