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Kleineibst, Richard

H.A.M. 0

Richard Kleineibst (Pseud.: Klaus Bühler)
Schriftsteller und Journalist

Geb. 30.3. 1886 in Weilburg (Lahn)
Gest. 27.4. 1976 in Kilchberg (Zürich)/Schweiz


Das Gymnasium verläßt er noch vor dem Abitur und arbeitet von 1903 an für sechs Jahre als kaufmännischer Angestellter in Frankfurt/ Main und Paris. 1909 schließlich holt Richard Kleineibst die Reifeprüfung nach, studiert Philologie in München, Göttingen, Berlin und Straßburg und lebt 1913/ 14 als Privatlehrer und freier Schriftsteller in Berlin. Noch während des Ersten Weltkrieges absolviert er 1915 in Straßburg sowohl das Staatsexamen als auch die Promotion und wird im darauffolgenden Jahr zur Armee eingezogen.


Nach zwei Jahren Kriegsdienst und der Niederlage des deutschen Kaiserreiches wählt man Kleineibst 1918/ 19 zuerst in den Vorstand des Soldaten-, später des Arbeiterrates in Freiburg/ Brsg. 1919 tritt er der SPD bei, nimmt seine schriftstellerische Arbeit wieder auf und schreibt als Journalist für diverse Zeitungen, darunter die Chemnitzer Volksstimme, bei der er 1926 als Redakteur angestellt ist.


Nach einer vorübergehenden Unterrichtstätigkeit am Kaiser Friedrich- Gymnasium (der späteren Karl Marx- Schule) in Berlin wendet sich Kleineibst wieder dem Journalismus zu und arbeitet von 1927 bis 1931 als Redakteur der Volkszeitung für die Oberlausitz  in Löbau. Im Herbst 1931 gehört er zu den Mitbegründern der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), einer linken Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei, der sich u.a. auch sechs Mitglieder der SPD-Reichstagsfraktion – darunter der Strafverteidiger Kurt Rosenfeld und der Journalist Max Seydewitz – , der Kommunist August Enderle sowie der politische Publizist und Pazifist Fritz Küster anschließen.
Dr. Richard Kleineibst wird in den Parteivorstand der SAP gewählt, arbeitet als Auslandsredakteur für die Sozialistische Arbeiterzeitung (SAZ) und – ab 1932 – für die von Fritz Küster als Zentralorgan der Deutschen Friedensgesellschaft herausgegebenen pazifistischen Wochenzeitung Das Andere Deutschland.


Im Mai 1932 geht Richard Kleineibst zum erstenmal in die Schweiz, kehrt jedoch bereits im Oktober desselben Jahres wieder nach Berlin zurück. Knapp drei Monate später übernehmen die Nationalsozialisten die Regierungsmacht im Deutschen Reich – unbequeme Publikationen werden verboten – darunter auch Das Andere Deutschland. Fritz Küster wird verhaftet, Richard Kleineibst (der mit der Mehrheit des Parteivorstandes die SAP verläßt) kann im Mai 1933 in die Schweiz emigrieren, wo er als politischer Flüchtling anerkannt und von der SP-Flüchtlingshilfe unterstützt wird. In Zürich findet Kleineibst Anschluß an die religiös-soziale Vereinigung um den aus Graubünden stammenden evangelischen Theologen Leonhard Ragaz, ist unter Pseudonym für Zeitungen der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP) tätig und beteiligt sich in den Jahren 1934/ 35 am sozialdemokratischen Plan der Arbeit.

1938 erscheint in einem Pariser Verlag (unter dem Pseudonym Klaus Bühler) sein mithin bekanntestes Werk: Englands Schatten über Europa – 300 Jahre britischer Außenpolitik.

Nach 1945 bleibt Richard Kleineibst in der Schweiz und ist dort weiterhin als freier Publizist und Journalist, u.a. für die Wochenzeitung Der Aufbau – eines der führenden Organe der religiösen Sozialisten in der Schweiz – aktiv.


Quellen:

Hermann Wichers in: Historisches Lexikon der Schweiz, http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/
d/D28030.php

Hanno Drechsler in: Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD). Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung am Ende der Weimarer Rpublik, SOAK-Verlag, Hannover 1983, ISBN 3-88209-055-3, S. 365


Links (deutsch):

http://library.fes.de/fulltext/bibliothek/chronik/persreg_index.htm

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