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Craemer, Kurt

H.A.M. 0

Kurt Craemer

Maler, Illustrator und Designer

Geb. 02.03. 1912 in Saarbrücken

Gest. 01.10. 1961 in der Provinz Salerno/ Italien

 

Als der kleine Kurt 7 Jahre alt ist, zieht die Familie aus dem Saarland nach  Düsseldorf. Ab 1928 studiert er zunächst an der Kölner Werkschule als Schüler von Friedrich Ahlers-Hestermann (mit dem zusammen er auch die große Henri Matisse-Ausstellung in Paris besucht). {ln:Heuser, Werner ‚Werner Heuser}, Maler und seit 1926 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf (unter den Nazis als “entarteter“   Künstler seines Amtes anhoben), holt 1930 den Achtzehnjährigen zu sich an die Akademie, wo Kurt Craemer bis 1933 Schüler von {ln:Klee, Paul ‚Paul Klee} ist.

 

Craemer reist zum erstenmal 1932 nach Italien, und diese für ihn neue Begegnung mit der lateinisch-italienischen Welt wird nicht zuletzt auch sein künftiges Werkschaffen prägen. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wird für viele Intellektuelle in Deutschland das Leben zunehmend schwerer und die Restriktionen gegen unliebsame Künstler reichen von Zensur über Arbeitsverbot bis zur Amtsenthebung. Craemers Lehrer Paul Klee muss 1933 die Düsseldorfer Kunstakademie verlassen und geht ins Ausland.

 

Angesichts dieser Umstände verlässt auch Kurt Craemer Nazi-Deutschland, pendelt zwischen Ascona, Siena und Ischia und verbringt das Jahr 1934 mit seinem ebenfalls im Exil lebenden Freund und Lehrer {ln:Sohn-Rethel, Karli ‚Karli Sohn-Rethel} in Positano. Nur ganz selten noch besucht er seine rheinische Heimatstadt, in der eine anberaumte Ausstellung dann sogar als unwillkommen und “entartet“ untersagt wird und die Beschlagnahme der Bilder droht, was jedoch durch die energische Intervention von Craemers Vater rückgängig gemacht werden kann. 1938 ist Kurt Craemer noch einmal, anlässlich der Beerdigung seines Vaters, in Düsseldorf, kehrt aber umgehend nach Ischia zurück, wo er mit Karli Sohn-Rethel, Rudolf Levy, {ln:Bargheer, Eduard ‚Eduard Bargheer}, Werner Gilles und Max Peiffer Watenphul in einer Künstlerkolonie lebt. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 mietet er zusammen mit Sohn-Rethel und Vincent Weber, einem Freund aus der „Rheinischen Sezession“, ein Haus in Forio, einer Gemeinde im Westen von Ischia. Im selben Jahr noch holte Craemer seine Mutter nach Italien und kappt damit die letzten Wurzeln zu seinem Herkunftsland. Den Kriegsausbruch erlebt er mit Sohn-Rethel und Levy auf der Insel Procida.

 

Wenig später nur erkrankt der Maler an Kinderlähmung und ist danach bis zur Hüfte gelähmt. Doch alle körperlichen Widrigkeiten können den nun an einen Rollstuhl gefesselten  Künstler nicht hindern, einen Neubeginn zu wagen. Noch im Kriegsjahr ‘39 übersiedelt er nach Florenz und bezieht dort, gemeinsam mit dem zwanzig Jahre älteren Freund Karli, eine Privatpension an der Piazza Santo Spirito, wo sich auch im darauffolgenden Jahr Rudolf Levy niederlässt. Aber  Kriegswirren und Faschismus lassen den Künstler wieder nicht zur Ruhe kommen, er kehrt nach Positano zurück und bezieht dort ein kleines Haus. 1941 folgt ihm sein Freund Karli.

 

In der Zeit zwischen 1933 und 1945 ist die kleine Gemeinde an der italienischen Amalfiküste nun Zufluchtsort zahlreicher Künstler im Exil. Unter ihnen die Schriftsteller {ln:Wegner, Armin T., ‚Armin T. Wegner}, Stefan Andres, Essad Bey, Castonier, Elisabeth {ln:Anna Helena ‚Elisabeth Castonier}, {ln:Lederer, Joe ‚Joe Lederer} und Walter Meckauer, dazu die Maler Lisel Oppel, Irene Kowaliska, Bruno Marquardt, Paula Bärenfänger und Martin Wolff. Auch und vor allem Craemers Haus wird in der Folgezeit zum gefragten Treffpunkt von Künstler-Freunden und Besuchern aus aller Welt. Ende der 50er Jahre dann wird es allmählich wieder ruhiger auf der Terrasse des kontaktfreudigen und sprachlich vielseitigen Malers im Rollstuhl. Freunde und Nachbarn verlassen Positano. Wilhelmine und Arnold Keyserling übersiedeln nach Indien, die Keramikerin Irene Kowaliska und ihr Mann Armin T. Wegner ziehen in die italienische Hauptstadt.

 

1952 und 1958 nimmt Kurt Craemer an der Biennale di Venezia teil, präsentiert 1953 seine Werke in der Düsseldorfer Galerie Hella Nebelung (seine übrigens einzige deutsche Nachkriegs-Ausstellung) und wird im Frühjahr 1961 in die Vereinigten Staaten eingeladen. Bis zu seinem Tod Anfang Oktober 1961 lebt und arbeitet er in seiner süditalienischen Wahlheimat. Im Alter von nur 49 Jahren erliegt Kurt Craemer den Folgen eines schweren Autounfalls.  Zu seinem 100. Geburtstag 2012 ehrt Positano den deutschen Künstler, der sich viele Jahre seines Lebens dieser Stadt so eng verbunden gefühlt hat, mit der Ausstellung “Il Sud Antico di Kurt Craemer“. Dreißig ausgewählte Werke seiner gesamten Schaffes-Periode in Positano werden von Craemers Neffen der Provinz Salerno gespendet.

 

Quelle:

{ln:nw:https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Craemer }

 

Links (deutsch):

{ln:nw:http://www.zeit.de/1961/47/ein-deutscher-maler-im-exil }

{ln:nw:http://www.gbv.de/dms/faz-rez/660304_FAZ_0031_31_0003.pdf }

{ln:nw:http://www.schirn.de/magazin/antsy/10_inspirierende_zufluchtsorte_von_kuenstlern/ }

 

International:

{ln:nw:http://www.maacc.it/kurt-craemer/ }

{ln:nw:http://www.comune.positano.sa.it/risorse/la_citta/storia/Schede%20Biografiche.pdf }

{ln:nw:http://positanomylife.blogspot.fr/2012/06/domenica-24-giugno-alle-ore-12.html }

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