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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Belling, Rudolf Edwin Drucken E-Mail
Rudolf Edwin Belling
Bildhauer

Geb.: 26.8. 1886 in Berlin
Gest. 9.6.1972 in Krailling


Der Sohn aus konservativem Elternhaus besucht zuerst die Volksschule in Steglitz und danach ein preussisch-militärisches Internat. Seine anschliessende kaufmännische Lehre führt er zwar zuende, arbeitet jedoch nie in seinem erlernten Beruf, widmet sich statt dessen eine weitere Ausbildung in einer kunstgewerblichen Werkstatt und vervollkommnet seine Kenntnisse an einer Handwerkerschule. Der Autodidakt Belling besucht Abendkurse für Zeichnen und Modellieren und hört Vorlesungen in Anatomie an der Tierärztlichen Hochschule Berlin.

1908 eröffnet Rudolf Belling, zusammen mit Emil Kaselow, ein Atelier für Kleinplastik, Dekoration und Kunstgewerbe und übernimmt ab 1909 Spezialaufträge für Theateraufführungen von Max Reinhardt. Ein Jahr später jedoch wird das Unternehmen bereits wieder aufgelöst. Belling arbeitet in der Kaschierabteilung einer Bühnenwerkstatt und knüpft in dieser Zeit zahlreiche Bekanntschaften in der Kunst- und Theaterszene, darunter mit Max Reinhardt, Ernst Stern und Hans Poelzig, seines Zeichens Maler, Architekt, Bühnenbildner und Hochschullehrer, der ihm auch in seiner späteren Exilzeit zur Seite stehen wird. Durch seine  bühnenbildnerische Arbeit kommt Belling mit dem Expressionismus in Berührung. Besonders das Motiv des Tanzes wird sein späteres bildhauerisches Arbeiten immer wieder beeinflussen.

1911 nimmt ihn Peter Breuer, Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Berlin-Charlottenburg, ohne Vorstudium in seine Meisterklasse auf und stellt ihm sogar ein eigenes Schüleratelier zur Verfügung. Dadurch kann Belling  nun sowohl seinem bisher autodidaktisch geführten Studium als Bildhauer endlich auch eine akademische Basis  geben als auch weiterhin durch die Bühnenbildnerei Geld verdienen. Während des Ersten Weltkrieges dient er von 1915 bis 1917 als Soldat der Fliegertruppe Berlin-Adlershof in der Modellabteilung.

Die revolutionären Strömungen nach Kriegsende 1918 ziehen auch den Künstler Belling in ihren Bann, und sehr bald gehört er auch dem von Architekten, Malern, Bildhauern und Kunstschriftstellern neu gegründeten Arbeitsrat für Kunst an. Noch im Dezember  desselben Jahres wird von Bruno Beye, César Klein, Max Pechstein und Wilhelm Schmidt die progressive Künstlervereinigung Novembergruppe gegründet, in der Maler, Bildhauer und Stadtplaner zusammenwirken und eine Verbindung von Kunst und Künstler zum Volk herstellen wollen. Zu den Mitgliedern gehören in den Folgejahren u.a. Hanns Eisler, Conrad Felixmüller , Lyonel Feininger , Otto Freundlich , Georg Tappert und Stefan Wolpe .  Ziel der Novembergruppe ist dabei unter anderem, Einfluss auf öffentlich kulturelle Aufgaben wie die Ausbildung in Kunstschulen und Akademien zu nehmen. Bis 1932 gehört Rudolf Belling dem Vorstand der Gruppe an.   

1919 entsteht seine berühmte Plastik "Dreiklang". Neben der bildenden widmet sich  Belling in dieser Zeit auch der angewandten Kunst und fertigt 1920 und 1921 Reklameaufbauten und Schaufensterfiguren an. Nach seiner Heirat mit der Tänzerin Toni Friedlaender begibt sich der Künstler zwischen 1924 und 1926  auf Studienreise durch Europa, arbeitet in den folgenden Jahren, zusammen mit einer Reihe bedeutender Architekten, an privaten- und öffentlichen Gebäuden und entwirft zudem zahlreiche plastische Bildnisse.
1931 wird er zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ernannt, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten jedoch boykottiert, sein Schaffen als entartet diffamiert und er selber zum Austritt aus der Akademie genötigt. 1935 erhält Belling einen Lehrauftrag in New York und nutzt die Gelegenheit zur Emigration. Nach der Scheidung von seiner Frau kehrt er zwar noch einmal 1936 kurz ins Deutsche Reich zurück, muß aber im darauffolgenden Jahr endgültig seine Geburtsheimat verlassen und findet durch Vermittlung seines Freundes Hans Poelzig Aufnahme in der Türkei und eine Arbeitsmöglichkeit an der Kunstakademie von Istanbul. Die Kriegsjahre verbringt er im türkischen Exil. 1944 wird sein Berliner Atelier durch Bomben zerstört: Viele von Bellings Entwürfen und Originalen sind unrettbar verloren. 
Ab 1951 arbeitet er an der Technischen Universität Istanbul. Fünf Jahre später erfolgt zwar seine Wiederernennung zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste, nach  Deutschland kehrt er jedoch erst ein Jahrzehnt danach: 1966. Der mit zahlreichen nationalen und internationelen Preisen ausgezeichnete Ehrendoktor der Technischen Universität München stirbt im Alter von fast 86 Jahren in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt. Bellings Nachlaß  wird in München von seiner Tochter Elisabeth betreut.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Belling

Links (deutsch):

http://rudolfbelling.com/home.html

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BellingRudolf/index.html

http://www.rudolf-belling.de

International:

http://en.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Belling