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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Schwesig, Karl Drucken E-Mail

Karl Schwesig
Maler und Grafiker


Geb. 19.6. 1898 in Gelsenkirchen
Gest.19.6. 1955 in Düsseldorf


Körperlich gehandikapt (kleinwüchsig), studiert an der Düsseldorfer Akademie, gehört zum Künstlerkreis um Mutter Ey, 1921 Mitglied des „Jungen Rheinlandes“, 1924 Mitherausgeber der satirischen Zeitschrift „Die Peitsche“, 1928 Mitbegründer der „Rheinischen Sezession“, wird 1930 Mitglied der ASSO Düsseldorf und der KPD, 1930 für sechs Monate in Südfrankreich.


1933 Herstellung und Verbreitung antifaschistischer Flugblätter, Verhaftung und Folterung im Düsseldorfer „Schlegelkeller“, 1933/34 Gefängnis, nach der Entlassung Beginn der Schlegelkeller-Zeichnungen in Düsseldorf, 1935 illegale Emigration nach Antwerpen, erhält politisches Asyl, 1935/36 Vollendung des 60 Blatt umfassenden Zyklus „Schlegelkeller“ und Ausstellung auf dem „Ersten Europäischen Amnestie-Kongreß“ in Brüssel 1936, dann in Amsterdam im Rahmen der Veranstaltung „De Olympiade onder Dictatuur“ sowie 1937 in Moskau; antifaschistische Plakate, Zeichnungen und Foto-montagen (u.a. zum Spanischen Bürgerkrieg); Entfernung von 17 seiner Arbeiten aus öffentlichen deutschen Kunst-sammlungen, ausgebürgert am 18.9.1937 (Liste 18, Nr. 45), 1938 Mitarbeit an der illegalen, antifaschistischen Kölner „Rosenmontagszeitung“; 1940 nach der Invasion deutscher Truppen in Belgien Flucht nach Frankreich, dort Festnahme und Transport in das französische Internierungslager St. Cyprien, später nach Gurs (zeichnet dort Miniaturen und Briefmarken), 1941-43 Noé u.a., 1943 Deportation nach Düsseldorf, Zwangs-arbeit, verbleibt nach dem Krieg in Deutschland, Heirat mit Hannelore Müller und Familiengründung, weiterhin politisch aktiv.


Arbeiten in Deutschland vor der Emigration

Expressiv realistische Malerei und kritisch satirische Graphik, vielversprechender Karrierebeginn; als sozialistischer Avantgarde-Künstler verfolgt


Im belgischen Exil und in der französischen Internierung

Veristische Zeichnungen zum politischen Zeitgeschehen und über das persönlich Erlebte und Beobachtete (Folter, Internierung), propagandistische und satirische sowie groteske Karikaturen, auch einige Landschaftsaquarelle, sehr produktiv.


Nach der Rückkehr nach Deutschland (BRD)

Weiterhin Anti-Nazi-Karikaturen sowie kritische Zeichnungen zur politischen Situation im Nachkriegsdeutschland (West), wenige (unpolitische) Gemälde, politisch und ästhetisch isoliert.


Weitere Kurzbiographien

Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, hg. vom Institut für Zeitgeschichte München und der Research Foundation for Jewish Immigration New York. 2 Bde. und 1 Reg.bd. München, New York, London, Paris 1980 und 1983: Bd. 2, II, S. 1066; Janet Blatter/Sybil Milton: Art of the Holocaust. New York 1981 und London 1982, S. 263; Evelyn Gutbrod: Künstlerbiographien. In: Werner Haftmann: Verfemte Kunst. Bildende Künstler der inneren und äußeren Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus, hg. von Berthold Roland. Köln 1986, S. 388-410, hier S. 408; Richard Hiepe: Gewissen und Gestaltung. Deutsche Kunst im Widerstand. Frankfurt/Main 1960, S. 61; Kurt Flemig: Karikaturisten-Lexikon. München, New Providence, London, Paris 1993, S. 260; Kunst im Widerstand. Malerei, Graphik, Plastik. 1922-1945, hg. von Erhard Frommhold. Dresden 1968 und Frankfurt/Main 1968, S. 570; Gabriele Mittag: „Es gibt Verdammte nur in Gurs“. Literatur, Kultur und Alltag in einem südfranzösischen Internierungslager 1940-1942. Tübingen 1996 (= Diss. FU Berlin 1994), S. 292; Revolution und Realismus. Revolutionäre Kunst in Deutschland 1917 bis 1933, hg. von Christine Hoffmeister u.a. Ausstellungskatalog zum 50. Jahrestag der Gründung der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands. Berlin (DDR) 1978, Anhang, S. 82; Vom Expressionismus zum Widerstand. Kunst in Deutschland 1909-1936. Die Sammlung Marvin und Janet Fishman, hg. von Reinhold Heller. Ausstellungskatalog Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main u.a. München 1991, S. 234; Wem gehört die Welt – Kunst und Gesellschaft in der Weimarer Republik. Ausstellungskatalog hg. von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst. 4. Aufl. Berlin (West) 1977, S. 357; Widerstand statt Anpassung. Deutsche Kunst im Widerstand gegen den Faschismus 1933-1945, hg. vom Badischen Kunstverein Karlsruhe. Berlin (West) 1980, S. 276; Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation. München 1994 (d. i. die überarb. Neuausgabe von: ders.: Die Kunst der verschollenen Generation. Deutsche Malerei des expressiven Realismus von 1925 bis 1975. Düsseldorf, Wien 1980), S. 445


Nachlass

Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf (vor allem Gemälde) und Beit Lohamei Haghetaot (Ghetto Fighters’ House), Westgaliläa/Israel (Zeichnungen aus der Internierungszeit)

Sammlungen

Leo Baeck Institute New York, Stadtmuseum Düsseldorf, Günter Goebbels, Langenfeld


Werk- und Literaturauswahl

Kölner Rosenmontagszug 1938. Mit 8 Illustrationen nach Tuschzeichnungen von Karl Schwesig. (Antwerpen 1938)
Schwesig, Karl: Les Inutiles (Die Nutzlosen). 18 Radierungen. Düsseldorf: Edition der Galerie Remmert und Barth 1948/49
Schwesig, Karl: Schlegelkeller. Zeichnungsfolge. Antwerpen 1936 (verschollen, Puschkin-Museum, Moskau); Buchentwurf mit Fotos nach den Zeichnungen. Antwerpen 1937; Erstveröffentlichung mit einem Vorwort von Heinrich Mann und dem Schlegelkeller-Bericht des Künstlers, hg. von der Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf. Berlin 1983
Schwesig, Karl: Ein Pyrenäenbericht. In: Michael Philipp: Gurs – ein Internierungslager in Südfrankreich 1939-1943. Literarische Zeugnisse, Briefe, Berichte. Hamburg 1991, S. 65-71
Goebbels, Günter (Hg.): Karl Schwesig – Emigration Belgien 1935-1940. Unveröffentlichtes Konvolut von Dokumenten. 5 Exemplare, ohne Ort und Jahr (Langenfeld 1981ff. wird laufend ergänzt), unpag., jeweils ein Ex. beim Autor; bei Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf, im Stadtmuseum Düsseldorf, Goethe Institut Brüssel, Holocaust Memorial Museum Washington)
- -: Karl Schwesig in Belgien und dortige Freunde. Achtseitige Beilage zu: Karl Schwesig. 1898-1955. Gemälde – Graphik – Dokumente. Dreisprachiger Ausstellungskatalog des Goethe-Instituts Brüssel. Brüssel 1986
herausGEfordert (sic) – Bilder des Widerstands. Zum Gedenken an Hubert Berke und Karl Schwesig. Ausstellungskatalog Städtisches Museum Gelsenkirchen. Konzeption: Leane Schäfer. Gelsenkirchen 1998
Karl Schwesig. Leben und Werk, hg. von Herbert Remmert und Peter Barth. Berlin 1984 (= Karl Schwesig. 1898-1955. Gemälde, Graphik, Dokumente. Ausstellungskatalog Stadtmuseum Düsseldorf u.a.)
Karl Schwesig. 1898-1955. Gemälde, Aquarelle, Graphiken, Dokumente. Verkaufs- und Ausstellungskatalog Galerie Remmert und Barth. Düsseldorf 1981


Autorin:

Rosa von der Schulenburg