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NEU ERÖFFNET: MAX PECHSTEIN-MUSEUM IN ZWICKAU

In den Kunstsammlungen seiner Heimatstadt findet das Lebenswerk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein nun einen eigenen Ausstellungsort. Seit dem 12. April 2014 werden knapp 50 Werke aus Pechsteins gesamter Schaffenszeit...

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Anna Seghers (eigtl. Netty Reiling)
Schriftstellerin

Geb. 19.11.1900 in Mainz
Gest. 1983 in Berlin


Anna Seghers gehört zu den bedeutendsten deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts und ist neben Else Lasker-Schüler die berühmteste Exil-Schriftstellerin.
Aufgrund ihrer engen Bindung an den kommunistischen DDR-Staat wurde ihr großes erzählerisches Werk im Westen stark vernachlässigt. Erst in den letzten Jahren sind Versuche zu erkennen, ihr historisch gerecht zu werden und ihr umfangreiches Lebenswerk im Kontext der Literatur der jüngeren Gegenwart gebührend zu würdigen.

Kindheit in Mainz

Anna Seghers wurde als einziges Kind eines jüdischen Kunsthändlers in eine großbürgerlich- deutschnationale Familie in Mainz hineingeboren. Der Vater war gleichzeitig Kunstsachverständiger am Mainzer Dom, der für die Tochter Anna sehr vertraut wurde. Schon früh machten die Eltern ihr Kind mit den künstlerischen und literarischen Traditionen vertraut und förderten seine großen Begabungen.

Studium in Heidelberg, Ehe mit dem Philosophen Laszlo Radvanyi

Nach dem Abitur 1919 an der Großherzoglichen Studienanstalt in Mainz begann Anna Seghers mit dem Studium der Kunstge-schichte, Sinologie und Geschichte in Heidelberg, das sie 1924 mit einer Dissertation über Jude und Judentum im Werke Rembrandts abschloss.
Während ihres Studiums hatte sie den ungarisch-jüdischen Kommunisten und Philosophen Laszlo Radvanyi kennen- und lieben gelernt, den sie 1925 heiratete. Zwei Kinder, Peter (1925) und Ruth (1928) kamen zur Welt.

Erste Erfolge in der Weimarer Republik, Exil in Frankreich und Mexiko

1928 veröffentlichte Anna Seghers ihr erstes Buch, Der Auf-stand der Fischer von St. Barbara. Noch im selben Jahr erhielt sie den höchst renommierten Kleist-Preis und trat in die Kom-munistische Partei ein, der sie trotz mancher Enttäuschungen unverbrüchlich treu blieb.
Nach ihren ersten großen Erfolgen in der Weimarer Republik be-gannen die schweren Jahre des Exils. Als Jüdin und Kommunistin war Seghers doppelt gefährdet. Zuflucht fand sie zuerst in Frankreich, später dann in Mexiko.

Hauptwerke im Exil

Es gelang Anna Seghers, ihre wichtigsten und bekanntesten Bücher in der Emigration zu schreiben. Die beiden großen Romane Das siebte Kreuz (1942) und Transit (1944) gehören zu den bedeutendsten Werken des deutschsprachigen Exils.
Das siebte Kreuz machte Seghers weltberühmt. Es spielt in Nazi-Deutschland, in einem Konzentrationslager, und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, verfilmt und dramatisiert.
Transit handelt von Emigranten, beruht auf eigenen Erfahrungen und setzt Seghers vielen Schicksalsgefährten im Exil ein bleibendes, erschütterndes Denkmal. In der Erzählung Frauen und Kinder in der Emigration spricht Anna Seghers von dem gewöhnlichen und gefährlichen Leben als NS-Flüchtling und schildert den Alltag einer Frau, Mutter, Antifaschistin und Schriftstellerin in der Verfolgung.

1955 in Weimar Anna Seghers, als Präsidentin des DDR- Schriftsteller- Verbandes, mit Thomas Mann

Seghers war 1947 eine der ersten unter den ohnehin nicht zahlreichen RemigrantInnen, die in das besiegte, zerstörte Deutschland zurückkehrten. Sie war entschlossen, beim Wiederaufbau im demokratischen Sozialismus mitzuhelfen. Als Vertreterin der DDR-Literatur nahm Anna Seghers an vielen internationalen Kongressen als hochgeschätzte Rednerin teil. Sie erhielt zahlreiche Ehrungen und repräsentative Ämter. Von 1952 bis 1978 war sie Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes. 1981 erhielt sie die Ehrenbürgerschaft ihrer Heimatstadt Mainz - eine späte Anerkennung im Westen. 1983 starb sie in ihrem Haus in Berlin-Adlershof, in dem sich heute die Anna-Seghers-Gedenkstätte befindet. Ein langes bewegtes Leben hindurch versuchte Anna Seghers, "schreibend die Welt zu verändern" und setzte dabei auf die "Kraft der Schwachen".


Seit 1996 organisiert der Verein PASSAGE & Co. in Marseille (Südfrankreich) deutsch-französische Schreib- und Übersetzungswerkstätten, an denen sowohl bekannte Autoren aus verschiedenen deutsch- und französischsprachigen Ländern als auch junge Leute aus Deutschland und Frankreich teilnehmen. Im August/ September und Oktober 2005 standen die FABRIKAMO-Schreibwerkstätten im Zeichen der Erinnerung an die Emigration zigtausender Nazigegener und aus rassischen Gründen Verfolgter während des II. Weltkrieges nach Frankreich. Geschichtliches Wissen, verbunden mit Empfindungen und Reflexionen sollten während dieser Schreibwerkstätten zu Papier gebracht werden, allerdings nicht in Form persönlicher Lyrik, sondern nach festen Regeln und Textvorgaben bekannter Dichter. Darunter auch der Roman Transit von Anna Seghers, dem eine eigene Schreibwerkstatt gewidmet war.

Für weitere Informationen zum Gesamtprojekt und den einzelnen Schreibwerkstätten klicken Sie bitte hier!


Links (deutsch):

http://www.anna-seghers.de

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SeghersAnna

http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Seghers

http://ursulahomann.de/WerWarAnnaSeghers

http://www.dieterwunderlich.de/Seghers_kreuz.htm

http://perlentaucher.de/autoren/3631.html

http://faculty.vassar.edu/vonderem/g301/project/Seghers

http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_pqrs/seghers.html

http://www2.aufbauverlag.de/index.php4?page=28&show=4718

http://www.freitag.de/2000/47/00471701.htm

http://www.adk.de/archiv/bibliothek/pdf/seghers-a.pdf

http://golm.rz.uni-potsdam.de/Seghers/index.htm

http://www.matices.de/17/17ppohle.htm