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Kolár, Jirí

H.A.M. 0

Jirí Kolár
Collage-Künstler


Geb. 24.9.1914 in Protivin in Südböhmen/ Österreich-Ungarn
Gest. 11.8.2002 in Prag/ Tschechische Republik


Jirí Kolár gilt europaweit als der Schöpfer der modernen Collage. Er ist sicher der bekannteste Künstler Tschechiens im Ausland. Heute hängen seine Werke in bedeutenden Privatsammlungen und in allen großen Museen der Welt, u.a. im Guggenheim Museum in New York und im Centre Georges Pompidou in Paris.


Seine ersten Arbeiten schuf er 1934; 1942 bis 1946 war er Mitbegründer der „Gruppe 42“, einer Vereinigung der tschechischen Künstler und Literaten. Ab 1950 entwickelte Kolár neue Ausdrucksformen der Collage und arbeitete an visueller und verbaler Poesie. In der Zeit des Stalinismus galten seine Schriften als subversiv. 1953 mußte er deshalb für neun Monate ins Gefängnis; bis 1964 hatte er Publikationsverbot. Seit 1964 führten ihn Ausstellungen rund um die Welt – er wurde zum führenden Collagen-Künstler. Seine Heimat verweigerte ihm die Anerkennung. 1982 wurde in Abwesenheit in der CSSR zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Jirí Kolár lebt und arbeitet seit 1982 in Paris.


Jirí Kolár erlangte schon sehr früh – als einer der wenigen Künstler aus Südosteuropa – internationale Anerkennung durch Ausstellungen u.a. im Museum of Modern Art in Miami, in Wien, Paris, Lissabon, Rotterdam, Zürich, Barcelona, Rom, in Berlin, Nürnberg, München und auf der „documenta 4“ in Kassel.


In seinem 1979 erschienenen „Wörterbuch der Methoden“ zählt der Künstler 120 Collagetechniken auf. Zwei Tendenzen ziehen sich dabei durch sein gesamtes Werk: Einerseits kreisende, spiralhafte Bilder und Objekte in Kugel-, Ei- und Apfelform, andererseits die ständige Auseinandersetzung mit dynamischen Prozessen, Zeit und Bewegungsabläufen. Kunstgeschichtlich gesehen ist Jirí Kolár vom Surrealismus und Kubismus, aber auch von der konkreten Kunst der Nachkriegszeit beeinflußt. Auch neuen Richtungen, wie zum Beispiel der Computerkunst, hat er sich nicht versagt.


Jirí Kolárs Werk ist geprägt von ständigem Suchen, vom Experiment. Im Atrium der Passauer Neuen Presse werden rund 50 neue Collagen des internationalen Künstlers gezeigt. Die Ausstellung fügt sich gut ein in den hochmodernen, von Glas dominierten Bau des Medienzentrums der Verlagsgruppe Passau. Das Zeitungshaus hat seit zwei Jahren einen Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft begonnen (1996 mit Heinz Mack, Deutschland; 1997 mit Arnulf Rainer, Österreich), der nun mit Jirí Kolár fortgesetzt wird. Jährlich wird einer der großen Künstler aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und Italien – den Ländern, in denen die Verlagsgruppe präsent ist – vorgestellt.


Links (deutsch):

http://www.reinhard-doehl.de/kolar/kolar_trauerseite.htm

http://derstandard.at/?url=/?id=1038701

http://www.onlinekunst.de/septemberzwei/Schmetterling_09_24.htm

http://www.radio.cz/de/artikel/31183

 

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