DeutschEnglishSpanishČeštinaHebrew (Israel)FrenchFarsiPolish

Spenden

Betteln ist eine sehr unangenehme Sache,  betteln aber und nichts bekommen ist noch unangenehmer. (Heinrich Heine)

Helfen sie uns mit beim weiteren Aufbau dieses Zentrums!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Veranstaltungen

NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

Wir auf Facebook

Peter Lorre (eigtl. László Loewenstein)
Schauspieler


Geb.: 26.6.1904 in Rószahegy/ Österreich-Ungarn
Gest.: 23.3.1964 in Hollywood/ USA


Von Deutschland, dass er 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft verlies, hatte er sich mit einem Fernschreiben an Propagandaminister Goebbels mit den folgenden Worten verabschiedet: "Für zwei Mörder wie Hitler und mich ist in Deutschland kein Platz."


Lorres schauspielerische Laufbahn führte über Wien, Breslau und Zürich nach Berlin, wo ihn zunächst 1929 Bertolt Brecht für das Theater entdeckte und als Fabian in Marieluise Fleißers Pioniere in Ingolstadt einsetzte. "Ein neues Gesicht war da, ein fürchterliches Gesicht: der hysterische Kleinbürgerssohn, dessen glotzäugiger, schwammiger Kopf gelblich aus dem Anzug quillt; wie dieser Bursche zwischen Phlegma und hysterischem Ausbruch taumelt, wie er zage geht und greift und manchmal gierig zutapst, das werden auch Ältere als ich kaum so unheimlich auf dem Theater erblickt haben. Dieser Mensch heißt Peter Lorre. Wenn er auch andere Gestalten so deckend darstellen kann, ist hier ein Schauspieler ersten Ranges," schrieb Kurt Pinthus am 2.4.1929 im Berliner 8-Uhr-Abendblatt


Fritz Lang wiederum entdeckte Lorre in dieser Rolle für den Film und engagierte ihn für die Hauptrolle von M - Eine Stadt sucht einen Mörder UA 11.5.1931, dem ersten deutschen psycho-logischen Kriminal- Tonfilm, der ein Welterfolg und Lorres internationaler Durchbruch wurde. Lorres Gegenspieler, der Boß der Unterwelt war hier Gustaf Gründgens, dessen Organisation bemüht um die Ganovenehre, sich an der Jagd nach dem intelligenten, kinderschänderischen Triebverbrecher beteiligte.

Im November- Dezember 1931 spielte Peter Lorre den moralisch verkommenen Tunichtgut Alfred in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wienerwald im Deutschen Theater unter der Regie von Heinz Hilpert.

Nach der Triebverbrecher-Rolle in M-Eine Stadt sucht einen Mörder, konnte sich Lorre in den USA, wenn überhaupt, nur
schwer von dem ihm nun anhaftenden Rollenklischee des brutalen, zynischen, psychisch gestörten, lauernden Verbrechers frei machen, war wie die meisten aus Deutschland nach Hollywood kommenden Schauspieler - mann denke an Gert Fröbe und andere Gegenspieler von James Bond - der Bösewicht vom Dienst.

Immerhin war er zum Glück über Wien, Paris und London den Nazis nach Amerika entkommen, wo er mit Humphrey Bogart befreundet, auch neben diesem mit Curt Bois und Ingrid Bergman in Casablanca spielte.


"An den Schauspieler P.L. im Exil – „Höre, wir rufen dich zurück. Verjagter / Jetzt sollst Du wiederkommen. Aus dem Land / Da einst Milch und Honig geflossen ist / Bist Du verjagt worden. Zurückgerufen / Wirst Du in das Land, das zerstört ist. / Und nichts anderes mehr / Können wir Dir bieten, als dass du gebraucht wirst. / Arm oder reich / Gesund oder krank / Vergiss alles / Und komm.“

Bert Brecht


Ein Comeback-Versuch im Nachkriegs-Deutschland scheiterte. Am 23. März 1964 starb Peter Lorre erst 59jährig an einem Herzschlag in seiner Wohnung in Hollywood.

Für einige der Filme ist das Copyright bereits abgelaufen; diese können von www.archive.org kostenlos (und legal!) heruntergeladen werden.

Autor:

Brendan Botheroyd


Literatur:

Michael Omasta, Brigitte Mayr, Elisabeth Streit
Peter Lorre - Ein Fremder im Paradies
Zsolnay-Verlag, Wien 2004, ISBN 3-552-05291-7

Mit Beiträgen von Ilse Aichinger, Elfriede Jelinek, Theodore
Bikel, Christian Petzold, Robert Schindel, Christoph Fuchs,
Gerd Gemünden, Christoph Huber, Monika Meister, Peter
Nau, Enno Patalas, Daniela Sannwald, Georg Seeßlen

Felix Hofmann u. Stephen D. Youngkin:
Peter Lorre - Portrait
des Schauspielers auf der Flucht. München 1998
belleville-Verlag, München 1998
ISBN 3-92364641-0

Gerd Gemünden: From `Mr.M´ to `Mr.Murder´: Peter Lorre
and the Actor in Exile. In: Light Motives, hg.v. R.Halle u. M. McCarthy, Detroit 2003, S.85-107

Links (deutsch):

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.l/l878333.htm

http://www.filmmuseum.at/fm/default.pxml?lang=de

http://www.mdr.de/artour/archiv/1434443.html

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/film/reihen/66527

http://www.br-online.de/kultur-szene/hoerspiel/aktuell/index.shtml

http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?DATUM=20040205&SEITE=020040205005

http://www.taz.de/pt/2004/06/22/a0210.nf/text.ges,1

http://www.germanhollywood.com/casabl.html

International: