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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Leon Askin (eigtl. Leo Aschkenasy)
Regisseur und Schauspieler


Geb. 18. 9. 1907 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 3.6. 2005 in Wien/ Österreich


"Mich zog es unausweichlich zur Schauspielerei. Dieser Beruf sollte mein Leben sein und ist esbis heute geblieben."

"Für einen Flüchtling kann es keine Wiederkehr in die Heimat, aber auch kein Gefühl des Zuhauseseins in der Fremde geben."

"Ich bin keine Legende, sondern nur ein Mensch, der ein erfolgreiches Leben geführt hat, meist gezwungenermaßen, ein erfolgreiches Leben im hohen Alter, vorher ein mittelmäßig erfolgreiches Leben. Ich habe mir meinen Erfolg erkämpft, eraltert."

(Leon Askin)


Der Sohn eines überzeugten Sozialisten und einer künstlerisch veranlagten Mutter wird am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, geboren. Seine Kindheit und Jugendjahre in einem häuslichen Spannungsfeld von Politik und Kultur sind nicht zuletzt von den politischen Änderungen des Übergangs von der Monarchie zur Republik geprägt, von der Hinwendung des Vaters zum orthodoxen Judentum, von den ersten Erfahrungen mit Antisemitismus und immer wieder vom Theater. Der Berufswunsch des jungen Leo steht sehr bald fest: er will zur Bühne.


1925 spricht der Achtzehnjährige bei Hermann Rhomberg vor, der ihm an die Akademie für darstellende Kunst weiterempfiehlt. Aschkenasy kann die Studiengebühren jedoch nicht zahlen und nimmt statt dessen Schauspielunterricht an einer Volkshochschule bei Hans Thimig, der dem vielversprechenden Nachwuchstalent später auch Privatstunden gibt. Zusätzlich nimmt Leo Unterricht in Sprech- und Atemtechnik und wird Mitglied in einem Sprechchor.

Am 25. Mai 1926 steht er zum ersten Mal in dem Rolf Lauckner-Stück Schrei aus der Straße auf der Bühne. Es folgen Auftritte in Der holländische Kaufmann von Lion Feuchtwanger und in Das Apostelspiel von Max Mell. Ab 1927 studiert Leo Aschkenasy an der Neuen Schule für dramatischen Unterricht, angeschlossen an die Schauspieler im Theater in der Josefstadt unter der Führung von Max Reinhardt, die ein Jahr später von Max Reinhardt übernommen wird und fortan dessen Namen trägt. .

1928 wechselt er an die Städtischen Bühnen Düsseldorf, spielt am renommierten Louise-Dumont-Schauspielhaus und kehrt, nach dem Tod von Louise Dumont im Jahre 1932 und der Auflösung ihres Theaters, wieder an die Städtischen Bühnen Düsseldorf zurück, wo er den Borachio in Shakespeares Viel Lärm um nichts, den Baron von Wernthal in Grabbes Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung, den Expedienten Pfeifer in Hauptmanns Die Weber und Spiegelberg in Schillers Die Räuber verkörpert.

Am 11. März 1933 wird der jüdische Schauspieler vom Theater zwangsbeurlaubt, darf das Haus nicht mehr betreten, wird am 15. April 1933 auf der Düsseldorfer Königsallee verhaftet und in einer SA-Kaserne mißhandelt.

Einen Tag nach seiner Freilassung verläßt Leo Askin das Deutsche Reich und emigriert nach Frankreich. Hier spielt er politisches Kabarett mit Lilli Palmer, Felix Bressart, Kurt Gerron und Robert Thoeren. 1935 kehrt er vorübergehend nach Wien zurück und arbeitet als Regisseur und künstlerischer Leiter der Kleinkunstbühne ABC mit so namhaften Künstlern wie Jura Soyfer, Hans Weigel, Jimmy Berg und Fritz Eckhart zusammen.

Seine Tätigkeit beim ABC unterbricht er für ein halbes Jahr und geht als Regisseur und Schauspieler ans Linzer Landestheater, wo seine Inszenierung von Emmet Laverys Jesuitendrama Die erste Legion zum ersten großen Regieerfolg am Theater wird. Wieder in Wien erhält Leo Aschkenasy 1937 vom Direktor der Josefstadt das Angebot, die Hauptrolle in der Josefstadt-Inszenierung von Die erste Legion unter der Regie von Otto Preminger zu übernehmen.


1938 flieht er vor den Nazis aus Österreich und geht wiederum nach Paris. Hier nimmt er, auf Zuraten von Bertha Zuckerkandl, Kontakt mit Maria Ley auf, bekannt für ihre Unterstützung von Flüchtlingen mit dem Regisseur Erwin Piscator verheiratet, der Aschkenasy als Regieassistenten und Sekretär anstellt. Ende 1938 verläßt das Ehepaar Piscator Frankreich und emigriert in die Vereinigten Staaten. Kaum ein Jahr später wird ihr Assistent in das französische Internierungslager Meslay du Maine deportiert, kann jedoch nach seiner Entlassung am 12. Februar 1940 ebenfalls in die USA ausreisen.


Über Vermittlung von Erwin Piscator erhält Aschkenasy die künstlerische Leitung des Washington Civic Theatre. Von 1942-46 dient er in der PR-Abteilung der US Air-Force, erhält noch während seines Militärdienstes die US-Staatsbürgerschaft und nennt sich von nun an Leon Askin.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebt Askin zuerst in New York, betreibt eine literarische Agentur, arbeitet als Schauspieler und Regisseur und lehrt am American Theatre Wing. Mit der Darstellung eines sowjetischen Agenten in dem Spionagefilm Assigment Paris beginnt 1952 Askins Karriere beim Film. Er spielt in über sechzig Hollywood-Streifen (allerdings überwiegend in Nebenrollen) an der Seite von Stars wie Doris Day, Danny Kaye, Gloria Swanson, Richard Burton, Elizabeth Taylor und Peter Ustinov und steht 1960 unter der Regie von Billy Wilder in One, Two, Three vor der Kamera.


1994 kehrt Leon Askin in seine Geburtsstadt zurück, wo er seitdem für Hörfunk, Film, Theater und Wissenschaft arbeitet.

Im Alter von 97 Jahren stirbt Leon Askin in Wien und wird auf dem Zentralfriedhof in einem einem Ehrengrab der Stadt (wie u.a. auch Viktor Matejka) beigesetzt.

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"Ich gehe langsam aus der Welt heraus.
In eine Landschaft jenseits aller Ferne,
und was ich war und bin und was ich bleibe
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betretenes Land.

Ich gehe langsam aus der Zeit heraus.
In eine Zukunft jenseits aller Sterne,
und was ich war und bin
und immer bleiben werde
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile,
als wär´ ich nie gewesen oder kaum".

(Hans Sahl für Leon Askin)


Links (deutsch):