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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Stefan Zweig
Schriftsteller


Geb. 28.11. 1881 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 22.2. 1942 in Petropolis/ Brasilien


Stefan Zweig"Ehe ich aus freiem Willen und mit klaren Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich, eine letzte Pflicht zu erfüllen: diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, daß es mir und meiner Arbeit so gut und gastlich Rast gegeben. Mit jedem Tage habe ich dies Land mehr lieben gelernt, und nirgends hätte ich mir mein Leben lieber vom Grunde aus neu aufgebaut, nachdem die Heimat meiner Sprache für mich untergegangen ist und meine geistige Heimat Europa sich selber vernichtet..."

(Stefan Zweig in einem Abschiedsbrief an sein Freunde, Februar 1942)

Der Vater ist Textlfabrikant. Sohn Stefan zeigt dafür jedoch keine Neigung, sondern schreibt sich nach dem Abitur 1899 an der Universität für das Studium der Philosophie, Germanistik und Romanistik ein. Die Werke Hugo von Hoffmannsthals und Rainer Maria Rilke sind es, die den jungen Zweig bereits in seiner Gymnasialzeit zum Schreiben von Gedichten angeregt haben. 1904, im Jahr seiner Dissertation über Die Philosophie des Hippolyte Taine, erscheinen Zweigs erste Novellen, gefolgt von weiteren Schriften wie Brennendes Geheimnis (1911), Amok (1922), Sternstunden der Menschheit (1927) - die ihn fast ebenso berühmt machen wie seine großen Biografien Romain Rolland (1921), Joseph Fouché (1929), Maria Stuart (1935), Magellan (1938) und Balzac (postum veröffentlicht 1946).

Zahlreiche Studien- und Vortragsreisen führen den Kosmopoliten in frühen Jahren bereits nach Frankreich, England, Italien, Schweden und Spanien. 1910 bereist Stefan Zweig Indien, Nord- und Mittelamerika 1912.

Den Ersten Weltkrieg überlebt er als Freiwilliger im Kriegspressequartier und Autor für patriotische Blätter. Aus einem- zweimonatigen Beurlaubung vom Militärdienst zu Vorträgen in der Schweiz wird schließlich ein eineinhalbjähriger Aufenthalt. Die Erfahrungen seiner Kriegsjahre schließlich sind es, die Stefan Zweig sehr bald zum Pazifisten und Mitstreiter des mittlerweile in der Schweiz lebenden französischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers von 1915, Romain Rolland (von Zweig als Das Gewissen Europas verehrt), werden und ihn Kontakte zu anderen pazifistischen Schriftstellern wie James Joyce, Hermann Hesse, René Schickele und Anette Kolb suchen lassen. 1918 wird am Stadttheater Zürich Zweigs Antikriegs-Drama Jeremias uraufgeführt.

Bis 1919 arbeitet er für die Neue Freie Presse in der Schweiz und wird zum engagierten Vorkämpfer gegen Opportunismus und Nationalismus und Befürworter der geistigen Einheit Europas. In Aufsätzen und Vorträgen warnt der weitsichtige Humanist und Kriegsgegner immer wieder vor Radikalisierung und ruft zu Diplomatie, Vernunft und Geduld auf.


1920 heiratet Stefan Zweig die Schriftstellerin Friderike von Winternitz und läßt sich mit ihr und den beiden Töchtern aus erster Ehe bis 1934 in einem Haus bei Salzburg nieder, das sehr bald zum Treffpunkt für zahlreiche Intellektuelle aus dem In- und Ausland wird. Darunter Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, H. G. Wells, Jakob Wassermann, Maxim Gorki, James Joyce, Franz Werfel, Schalom Asch, Carl Zuckmayer, Bruno Walter, Albert Schweitzer, Frans Masereel, Richard Strauss, Alban Berg und Arturo Toscanini.

Es folgen weitere Erzählungen (u.a. Der Zwang und Der Flüchtling) und 1926 mit der Bearbeitung von Volpone des englischen Bühnenautors und Dichters Ben Jonson Zweigs größter Bühnenerfolg.


1928 bereist er die Sowjetunion und ab 1935 (das Jahr, in dem er für Richard Strauss das Libretto zur Oper Die schweigsame Frau schreibt) mehrfach Südamerika.

Am 10. Mai 1933 wird von den nationalsozialistischen Machthabern in Deutschkand eine reichsweite Bücherverbrennung inszeniert. Einige Tage später erscheint im Börsenblatt des deutschen Buchhandels eine Auflistung mit über 130 Autoren, deren Werke aus den Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt werden müssen. Auf dieser Liste steht - neben Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Alfred Kerr, Heinrich und Thomas Mann , Erich Maria Remarque - auch der Name des jüdischen Schriftstellers Stefan Zweig.


Kurz darauf geht er ins Exil nach London, wird 1938 von seiner immer noch im Salzburgischen lebenden Frau Friderike geschieden und heiratet ein Jahr später seine langjährige Sekretärin Lotte Altmann. Der (seit 1940) britische Staatsbürger Zweig geht vorübergehend nach New York (wo er u.a. auch die mittlweile emigrierte Friderike Zweig wiedertrifft) und läßt sich mit seiner Ehefrau dann endgültig in Brasilien nieder. Hier erscheint 1942 die Schachnovelle in deutscher Sprache in Buenos Aires und ein Jahr später Zweigs Autobiografie "Die Welt von gestern". Im September 1942 unter dem Titel: As tres paixoes. Tres Novelas: A partida de Xadrez… in Rio de Janeiro in der Editora Guanabara. Am 22. Februar 1942 nehmen sich Stefan und Lotte Zweig in ihrem kleinen Haus bei Rio de Janeiro mit einer Überdosis Veronal das Leben.

"So gehöre ich nirgends mehr hin, überall Fremder und bestenfalls Gast; auch die eigentliche Heimat, die mein Herz sich erwählt, Europa, ist mir verloren, seit es sich zum zweitenmal selbstmörderisch zerfleischt im Bruderkriege. Wider meinem Willen bin ich Zeuge geworden der furchtbarsten Niederlage der Vernunft und des wildesten Triumphes der Brutalität innerhalb der Chronik der Zeiten; nie – ich verzeichne dies keineswegs mit Stolz, sondern mit Beschämung – hat eine Generation einen solchen moralischen Rückfall aus solcher geistigen Höhe erlitten wie die unsere“ schreibt Stefan Zweig im Vorwort zu seiner Autobiographie Die Welt von gestern. 

Gleich ihm setzen auch seine Schriftsteller-Kollegen Ernst Toller, Walther Hasenclever, Walter Benjamin und Ernst Weiß ihrem Leben im Exil ein Ende.

Literatur:

Jeffrey Sachs/ Gert Kerschbaumer (Hg.):
Stefan Zweig/ Friderike Zweig: Wenn einen Augenblick die Wolken weichen. Briefwechsel 1912-1942.
S. Fischer, Frankfurt/M., 2006.

Oliver Matuschek:
Stefan Zweig. Drei Leben - eine Biografie.
S. Fischer, Frankfurt/M., 2006.

Eigene Werke:

Biografien:

- Balzac
- Maria Stuart
- Maria Antoinette
- Emil Verhairen
- Romain Rolland
- Drei Dichter Casanova - Stendhal - Tolstoi
- Drei Meister Balzac - Dickens - Dostojewski -
- Der Kampf mit dem Dämon Hölderlin - Kleist - Nietzsche -
- Joseph Fouché
- Heilung durch den Geist Mesmer - Mary Baker-Eddy - Freud
Magellan
- Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam
- Amerigo - Geschichte eines historischen Irrtums
- Frans Masereel

Novellen:

- Angst
- Schachnovelle -
- Die Frau und die Landschaft
- Leorella
- Scharlach
- Sommernovellette
- Der Verbummler
- Vergessene Träume

Erzählungen:

- Buchmedel
- Die Wanderung
- Wondrak
- Wunder des Lebens
- Zwei Einsame
- Der Zwang
- Der Stern über dem Wald
- Die spät bezahlte Schuld
- Untergang eines Herzens -
- Unvermutet Bekanntschaft mit einem Handwerk
- Brennendes Geheimnis
- Phantastische Nacht
- Die unsichtbare Sammlung -
- Verwirrung der Gefühle
- Amokläufer
- Brief einer Unbekannten
- Die Hochzeit von Lyon
- Erstes Erlebnis
- Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau
- Phantastische Nacht
- Praterfrühling
- Episode am Genfer See
Geschichte eines Untergangs
- Die Gouvernante
- Geschichte in der Dämmerung
- Die gleich-ungleiche Schwestern
- Das Kreuz
- Die Liebe der Erika Ewald
- Ein Mensch, den man nicht vergisst

Legenden:

- Rahel rechtet mit Gott
- Virata - Das Auge des ewigen Bruders -
- Der begrabene Leuchter
- Die Legende der dritten Taube

Dramen:

- Das Lamm der Armen
- Tersites
- Jeremias

Romane:

- Clarissa
- Ungeduld des Herzens -
- Rausch der Verwandlung

Weitere Schriften:

- Die Welt von Gestern
- Sternstunden der Menschheit -
- Europäisches Erbe
- Castellio gegen Calvin oder ein Gewissen gegen die Gewalt
- Länder, Städte, Landschaften
- Das Geheimnis des künstlerischen Schaffens
- Begegnung mit Menschen, Büchern, Städten
- Zeit und Welt
- Brasilien, Ein Land der Zukunft
- Gesammelte Gedichte
- Aufsätze und Einleitungen
- Tagebücher und Briefe

Quelle:

http://www.stefanzweig.de/Indexhome.htm

Links (deutsch):

http://www.stefanzweig.de

http://www.sbg.ac.at/ger/zweig/home.htm

http://linz.info.at/students/jakob.auer/jack1.html#bio

http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/szweig.html

http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/verboten/aus/zweig.html

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ZweigStefan

http://www.stefanzweig.at/h_bio.html

http://www.geocities.com/questomane/welcome.htm

http://www.dieterwunderlich.de/Stefan_Zweig.htm

http://www.cyranos.ch/litzwe-d.htm

International: