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Haushofer, Albrecht

H.A.M. 0
Albrecht Haushofer (Pseud.: Jürgen Dax, Jörg Werdenfels)
Geograf, Diplomat und Schriftsteller

 

Geb. 7.1.1903 in München
Gest. durch Genickschuß in der Nacht vom 23. zum 24. April 1945 in Berlin-Moabit


„Ich hab gewarnt – nicht genug und klar! Und heute weiß ich, was ich schuldig war“

(Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette)


Der Sohn des Generals und Geopolitikers Karl Haushofer und dessen Frau Martha tritt 1913 in das Münchner Theresiengymnasium, studiert nach dem Abitur in München Geschichte und Erdkunde und promoviert 1924 mit dem Thema Paß-Staaten in den Alpen. Sein Doktorvater ist der Polarforscher Erich von Drygalski (1865-1949). Haushofer reist für mehrere Monate durch Südamerika, gefolgt von weiteren Reisen:1925 nach Skandinavien und 1927 nach Nordamerika.

Von 1928-1938 arbeitet Albrecht Haushofer als Generalsekretär der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin und ist Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift. Politisch steht er bis 1933 der Deutschen Volkspartei (DVP) nahe.


1930 reist er in die UdSSR und kann 1933, trotz der jüdischen Herkunft seiner Mutter, durch Vermittlung von Rudolf Heß im Anschluß an seine Habilitation eine Lehrtätigkeit an der Berliner Hochschule für Politik aufnehmen, wo er Geografie und Politik unterrichtet. Der enge Kontakt zu Heß bewahrt die Familie Haushofer vor rassenpolitischer Verfolgung. Ab 1934 ist Haushofer zeitweilig Mitarbeiter in der Informationsabteilung im Auswärtigen Amt (AA) unter dem damaligen Staatssekretär Ernst Freiherr von Weizsäcker und berät – neben seiner Arbeit an der Hochschule -, bis 1938 die Dienststelle Ribbentrop als freier Mitarbeiter.

In dieser Tätigkeit übernimmt Albrecht Haushofer verschiedene geheime politische Missionen, u.a. nach Großbritannien, Südosteuropa und Japan. In seiner schriftstellerischen Arbeit, die weitgehend unbekannt blieb, bemüht sich Haushofer um eine kritische Deutung des politischen Zeitgeschehens. Hierzu wählt er vor allem die Form der historischen Dramen, von denen in den 30er Jahren einige auf Berliner Bühnen aufgeführt werden. Er veröffentlicht die antikisierende Dramentrilogie Scipio (1934), Sulla (1938) und Augustus (1938).

Im September 1938 nimmt er als Mitarbeiter Ribbentrops an der Münchner Konferenz teil.


Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 distanziert sich Haushofer zunehmend vom nationalsozialistischen Regime und nimmt Kontakt zum Widerstand auf, so zum Kreisauer Kreis, zur Gruppe um Carl Friedrich Goerdeler und zu Mitgliedern der Roten Kapelle.

1940 erhält er eine Professur für politische Geografie und Geopolitik an der Berliner Universität. 1941 wird er wegen Beteiligung an den Vorbereitungen des Englandflugs von Rudolf Heß für mehrere Wochen verhaftet und aus dem Auswärtigen Amt entlassen.
Auch nach seiner Freilassung bleibt er weiter unter Aufsicht der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). 1941-1943 erscheinen seine Dramen Die Makedonen und Chinesische Legende.


Am 7. Dezember 1944 wird Albrecht Haushofer im Zuge der Ermittlungen nach dem Attentat vom 20. Juli verhaftet. Im Gefängnis Lehrter Straße im Berliner Bezirk Moabit verfaßt er die Moabiter Sonette, die als eindrucksvolles Zeugnis des Widerstands gegen das NS-Regime gelten. Albrecht Haushofer wird ohne Prozeß mit sechs weiteren Häftlingen von einem SS-Kommando durch Genickschuß ermordet.

Seine Moabiter Sonette werden 1946 postum veröffentlicht.


Literatur:


International:

http://www.ac-nancy-metz.fr/relinter/eurodnl/cgi-bin/Visiteur/document.asp?id=266

http://www.geocities.com/mellowsoundx/haushofer-bio.htm

http://www.ac-nancy-metz.fr/relinter/eurodnl/cgi-bin/Visiteur/document.asp?id=266

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