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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Camilla Spira
Schauspielerin

Geb. 1.3. 1906 in Hamburg
Gest. 25.8. 1997 in Berlin


Die um zwei Jahre jüngere Steffie Spira ist ebenfalls Schauspielerin - berühmt wird sie nach dem Krieg allerdings auf der anderen Seite der Grenze: bei der ostdeutschen DEFA, während Camilla ihre Karriere in der Bundesrepublik fortsetzt.

Beide Schwestern stammen aus einer Schauspieler-Familie. Der jüdische Vater, Fritz Spira, gehört zu den Pionieren des deutschen Stummfilms, die Mutter ist Bühnen- Schauspielerin. Lotte Spira wird 1934 von den Nazis gezwungen, sich von ihrem - ein Jahr zuvor ins Ausland geflohenen - Ehemann scheiden zu lassen. 1943 - kurz nachdem sie erfahren hat, daß ihr Mann in einem deutschen KZ ums Leben gekommen ist, stirbt auch die Mutter von Steffie und Camilla Spira.

Bereits die 13Jährige Camilla besucht Max Reinhardts Schauspielschule, startet ihre Bühnenlaufbahn zunächst am Wallner-Theater in Berlin, hat danach ein Engagement in Wien am Theater in der Josefstadt und kehrt schließlich nach Berlin zurück, wo sie 1924 für ihr Stummfilm-Debüt in Mutter und Sohn vor der Kamera steht. Es folgen weitere Dreharbeiten und Theaterauftritte, darunter 1930 ihr wohl größter Bühnenerfolg im Weißen Rössl.

Ihre stimmliche Qualität ist es, die sie dann auch für den aufkommenden Tonfilm interessant macht. Camilla Spira wird zwar meist in der Rolle des sauberen, immer gut gelaunten Mädels besetzt - zum Beispiel in dem Film Morgenrot, eine Glorifizierung des deutschen U-Boot-Fahrers, die noch kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die Kinos kommt -, aber auch in anspruchsvollen Streifen wie Das Testament des Dr. Mabuse (1933, unter der Regie von Fritz Lang).

Aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln bricht Camilla Spiras Filmkarriere allerdings nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten jäh ab. Ihre Schwester Steffie geht direkt nach Hitlers Machtübernahme ins Schweizer Exil. Camilla bleibt in Deutschland, schlägt sich mehr schlecht als recht durch und spielt in Berlin im Jüdischen Kulturbund vor ausschließlich jüdischem Publikum. Als ehemaliger Filmstar kann Spira sich noch eine Zeitlang in Nazi-Deutschland bewegen, geht jedoch schließlich 1938 mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt Hermann Eisner, und den beiden gemeinsamen Kindern ins Exil nach Amsterdam. Im Frühjahr überrennen deutsche Truppen die Niederlande, Camilla Spira wird verhaftet und 1943 mit ihrer Tochter Susanne ins Konzentrationslager Westerbork deportiert. Mann und Sohn überleben die Jahre der nationalsozialistischen Besatzung in Amsterdam.

Camilla Spira überlebt die Nazi-Zeit, kehrt nach Deutschland zurück, steht ab 1947 auf den Brettern des Berliner Hebbel-Theaters, spielt an  der Staatlichen Schauspielbühne und kann auch sehr bald wieder beim Film Fuß fassen. Zu einer ihrer ersten  Nachkriegsrollen gehört 1949 die der Arbeiterfrau Guste Schmiedecke in der DEFA-Produktion Die Buntkarierten, für die Camilla Spira einen der ersten DDR-Nationalpreise erhält. Es folgen noch zwei weitere Produktionen (darunter 1950 Semmelweis – Retter der Mütter), danach arbeitet Camilla Spira ausschließlich für den westdeutschen Film, während ihre Schwester Steffie in der DDR bleibt.

In den 50er, 60er und 70er Jahren steht Camilla für zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, darunter: Pension Schöller (1952), Emil und die Detektive und Des Teufels General (1954), Der letzte Mann (1955), Der tolle Bomberg (1957), Rosen für den Staatsanwalt (an der Seite von Martin Held, Ingrid van Bergen, Wolfgang Preiss und Inge Meysel, 1959), Das Mädchen und der Staatsanwalt und Affäre Blum (1962), Picadilly Null Uhr zwölf (1963) sowie in der Folge Das Ungeheuer in der Fernsehserie Der Kommissar (1969) und Die Powenzbande (1973).

1991 entsteht - gemeinsam mit ihrer Schwester - der zweiteilige Dokumentarfilm So wie es ist, bleibt es nicht. Die Geschichte von Camilla und Steffie Spira. In Kurt Gerrons Karussel (1999) ist Camilla Spira neben vielen anderen ZeitzeugInnen (z.B.  Coco Schumann) zu sehen.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Camilla_Spira

http://www.cyranos.ch/smspir-d.htm

Links (deutsch):

http://www.defa-sternstunden.de/stars/cspira.htm

http://www.filmportal.de/df/a8/Uebersicht,,,,,,,,D8185F9A58154560BAB0742B1A4747BE,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html

http://www.steffi-line.de/archiv_text/nost_filmdeutsch2/19s_spira.htm