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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Robert Siodmak
Regisseur


Geb.8.8.1900 in Dresden
Gest. 10.3.1973 in Locarno/ Schweiz


Er gilt als Thriller-Spezialist, als Meister des film noir und prägt mit seinen filmischen Psychostudien das amerikanische Kino der 40er Jahre.


Robert Siodmak beginnt als Verfasser von Zwischentiteln zu Stummfilmen, arbeitete ab 1925 für die Ufa und führt 1929 Regie bei dem inzwischen legendären Film Menschen am Sonntag, zusammen mit Billy Wilder, seinem jüngerer Bruder Curt Siodmak, Edgar Ulmer u. Fred Zinnemann. Das no-budget-Projekt der bis dato unbekannten Jungfilmer wird mangels Geld und Stars an Originalplätzen in Berlin und mit Laiendarstellern gedreht. Das Team steigt mit etwas Filmmaterial von Agfa und einer Kamera auf einem Handkarren in die S-Bahn nach Nikolassee. Heraus kommt ein herausragendes Werk der deutschen Stummfilmavantgarde, eine Collage aus Spiel- und Dokumentarfilm.


Am Tag des Reichstagsbrandes (27.2.1933) wird Robert Siodmaks Film Das brennende Geheimnis kurz nach der Uraufführung im Berliner Capitol durch Propagandaminister Goebbels verboten. Wenig später verläßt der jüdische Regisseur Deutschland und emigriert nach Frankreich, wo er u. a. mit Größen wie Louis Jouvet und Erich von Stroheim dreht. Nach dem deutschen Überfall auf Frankreich im Mai 1940 muss Siodmak erneut fliehen und geht in die Vereinigten Staaten, wo er in der Folgezeit zahlreiche Filmklassiker dreht, darunter: Unter Verdacht (mit Charles Laughton, 1944), Die Wendeltreppe (1945), Die Killer (1946), Der Schwarze Spiegel (1946), Der Rote Korsar (1952 mit Burt Lancaster).

1953 schließlich kehrt Siodmak als anerkannter Regisseur nach Europa zurück, zunächst nach Frankreich, dann nach Deutschland. Mit Die Ratten (nach der Vorlage von Gerhart Hauptmann, 1955 mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet), vor allem aber mit der zeitkritisch-beklemmenden Studie eines Massenmörders "Nachts, wenn der Teufel kam" (1957) gelingen ihm zwei außergewöhnliche Produktionen im Nachkriegsdeutschland, das auf seinen 1945 entstandenen Film Die Wendeltreppe allerdings ablehnend reagiert. "Ich habe die Aufgabe, die Welt von allem, was schwach ist, zu befreien. Heute bin ich stark. Mein Vater wäre stolz auf mich!" Die Worte des Mörders in Siodmaks Thriller erschreckt das deutsche Kinopublikum nach dem zweiten Weltkrieg, denn man will das, was an die Euthanasie der Nazis erinnert, nicht im Kino sehen. Kritiker beschimpfen den Emigranten Siodmak sogar wegen solcher "Geschmacklosigkeit".


Weiterführende Literatur zu/ über Robert Siodmak:

Ludwig Bauer: "Zeichen und kulturelles Wissen. Die Rekonstruktion des Bedeutungspotentials visueller Zeichen am Beispiel von Menschen am Sonntag (1930)". In: Der Stummfilm. Konstruktion und Rekonstruktion, hg.v. E.Ledig, München 1988, S.33-67
Alastair Phillips: "Performing Paris: myths of the city in Robert Siodmak´s émigré musical La Vie Parisienne". In: Screen 40:3 (1999), S.257-276
Ginette Vincendeau: "«Avez-vous lu Freud?»: Maurice Chevalier dans Pièges de Robert Siodmak." In: iris Nr.21 (1996), S.89-98
Michael Walker: "Liebestod. Christmas Holiday von Robert Siodmak (1944)." In: Schatten. Exil, hg.v. C.Cargnelli u. M.Omasta, Wien 1997, S.278-283
Lucy Fischer: "Two-Faced Women: The `Double´ in Women´s Melodrama of the 1940s". In: Cinema Journal 23:1 (1983), S.24-43 (u.a. zu Cobra Woman und Dark Mirror)
Birgit Flos: "Gestörte Symmetrie. The Dark Mirror von Robert Siodmak (1946)." In: Schatten. Exil, hg.v. C.Cargnelli u. M.Omasta, Wien 1997, S.284-288

Thomas Elsaesser: "Chacun au monde a deux patries. Robert Siodmak und das Paris der 30er Jahre". In: Hallo? Berlin? Ici Paris! , Red.:S.M.Sturm u. A.Wohlgemuth, München 1996, S.81-100 - (Texte von Th.Elsaesser)
Jonathan Munby: "The `Un-American´ Film Art: Robert Siodmak and the Political Signifcance of Film Noir's German Connection." In: iris Nr.21 (1996), S.74-88
Deborah Lazaroff Alpi: Robert Siodmak. Jefferson/NC 1998
Wolfgang Jacobsen u. Hans Helmut Prinzler (Hg.): Siodmak Bros. Berlin - Paris - London - Hollywood. Berlin 1998


Quelle:

http://www.fachinformation-filmwissenschaft.de/person/s/rsiodmak/filme.html


Links (deutsch):

http://www.jump-cut.de/backlist-diewendeltreppe.html

http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=robert_siodmak

http://www.filmevona-z.de/filmsuche.cfm?sucheNach=personNr&wert=3196

http://www.dasmagazin.de/content/magazinchronik/akteure_detail.php?id=1

http://www.aski.org/kb2_98/kb298kin.htm

http://www.ozellamusic.com/oz005cd.html

http://www.angestellten.de/film/1929_de_menschen.html

http://www.deutscher-tonfilm.de/nwdtk1.html

http://www.cyranos.ch/smsiod-d.htm

http://www.filminstitut.de


International:

http://www.eskimo.com/~noir/directors/siodmak/index.shtml

http://members.aol.com/MG4273/siodmak.htm

http://www.imdb.com/name/nm0802563

http://www.moderntimes.com/palace/kc.htm