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Polanski, Roman

H.A.M. 0

Roman (Raymond) Polanski
Regisseur, Schauspieler


Geb. 18.8.1933 in Paris/ Frankreich


Roman Polanski„Ich wollte immer einen Film aus diesen Tagen machen, und ich wollte einen Film in Polen machen. Aber ich wollte nie meine eigene Biographie verfilmen. Es ist zu nah, das ist nicht meine Art zu arbeiten.“

(Roman Polanski)


Roman Polanski wird als Kind polnisch-jüdischer Eltern geboren. Infolge des zunehmenden Antisemitismus in Frankreich kehrt die Familie 1937 nach Polen zurück. Der kleine Roman sieht und erlebt den Einmarsch der deutschen Besatzer, die Ausgrenzung der Juden und die Jagd auf unschuldige Menschen. Seine Eltern werden ins KZ verschleppt. Die Mutter kommt in Auschwitz ums Leben, der Vater überlebt Mauthausen. Roman Polanski gelingt die Flucht aus dem Krakauer Ghetto, er irrt jahrelang durch Polen, immer auf der Suche nach einem Versteck und nach Menschen, die ihm helfen.


Bereits als Jugendlicher entdeckt er seine Leidenschaft für das Kino und die Schauspielerei. Unmittelbar nach Kriegsende kommt Polanski zum Rundfunk und wirkt bei Hörspielen für Kinder mit. Kurz danach spielt er bereits beim Theater, studiert in Warschau und besucht ab 1954 die Staatliche Filmhoch-schule in Lodz, die er 1959 als ausgebildeter Regisseur verläßt. Nicht zuletzt die Begegnung mit dem polnischen Regisseur Andrzej Wajda wird für den künstlerischen Werdegang Roman Polanskis entscheidend.
Nach dem Welterfolg von „Das Messer im Wasser“ arbeitet er ab 1962 in Frankreich, England und den Vereinigten Staaten. In diesen Jahren entstehen so renommierte Streifen wie „Ekel“ 1964), „Wenn Katelbach kommt“ (1965), „Chinatown“ (1974) oder „Der Mieter“ (1976).


Doppelbödig parodiert Roman Polanski das Horror-Genre, auch und vor allem grandios in seinem Welterfolg „Tanz der Vampire“ (1966) mit Sharon Tate, seiner Ehefrau, in der weiblichen Hauptrolle. Drei Jahre später, 1969, wird die im achten Monat Schwangere in Los Angeles von Anhängern einer Sekte um Charles Manson ermordet. Der tief getroffene Polanski nimmt die Arbeit nach dem Tod seiner Frau zwar wieder auf, kann sich jedoch nicht von tiefen Schuldgefühlen lösen.

In seiner „Macbeth“-Verfilmung adaptiert er 1971 das Shakes-peare-Drama auf ebenso beeindruckende wie blutrünstige Weise.


Dem Vorwurf, eine 13-jährige unter Drogen sexuell missbraucht zu haben, folgt nach einem Schuldbekenntnis vor Gericht 1978 die Flucht aus den Vereinigten Staaten nach Frankreich. Der 1979 gedrehte Film „Tess“ wird zum Mißerfolg und führt zu einer mehrjährigen Schaffenspause Polanskis, der diese u.a. zum Schreiben seiner Autobiografie (Roman, 1984) nutzt.


In seinem herausragenden Spätwerk „Der Pianist“ (2002), eine Verfilmung von Wladyslaw Szpilmans Autobiografie „Das wunderbare Überleben“, verarbeitet Polanski nicht zuletzt auch seine eigenen Kindheitserlebnisse im besetzten Polen. Der Film erhält 2002 in Cannes die „Goldene Palme“ und wird 2003 mit drei Oscars (Academy Awards) ausgezeichnet.

„Der Film ist keineswegs nur cineastisch, sondern vor allem politisch bedeutsam. „Der Pianist“ erzählt eine Geschichte, die nicht vergessen werden kann – von niemandem, der diesen Film gesehen hat. „Der Pianist“ geht unter die Haut: er führt uns vor Augen, was Menschen Menschen antun, wenn elementare Grundsätze von Menschenwürde und Menschenrechten außer Kraft gesetzt werden – damals wie heute. Dieser Film lässt anschaulich werden, warum in unserer Gesellschaft schon die Ansätze zu Menschenverachtung, Rassismus, Antisemitismus keine Chance haben dürfen. Das können Kunst, Literatur, der Film viel aufrüttelnder, viel wirkungsvoller als der erhobene Zeigefinger zeitgeschichtlicher Seminare und moralisierender Leitartikel. Der Film über Wladyslaw Szpilman erklärt die Gründe für die Verteidigung humanitärer Grundwerte nicht nur, er macht erfahrbar, fühlbar, dass wir die Grundrechte sichern und an künftige Generationen weitergeben müssen. Sie sind für jede Gesellschaft lebenswichtig, die zivilisiert und demokratisch sein will.“

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bei der Deutschland-premiere des Films „Der Pianist“ von Roman Polanski am 21. Oktober 2002 im Berliner Ensemble.
Quelle:

http://www.bundestag.de/parlament/praesidium/reden/2002/017.htm


Kurzfilme:

Der Dicke und der Dünne
Zwei Männer und ein Schrank
Wenn Engel fallen
Säugetiere


Filme:

Das Messer im Wasser (Noz W Wodzie, 1962)
Ekel (Repulsion, 1965)
Wenn Katelbach kommt … (Cul-de-Sac, 1965)
Tanz der Vampire (The Fearless Vampire Killers, 1967)
Rosemaries Baby (Rosemary’s Baby 1968)
Macbeth (1971)
Was? (Che?, 1973)
Chinatown (1974)
Der Mieter (Le locataire, 1976)
Tess (1979)
Piraten (Pirates, 1986)
Frantic (1988)
Bitter Moon (Lunes de fiel, 1992)
Der Tod und das Mädchen (The Death and the Maiden, 1994)
Die neun Pforten (The Ninth Gate) (1999)
Der Pianist (2001) – nach Wladyslaw Szpilmans Autobiographie
Oliver Twist (geplante Premiere November 2005)


Theater und Oper:

Lulu
Rigoletto
Amadeus (nach Peter Shaffer)
Metamorphosen (Kafka)
Tanz der Vampire (Musical)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Polanski


Links (deutsch):

http://www.dasfilmarchiv.de/polanski.html

http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=roman_polanski

http://www.informatik.uni-freiburg.de/~aka/ss98/POLANSKI.html

http://www.dieterwunderlich.de/Polanski_vampire.htm

http://www.shoa.de/rezensionen/wilhelmy_film_pianist_020917.html

http://www.zelluloid.de/person/index.php3?id=3417

http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/10/pianist.htm

http://www.szpilman.net/home.html

http://www.filmz.de/film_2002/der_pianist/links.htm


International:

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