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Popper, Karl Raimund

H.A.M. 0

Karl Raimund Popper (Sir Karl Popper)
Philosoph


Geb. 28.7.1902 in Wien/ Österreich-Ungarn
Gest. 17.9.1994 in East Croyden (London)/ GB


„Eine einzelwissenschaftliche, etwa eine physikalische Untersuchung kann ohne weitere Umschweife mit der Bearbeitung ihres Problems beginnen. Sie kann, sozusagen, mit der Tür ins Haus fallen; es ist ja ein ‚Haus‘ da: ein wissenschaftliches Lehrgebäude, eine allgemein anerkannte Problemsituation. Der Forscher kann es deshalb auch dem Lehrer überlassen, die Arbeit in den Zusammenhang der Wissenschaft einzuordnen.
In einer anderen Lage findet sich der Philosoph. Er steht nicht vor einem Lehrgebäude, sondern vor einem Trümmerfeld (…). An eine allgemein anerkannte Problemsituation kann er nicht anknüpfen, denn daß es eine solche nicht gibt, das allein dürfte vielleicht allgemein anerkannt sein; taucht doch sogar in den philosophischen Auseinandersetzungen immer wieder die Frage auf, ob die Philosophie es überhaupt mit echten ‚Problemen‘ zu tun habe.
Wer diese Frage bejaht, wer deshalb den Versuch auch nicht für zwecklos hält, den traurigen Zustand, den man philosophische Diskusssion nennt, zu überwinden, der kann, wenn er sich zu keiner der streitenden Schulen bekennt, wohl nur den einen Weg gehen: am Anfang anzufangen.“

(Karl Popper, Vorwort zur deutschen Erstausgabe von Logik der Forschung, Wien, im Herbst 1934 (1)


Poppers Eltern, der aus Böhmen stammende jüdischstämmige Rechtsanwalt Dr. Simon Siegmund Carl Popper und dessen Ehefrau Jenny (geb. Schiff), sind bereits vor der Geburt ihrer ersten Tochter Dorothea vom jüdischen zum protestantischen Glauben übergetreten. Poppers Vater führt eine angesehene Kanzlei in der Nähe des Wiener Stephansdoms und engagiert sich nebenberuflich in einem Komitee für Obdachlose. Der im Oktober 1902 protestantisch getaufte Karl Popper wächst mit seinen beiden älteren Schwestern Dorothee und Anni im Geist des aufgeklärten und sozialreformerischen Bürgertums auf.


Schon als Kind interessieren ihn philosophische Fragestellungen. Als Popper zwölf Jahre alt ist, bricht der erste Weltkrieg aus. 1918 verläßt er vorzeitig die Mittelschule und wird Gasthörer an der Universität Wien. Er besucht Vorlesungen in Mathematik, Geschichte, Psychologie, Physik und Philosophie. Zwischen 1920-1922 verdingt sich der junge Popper vorübergehend als Hilfsarbeiter. Ein Jahr lang ist er Schüler am Wiener Konservatorium, Abteilung Kirchenmusik. Seinen Plan, Musiker zu werden, läßt er jedoch bald schon wieder fallen und beginnt 1922 eine Tischlerlehre.

Der Privatschüler besteht die Reifeprüfung und schreibt sich als ordentlicher Student ein. 1924 legt er seine Abschlußprüfung an der Lehrerbildungsanstalt ab. Da er jedoch keine Anstellung als Lehrer findet, arbeitet er als Erzieher in einem Hort für sozial gefährdete Kinder. 1925 beginnt Karl Popper mit seinem Studium am Pädagogischen Institut, das mit der Universität kooperiert. 1928 legt er seine Dissertation „Zur Methodenfrage der Denkpsychologie“ vor. Ab 1930 arbeitet Popper als Lehrer. Im Herbst 1934 erscheint die erste deutsche Ausgabe seiner Logik der Forschung im Verlag Julius Springer Wien, damals noch mit dem Untertitel „Zur Erkenntnistheorie der modernen Naturwissenschaft“.


1937 kündigen Karl Popper und seine Frau ihre Lehrerstellen und emigrieren nach Neuseeland. Popper wird Dozent an der Universität Christchurch. Hier ensteht sein Werk über das Elend des Historizismus und die Offene Gesellschaft, und er beschäftigt sich mit der Wahrscheinlichkeitstheorie. Wesentliches Merkmal von Poppers philosophischen Arbeiten ist die Suche nach dem verläßlichen Kriterium für wissenschaftliche Rationalität.

Anfang Januar 1946 gehen die Poppers nach Großbritannien, wo Karl Popper einem Ruf als außerordentlicher Professor an der Londoner School of Economics folgt. 1949 wird er Professor für Logik und Wissenschaftstheorie an der Universität London.

1965 wird er in den Adelsstand erhoben. In der Bundesrepublik ist es zu dieser Zeit vor allem der Soziologe und Wissenschaftstheoretiker Hans Albert, der viele Ideen Poppers aufgreift und bekannt macht. Im Herbst 2005 erscheint im Fischer-Taschenbuch-Verlag der von Martin Morgenstern und Robert Zimmer herausgegebene Briefwechsel zwischen Hans Albert und Karl Popper.

Bereits in den achtziger Jahren gilt Popper als ein Klassiker der Philosophie.


Quelle:

(1) Karl R. Popper: Vorwort zur deutschen Erstausgabe 1934 von Logik der Forschung, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, Fünfte Auflage 1973


Links (deutsch):

http://www.helmut-zenz.de/hzpoppe5.html

http://www.helmut-zenz.de/hzpoppe1.htm

http://www.fb12.uni-dortmund.de/wtheorie/JPEG/POPPER.HTM

http://home.t-online.de/home/Hans-Joachim.Niemann/Popper/popper02.htm

http://www.philolex.de/popper.htm

http://plato.stanford.edu/entries/popper

http://www.univie.ac.at/science-archives/popper/de

https://ssl.humanities-online.de/download/popper.html

http://infos.aus-germanien.de/Hans_Albert


International:

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