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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Paul Czinner
Filmregisseur


Geb. 30.5. 1890 in Budapest/ Österreich-Ungarn
Gest. 22. 6. 1972 in London/ Großbritannien


Wie so viele ungarische Intellektuelle in der Doppelmonarchie ging auch der junge Paul Czinner nach dem Abitur zuerst nach Wien. Er studierte Philosophie und Literatur. Nach seiner Promotion arbeitete Dr. Czinner zunächst als Journalist, was ihn aber auf Dauer unbefriedigt ließ. Das junge Medium Film lockte. Zuerst schrieb er Drehbücher, bald jedoch wollte er das Umsetzen seiner Texte auf Zelluloid nicht mehr anderen Kollegen überlassen; den Tonfilm gab es ja noch nicht, gerade deshalb musste die Handlung besonders sensibel umgesetzt werden. Das aber wollte er lieber selber machen.


Schnell genügte es ihm auch nicht mehr, nur Autor und Regisseur zu sein. So wurde er auch Produzent einiger seiner Werke und konnte über Ausstattung und Besetzung frei entscheiden. Für den Film Nju bot er einer aufstrebenden jungen Schauspielerin 1924 die Hauptrolle an. Sie hieß Elisabeth Ettel, stammte aus Galizien, hatte unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin und in einem ersten Film bereits auf sich aufmerksam gemacht. Doch von nun an machte sie jahrelang nur Filme mit Paul Czinner. Es wurde eine erfüllte künstlerische und persönliche Zusammenarbeit. Unter ihrem Künstlernamen Elisabeth Bergner zu einer Ikone des damaligen Films und Paul Czinner der Mann an ihrer Seite – sonst ist es ja häufig umgekehrt.


Nju war der erste gemeinsame Erfolg. Dann ging es Schlag auf Schlag mit Liebe (1926) oder Dona Juana (1927). Ihren größten Stummfilmerfolg feierten sie in der Arthur-Schnitzler-Verfilmung Fräulein Else (1928/29). Im Gegensatz zu vielen anderen Stummfilm-Stars schaffen die Bergner und ihr Regisseur Paul Szinner mit Ariane (1930/31) mühelos den Übergang zum Tonfilm.

Nach ihrer gemeinsamen Flucht über das noch unbesetzte Wien gehen Paul Czinner und Elisabeth Bergner bereits 1933 nach London. Dort heiraten sie und können ihre Dreharbeiten fortsetzen, sind also auch im Exil erfolgreich, was den meisten ihrer Schicksalsgenossen nicht vergönnt war.

Bis 1939 dreht Czinner ausschließlich mit seiner Frau, die dann in die USA geht, später zurückkehrt und nach dem Zweiten Weltkrieg partiell auch wieder in Deutschland arbeitet. Czinner jedoch bleibt in seinem Gastland, dessen Staatsangehörigkeit er längst angenommen hat, bis zu seinem Tode.

Autor:

Hajo Jahn