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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Carl von Ossietzky
Journalist und Schriftsteller


Geb. 3.10.1889 in Hamburg
Gest. 4. 5.1938 in Berlin


"Ossietzky, den man so zerschund,
Daß er, voltairisch lächeln schied...
Als man den Friedenspreis ihm bot,
Schloß er grad Frieden mit dem Tod...
Der beste Jahrgang deutscher Reben
Ließ vor der Ernte so sein Leben..."

(Walter Mehring)

"Ich gehe nicht aus Gründen der Loyalität ins
Gefängnis, sondern weil ich als Eingesperrter
am unbequemsten bin."

(Carl von Ossietzky)

Der junge Carl von Ossietzky verläßt die Rumbausche Realschule in Hamburg ohne Abschluß und arbeitet ab 1907 als Hilfschreiber beim Amtsgericht Hamburg. 1908 tritt er der von Hellmuth von Gerlach geleiteten Demokratischen Vereinigung bei. Seinen ersten größeren Vortrag hält von Ossietzky 1909 über Militärdiktatur oder Bürgerrecht in der Demokratischen Vereinigung. Im darauffolgenden Jahr wird er ins Grundbuchamt der Stadt Hamburg versetzt. 1911 erscheint sein erster Beitrag in der Zeitschrift Das freie Wort. Am 5. Juli 1913 der Artikel Das Erfurter Urteil.


Am 19. August 1913 heiraten Carl von Ossietzky und Maud Hester Lichfield-Woods. Am 1. Februar 1914 scheidet er aus dem Justizdienst aus und wird einige Monate später zu 200 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Mit seinem Artikel Das Erfurter Urteil hat er - so die Urteilsbegründung - die Militärjustiz beleidigt. 1915 wird Carl von Ossietzky Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Hamburg-Altona der Deutschen Friedensgesellschaft und nimmt kurze Zeit später aus finanziellen Gründen seine Tätigkeit im Justizdienst wieder auf.


Am 14. Juni 1916 wird Ossietzky als Armierungssoldat einberufen und kurz darauf an die Westfront versetzt.

Nach Kriegsende arbeitet er ab 1919 als Lektor im pazifistisch-freidenkerischen Pfadweiser-Verlag. Er verläßt den Justizdienst erneut und schließt sich dem Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat an.
Im Juli 1919 wird Carl von Ossietzky Sekretär der Deutschen Friedensgesellschaft in Berlin (deren Vorsitzender in den späten 20er Jahren u. a. Fritz Küster ist). Ossietzky zieht nach Berlin um. Im Dezember wird seine Tochter Rosalinde geboren. Ab Juni 1920 ist er als Redakteur für die republikaniscg-pazifistische Berliner Volks-Zeitung tätig und zeichnet als Schriftleiter der Nie-Wiederr-Krieg-Ausgabe zum 1. August 1921 verantwortlich.


"Wenn (...) die deutsche Republik leben will, dann muß von ihren führenden Politikern gefordert werden, daß sie sich vom Wahn befreien, ihrer Sache dadurch zu dienen, indem sie eine Denkungsart als Krücke benutzen, über welche die Geschichte die Akten geschlossen hat und die immer wieder Barrieren errichtet zwischen Deutschland und seinen früheren Gegnern. Allzu viel ist bereits gesündigt worden, und die Abrechnung dafür hart genug. Weil man dem neuen Geist nicht traute, der mit den heimkehrenden Truppen ins Land kam, weil man nicht verstand, aus diesem überreichen seelischen Kapital Nutzen zu ziehen, weil man sich mitten im ärgsten ökonomischen Wirrwarr, anstatt sich um das Nächstliegende zu kümmern, wegen der Formen der vollsozialisierten Gesellschaft gegenseitig verketzerte, weil man, in jedem Lager, auf die Parteiparole schwor, ohne an die regenerierende Kraft der Idee zu glauben, deshalb tappt heute die deutsche Republik am Hang des Abgrunds..."

(Carl von Ossietzky in Neue Schweizer Zeitung, 14. und 21.5.1921, hier zitiert aus: H. Donat/ A. Wild (Hrsg.): Carl von Ossietzky - Republikaner ohne Republik, Donat & Temmen Verlag, Bremen 1986, ISBN 3-924444-19-6, S. 103)


Im Januar 1924 gehört Carl von Ossietzky zu den Mitbegründern der Liga Junge Republik in Berlin, kandidiert in Potsdam für die neu gegründete Republikanische Partei und arbeitet als Redakteur der Wochenschrift Das Tagebuch. Ab 20. April 1926 ist er Mitglied der Weltbühne-Redaktion und übernimmt am 11. Oktober 1927 die Leitung. Am 16. Dezember wird er wegen Beleidigung der Reichswehr zu einem Monat Haft verurteilt, die später in 600 Reichsmark Geldstrafe umgewandelt werden.


Ossietzky wird am 23. November 1931 erneut verurteilt, und zwar als redaktionell Verantwortlicher für den vom ehemaligen Fliegeroffizier Walter Kreiser im März 1929 verfassten Weltbühne-Artikel "Windiges aus der deutschen Luftfahrt" . Am 10. Mai 1932 tritt Carl von Ossietzky seine Haft im Gefängnis Berlin-Tegel an, wird kurz vor Weihnachten jedoch im Rahmen einer Amnestie wieder entlassen.


Am 28. Februar 1933 - in der Nacht des Reichstagsbrandes - wird der Pazifist und Nazi-Gegner erneut verhaftet. Auf Anordnung der Gestapo bringt man ihn zunächst in die Haftanstalt Berlin-Spandau und am 6. April ins Konzentrationslager Sonnenburg. Von dort erfolgt im Februar 1934 der Weitertransport des Schutzhäftlings von Ossietzky ins KZ Papenburg-Esterwegen. Im Juni desselben Jahr beginnt eine internationale Friedens-Nobelpreiskampagne, getragen u.a. von deutschen Flüchtlingen, Pazifisten und Intellektuellen aus ganz Europa, darunter Willy Brandt, Thomas Mann und Albert Einstein.


Mit einer schweren Tuberkulose wird er Ende Mai 1936 in das Staatskrankenhaus der Polizei in Berlin eingeliefert, wo er weiterhin unter Bewachung steht.

Der schwer Kranke wird Ende Mai 1935 ins Staatskrankenhaus nach Berlin verlegt, Anfang November in die Klinik Westend. Am 23. November 1936 wird ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt. Die Annahme des Preises wird ihm von Adolf Hitler verboten, seine Ausreise abgelehnt. Die Nobelpreisverleihung findet in Oslo ohne von Ossietzky statt.

Der bedeutendste Publizist der Weimarer Republik stirbt im Alter von 48 Jahren im Berliner Krankenhaus Nordend, noch immer unter Polizeiaufsicht, geschwächt durch Tuberkulose und die im KZ erlittenen Misshandlungen. Sein Grab auf dem Städtischen Friedhof in Berlin-Pankow wird als Ehrengrab gepflegt


Links (deutsch):

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/OssietzkyCarl

http://docserver.bis.uni-oldenburg.de/publikationen/bisverlag/schfri97/schfri97.html

http://homepage.hamburg.de/menschenrechtsbund/ossietzky.html

http://www.shoa.de/p_carl_von_ossietzky.html

http://www.berlinische-monatsschrift.de/bms/bmstext/9805deua.htm

http://library.fes.de/library/netzquelle/rechtsextremismus/quelle21.html

http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/738/11727

http://www.gegen-diktatur.de/beispiel.php?beisp_id=353&tafel_id=6&thema=0#

http://www.heinrich-hannover.de/ossietzky.htm

http://www.bis.uni-oldenburg.de/bisverlag/unireden/ur20/kap1.pdf

http://www.bis.uni-oldenburg.de/bisverlag/unireden/ur47/kap1.pdf

http://www.rrz.uni-hamburg.de/exillit/Berendsohn/bibliothek.html

http://www.cine-holocaust.de/cgi-bin/gdq?dfw00fbw002799.gd

http://www.diz-emslandlager.de/lager/lager07.htm

http://www.ilmr.de/lounge/pdf/liga_selbsdarstellung.pdf


International:

http://www.nobelpreis.org/norsk/frieden/ossietzky.html

http://www.fredsakademiet.dk/library/carl/newcarl.htm

http://www.irwinabrams.com/articles/ossietzky.html

http://learning.dada.at/res/pdf/PA005PRO.PDF

http://www.leksikon.org/art.php?n=1970

http://www.hagglundsforlag.se/forfattaredok/Myrdal%20Jan/Narfasaden.htm

http://www.fred.dk/artikler/tyskland.htm